Deutsche Minderheit

BDN-Bezirk Sonderburg: Ein turbulentes Jahr zwischen Engagement und Herausforderungen

Rund 25 Mitglieder kamen zur Versammlung des BDN Bezirks Sonderburg in die Aula der deutschen Schule.

Kommunalwahlkampf, eine drohende Schulschließung und alles in allem ein „recht turbulentes“ 2025: In ihrem Jahresbericht schilderte die Vorsitzende des BDN Bezirks Sonderburg eine deutsche Minderheit mit viel Engagement, neuen Mitgliedern und einem starken Gemeinschaftssinn.

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Zusammenfassung

  • BDN-Bezirksvorsitzende Ruth Nielsen blickt auf ein turbulentes Jahr mit viel Wahlkampf zurück und kündigte ihre letzten zwei Jahre im Amt an.  
  • Der Bezirk setzte sich erfolgreich für den Erhalt des Standorts Lunden ein und will ihn nun als lebendigen kulturellen Treffpunkt weiter stärken.

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Ruth Nielsen ist und bleibt Vorsitzende des BDN Bezirks Sonderburg (Sønderborg), und sie nahm die Mitglieder in der Aula der Deutschen Schule Sonderburg (DSS) bei der Mitglieder- und Delegiertenversammlung am Donnerstagabend mit auf einen Ritt durch ein Jahr voller Kontraste. „Das Jahr 2025 war doch recht turbulent“, sagte sie mit Blick auf ein Jahr, in dem vieles über E-Mails lief und es nach der Generalversammlung im Februar nur zu einer einzigen Vorstandssitzung kam.

Sie betonte, dass der Bezirk trotzdem bei zahlreichen Aktivitäten und Veranstaltungen präsent war, unter anderem bei den Markttagen in Gravenstein (Gråsten), der Vereinsmesse im deutschen Museum in Verbindung mit dem Sommerfest der DSS sowie bei der Kulturnacht. Viel Zeit und Energie floss nach ihren Worten in den Kommunalwahlkampf.

Aufforderung: Bringt Leben in die Institutionen

Besonders intensiv befasste sich der Bezirk im vergangenen Jahr mit der Empfehlung des DSSV, die Standorte Rapstedt und Lunden auf Nordalsen (Nordals) zu schließen. „Das war sehr nervenaufreibend“, blickte Nielsen auf die Diskussionen zurück. Der Bezirk veröffentlichte eine Stellungnahme mit dem Tenor: „Ohne Kindergarten und Schule wird Nordalsen ein weißer Flecken auf der Landkarte.“

Arno Knöpfli (r.) berichtete als Vorsitzender der Schleswigschen Parei in Sonderburg von einem Jahr, das von der Kommunalwahl geprägt war.

Die Institution „habe Enormes geleistet“ und unter anderem ein Video erstellt, das bei ihr „eine starke innere Bewegung“ ausgelöst hat. Die Argumente überzeugten den DSSV, der dem Hauptvorstand empfahl, den Standort Lunden zu erhalten; der Hauptvorstand folgte dieser Empfehlung.

Auch wenn der Standort Lunden bleibt, sieht die Bezirksvorsitzende den Bezirk weiter in der Pflicht. Lunden soll als kultureller Treffpunkt Profil zeigen, was sich bereits an der BDN-Mitgliederzahl und an Aktivitäten wie Lottospiel mit über 70 Teilnehmern und gemeinsamen Kochabenden mit rund 30 Teilnehmern ablesen lässt.

Nielsen formulierte das als Aufforderung nicht nur an den Ortsverein Sonderburg, sondern „an die Vereine generell“, Aktivitäten in die Schule und den Kindergarten zu verlegen – wie es der Ruderverein DRN mit seinem Grünkohlessen vorgemacht hat, was sie als „eine überaus gelungene Veranstaltung“ beschrieb.

160 neue Mitglieder kamen zum Bezirk hinzu

In ihrem Bericht zeichnete Nielsen ein Bild der deutschen Minderheit im Bezirk. „Wenn ich ein Bild von der Minderheit im Bezirk Sonderburg malen müsste, würde ich ausschließlich warme, helle Farben verwenden“, sagte sie. Diese Farben stünden für Engagement, Kreativität, Tatkraft und Gemeinschaftssinn. Die beiden BDN-Ortsvereine, Sonderburg und Fördekreis, verzeichnen Zulauf; insgesamt über 160 Mitglieder mehr, sie planen gemeinsame Veranstaltungen, und der Ortsvorsitzende des Fördekreises nimmt an Planungssitzungen des Ortsvereins Sonderburg teil.

Auch bei den Sozialdiensten zeige sich diese Vernetzung. Die beiden lokalen Sozialdienste veröffentlichen ein gemeinsames Programmheft, und die Mitglieder nutzen gegenseitig das vielfältige Angebot. Die Turnerschaft füllt mit der Sparte Tischtennis ein Vakuum, und die drei Rudervereine seien „im Aufwind“.

Wir haben zusammengestanden, wenn es galt, Flagge zu zeigen.

Ruth Nielsen

Bei den Bildungsangeboten sprach Nielsen von Wartelisten an den Schulen – mit Ausnahme von Lunden, das sich mit drei „äußerst gefragten Freischulen“ als Konkurrenz konfrontiert sieht. Die vier deutschen Kindergärten (DKS) sind seit Januar gemeinsam mit Lunden unter einem Dach organisiert, Gravenstein (Gråsten) hat einen neuen Standort bezogen, und auch in Sonderburg entstand ein neuer Standort in unmittelbarer Nähe zur Schule.

Letzte Amtsperiode für Ruth Nielsen

Nielsen nahm eine Wiederwahl an, kündigte aber zugleich an, dass dies ihre letzte Periode sein werde. Sie will nach Möglichkeit 2028 „mittendrin“ aufhören – ähnlich wie ihr Vorgänger Dieter Jessen, der dem Vorstand als Kassierer erhalten blieb. Zum Ende ihres Berichts dankte sie den Vorstandsmitgliedern. „Wir haben stets sachlich und gut diskutiert, uns ausgetauscht und zusammengestanden, wenn es galt, Flagge zu zeigen“, sagte sie. „Das ist und bleibt wichtig.“

V. l.: Claudia Knauer, Stephan Kleinschmidt, Marion Petersen, Rasmus Jessen und Jan Wachtberg Schmidt

Jörn Petersen nahm eine Wiederwahl als stellvertretender Vorsitzender an, ebenso wie Kassierer Dieter Jessen und SP-Vorsitzender Arno Knöpfli und dessen Stellvertreter Rainer Naujeck.

Auf der Tagesordnung der Bezirksmitglieder- und Delegiertenversammlung standen zwei Änderungen der Geschäftsordnung. Gestrichen wurde der Passus zur „Anzeige im Nordschleswiger“, außerdem gab es eine Namensänderung in „Bezirksversammlung“. 

Im Anschluss an die formalen Punkte der Tagesordnung stellten sich die Kandidaten für den BDN-Hauptvorsitz und weitere Ämter den Mitgliedern vor. Claudia Knauer und Stephan Kleinschmidt traten als Kandidaten für den Hauptvorsitz auf, für die Stellvertretung präsentierten sich Rasmus B. Jessen und Jan Wachtberg Schmidt, und für den Vorsitz des Kulturausschusses stellte sich Marion Petersen vor. Die Kandidaten nutzten die Gelegenheit, die Fragen der Mitglieder zu beantworten.