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Mentalitätsänderung ist gefragt

Mentalitätsänderung ist gefragt

Mentalitätsänderung ist gefragt

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Hadersleben/Haderslev
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Glen Riddersholm sieht das Europa-Playoff als geschenkte Chance. Foto: Bo Amstrup/Ritzau Scanpix

SønderjyskE-Trainer Glen Riddersholm will vor dem Europa-Playoff von einer Außenseiter-Rolle nichts wissen.

Von Sommerurlaubs-Stimmung war nach dem gesicherten Klassenerhalt keine Spur. Die Stimmung beim Freitagstraining der SønderjyskE-Fußballer war eher gereizt. Es fielen viele deutliche Worte, und oftmals wurde es laut, als die Hellblauen sich auf das Hinspiel der ersten Runde im Europa-Playoff am Sonntag ab 14 Uhr im eigenen Stadion gegen Randers FC vorbereiteten.

Der Ehrgeiz ist da, im Europa-Playoff etwas zu reißen, doch bei SønderjyskE gehen die Meinungen auseinander, in welcher Rolle die Hellblauen die Playoffspiele angehen. Mehrere Spieler und auch Sportchef Hans Jørgen Haysen hatten von einer Außenseiter-Rolle gesprochen.

„Wir müssen hier eine Mentalitätsänderung vornehmen. Wir sind keine Underdogs. Wir müssen weg davon“, meint Cheftrainer Glen Riddersholm: „Es mag sein, dass die anderen Klubs einen höheren Etat haben und eine bessere Saison gespielt haben. Das ist alles plausibel und auch nicht falsch, aber wir müssen weg von der Mentalität, dass wir nur gut sein können, wenn wir keinen Druck haben. Wir sind gegen Randers nicht in der Favoritenrolle, aber ich habe keine Lust, von Spielern zu hören, die meinen, dass wir nichts zu verlieren haben. Wir haben etwas zu verlieren, und das ist das Europa-Ticket, das vor der Nase ist. Wir haben durch die Liga-Struktur eine Möglichkeit geschenkt bekommen. Da müssen wir uns doch aufrichten und die Arme danach ausstrecken. Das ist eine Möglichkeit, gegen Klubs wie Hoffenheim oder Feyenoord zu spielen – die müssen wir doch am Schopf packen.“

Eggert Jonsson und Niki Zimling sind im Hinspiel gegen Randers gesperrt. Marcel Rømer ist wieder spielberechtigt, muss aber vorerst auf der Bank sitzen. Dafür setzt Riddersholm im zentralen Mittelfeld mit Victor Mpindi, Marco Rojas und Christian „Greko“ Jakobsen eine spielstärkere Variante ein, fordert von diesem Trio aber auch einen kämpferischen Einsatz.

„Es ist schon komisch. Als ich anfing, dachten viele, dass ich nur spielen lassen wolle und Zweikämpfe gar nicht mehr gefragt sind. Als wir dann zum Auftakt ein paar Spiele verloren, mussten wir nur noch kämpfen. Wir müssen aber beides können“, meint Riddersholm: „Es ist eine schwarz-weiße Welt, die ich hier vorgefunden habe. Ich möchte aber eine Brücke bauen zwischen verschiedenen Komponenten, damit ich eine Mannschaft zusammenstellen kann, die mit verschiedenen Mitteln verschiedene Gegner schlagen kann. Wir müssen die SønderjyskE-Tugenden bewahren, die auch meine Tugenden sind. Es haben zum Teil Power und Attitüde bei den Spielern gefehlt, die viel kombinieren wollen. Knallhart formuliert wird das nur Fußball-Ballett, wenn der harte Kampf fehlt. Wir haben das im Vier- oder Sechs-Augen-Gespräch angesprochen, und einige Spieler müssen jetzt Charakter beweisen und zeigen, dass sie beides können. Sonst werden wir nie ein Klub, der besser abschneidet, als wozu unser Etat berechtigt. Dann sind wir nur Mittelmaß.“

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