Folketingswahl

Rot, blau oder lila: So bekommen Wählerinnen und Wähler ihre Wunschkoalition

Zwölf Parteien treten zur Wahl an. Laut Umfragen sieht es danach aus, dass alle im Folketing vertreten sein werden.

Zur Wahl stehen am 24. März zwölf Parteien. Je nachdem, wo Wahlberechtigte ihr Kreuzchen setzen, kann das zu einer linken, bürgerlichen oder breiten Zentrumsregierung führen. Walter Turnowsky erklärt, wie die Parteien zu den möglichen Koalitionen stehen.

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Zusammenfassung

  • Welche Parteien stehen nach der Wahl in Dänemark für rote, blaue oder lila Koalitionen.
  • Links unterstützen mehrere Parteien eine von den Sozialdemokraten geführte Regierung, erreichen laut Umfragen aber allein keine Mehrheit.
  • Im bürgerlichen Lager konkurrieren zwei liberale Parteien um die Führung, auch ihnen fehlen derzeit einige Prozentpunkte zur Mehrheit.

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Wo sein Kreuz setzen, wenn die bevorzugte Regierung eine linke (rote) ist? Wo, wenn Blau (bürgerlich) die Farbe der Wahl ist? Und welche Parteien setzen sich für eine breite Regierung über die Mitte (lila) hinweg ein?

Die Sozialdemokratin Mette Frederiksen sagt, sie könne sich entweder Rot oder Lila vorstellen. Ihr Herausforderer Troels Lund Poulsen von Venstre hofft, an der Spitze einer blauen Koalition regieren zu können; schließt jedoch ebenfalls Lila nicht aus. 

Hier ein Überblick, welche Parteien man wählen kann, wenn man eine bestimmte Koalition bevorzugt.

Wer eine sozialdemokratisch geführte rote Regierung wünscht, hat vier Parteien zur Auswahl

Die Sozialistische Volkspartei (Listenbuchstabe F) sieht sich als Koalitionspartnerin in einer roten Regierung.

Die noch linkere Einheitsliste (Ø) würde eine solche Regierung ebenfalls unterstützen.

Dasselbe gilt für die grüne Partei, die Alternativen (Å). 

Die Sozialliberalen von Radikale Venstre (B) würden bei einer solchen Koalition gern mitmachen, sofern die Mehrheitsverhältnisse es zulassen. Radikale Venstre würde jedoch auch bei einer Zentrumsregierung mitmachen. Eine Koalition mit den Bürgerlichen schließt sie ebenfalls nicht aus, wenn es gelingt, die Dänische Volkspartei außen vor zu halten. 

Stand: Laut den Umfragen liegt die Sozialdemokratie gemeinsam mit diesen vier Parteien noch vor dem bürgerlichen Block. Es reicht aber nicht für eine Mehrheit. 

Wer eine blaue Regierung wünscht, hat sechs Parteien zur Auswahl

Die rechtsliberale Partei Venstre (V) arbeitet für eine blaue Koalition mit ihrem Vorsitzenden Troels Lund Poulsen, der als Spitzenkandidat auch Kandidat für das Staatsministerium ist. Er schließt eine erneute Zusammenarbeit mit der Sozialdemokratie aber nicht aus, sollte es keine bürgerliche Mehrheit geben.

Die Konservativen (C) unterstützen Troels Lund Poulsen als Staatsministerkandidaten. Die Parteivorsitzende Mona Juul schließt jedoch nicht aus, sich an einer breiten Regierung über die Mitte zu beteiligen. 

Die rechte Dänische Volkspartei (O) hat als Ziel, Teil einer bürgerlichen Koalition mit Troels Lund Poulsen an der Spitze zu werden. Bei einer Regierung über die Mitte hinweg wäre sie nicht dabei.

Die Liberale Allianz (I) ist ebenfalls ausschließlich für eine blaue Koalition zu haben. Sie hat sich jedoch nicht darauf festgelegt, Troels Lund Poulsen zu unterstützen. Im Gegenteil ist ihr Vorsitzender Alex Vanopslagh bereit, „sich für das Amt als Staatsminister zur Verfügung zu stellen“, sollte seine Partei die größte im bürgerlichen Block werden. In den Umfragen liegt die Liberale Allianz derzeit vor Venstre. 

Auch die nationalkonservativen Dänemarkdemokraten (Æ) von Inger Støjberg unterstützen nur eine bürgerliche Regierung. Sie lassen offen, wer an der Spitze einer solchen Regierung stehen soll. 

Die ultrarechte Bürgerpartei (H) unterstützt eine blaue Koalition. Ihr Vorsitzender Lars Boje Mathiesen hat sich als Staatsministerkandidat erklärt. Er wird es jedoch nicht werden, da keine andere Partei ihn unterstützt.

Stand: Es fehlen den bürgerlichen Parteien derzeit vier bis fünf Prozentpunkte für eine Mehrheit.

Wer sich eine breite Regierung über die Mitte wünscht, hat nur eine sichere Partei zur Auswahl

Die Moderaten (M) setzen sich als einzige Partei für eine neue Regierung ein, die sowohl die Sozialdemokratie als auch mindestens eine bürgerliche Partei umfasst. Werden sie das Zünglein an der Waage, können sie eine solche Koalition erzwingen.

Kurzanalyse: Alles ist offen

Es bleibt spannend, welche Regierung nach dem 24. März möglich sein wird. Derzeit hat keine der Koalitionsoptionen in den Umfragen eine Mehrheit.
Es braucht jedoch lediglich geringfügige Verschiebungen, um das zu ändern. Das gilt für alle drei Optionen – und weitere sind möglich.

Walter Turnowsky

Für die bisherige SVM-Koalition wird es beim jetzigen Stand jedoch nicht reichen. Es müssen weitere Parteien mit an Bord geholt werden. Radikale Venstre und die Konservativen bieten sich an. Nach Stand der Umfragen hätte die Zentrumskoalition aber selbst dann keine Mehrheit.

Allerdings will Parteichef Lars Løkke Rasmussen versuchen, auch Teil einer bürgerlichen Regierung zu werden, sollte diese eine Mehrheit bekommen. Es geht ihm darum, die Dänische Volkspartei von der Macht fernzuhalten. 

Wer entweder eine rote Regierung oder eine Regierung über die politische Mitte wünscht, kann die Partei der Staatsministerin wählen

Die Sozialdemokratie (A) ist für beide Optionen offen – Hauptsache, Mette Frederiksen wird erneut Staatsministerin. Sie hat sich nicht dazu geäußert, ob sie eine der Varianten bevorzugt.