Deutsche Minderheit

Influencerin aus der Minderheit: „Es ist etwas Besonderes, zwei Muttersprachen zu haben“

Liv Bredo Schrøder möchte auf die deutsche Minderheit aufmerksam machen
Liv Bredo Schrøder möchte über Social Media auf die deutsche Minderheit aufmerksam machen.

Sie setzt sich für die Sichtbarkeit der deutschen Minderheit in Dänemark ein. Mit 15.000 Followern auf Instagram teilt Liv Bredo Schrøder authentische Geschichten und Herausforderungen.

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Zusammenfassung

  • Influencerin Liv Bredo Schrøder macht auf Instagram die deutsche Minderheit in Nordschleswig sichtbar.
  • Eigene Erfahrungen mit Vorurteilen motivieren sie, über Identität, Sprache und Herkunft aufzuklären.
  • Mit ihrer Reichweite setzt sie auf verantwortungsvolle, authentische Inhalte und betont die Stärke zweier Muttersprachen.

Diese Infobox wurde mithilfe von KI generiert und von der Redaktion geprüft.

„Wenn nur eine Person in Aarhus darauf aufmerksam gemacht wird, dass es eine deutsche Minderheit in Dänemark gibt, habe ich schon etwas erreicht.“

Mit diesen Worten beschreibt Liv Bredo Schrøder, 24 Jahre alt und Studentin in Aarhus, ihre Motivation. Die junge Influencerin, ursprünglich aus Tingleff (Tinglev), setzt sich dafür ein, die deutsche Minderheit auch über Nordschleswig hinaus sichtbar zu machen – unter anderem über Instagram, wo sie inzwischen rund 15.000 Follower hat.

Zwischen Vorurteilen und Aufklärung

Schon in der Schulzeit erlebte Liv Bredo Schrøder, wie viele andere Jugendliche aus der Minderheit, oft Feindseligkeit und Unverständnis – sowohl während ihrer Zeit an der deutschen Schule in Tingleff (Tinglev) als auch in dem Jahr, in dem sie eine dänische Nachschule besuchte. 

In ihrer Zeit am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig (DGN) begann sie sich als Jugendbotschafterin zu engagieren. 

„Es waren viele kleine Erfahrungen über die Jahre, die sich aufgestaut haben“, sagt sie. „Diese grundlegende Unwissenheit, die Vorurteile entstehen lässt, war für mich ein Anstoß, darüber zu berichten und aufzuklären.“ 

Es kam sehr gut an, und ich habe gemerkt, dass die Menschen neugierig auf unsere Region und die deutsche Minderheit sind.

Liv Bredo Schrøder

Mit „Synnejysk“ zur Bekanntheit

Schon als Teenager begann die junge Studentin, über ihr Leben zu berichten. Zunächst veröffentlichte sie Videos auf YouTube, später wechselte sie zu Instagram, wo sie inzwischen rund 15.000 Follower erreicht.

Als besonderen Anlass nennt sie eine Video-Reihe von vor zwei Jahren, wo sie mit ihrem Vater „Synnejysk“ spricht – Videos, die sie fast landesweit bekannt machten.

„Wir haben dann zusammen Videos über das Leben in Nordschleswig gemacht“, erzählt sie. „Es kam sehr gut an, und ich habe gemerkt, dass die Menschen neugierig auf unsere Region und die deutsche Minderheit sind.“

„Sogar in ,TV-Avisen‘ wurde über uns berichtet, unter anderem über das Bewahren von Dialekten und deren Besonderheiten“, erklärt die 24-Jährige.

Für Liv Bredo Schrøder ist ihr Auftreten in den sozialen Medien mehr als nur Beiträge zu posten – sie möchte dabei auch eine Art Vorbild für junge Menschen in der Minderheit sein.

Mit Reichweite Verantwortung übernehmen

„Mit 15.000 Followern hat man eine Verantwortung“, sagt sie. „Ich überlege genau, welche Geschichten ich erzähle und wie ich die deutsche Minderheit darstelle, also nicht nur die schönen Seiten, sondern auch die Herausforderungen.“

Diese Rolle nimmt sie auch außerhalb der sozialen Medien wahr. So hielt sie im vergangenen Jahr auf dem Knivsberg einen Vortrag für Jugendliche aus der Minderheit. Dort sprach sie darüber, wie soziale Medien genutzt werden können, um Identität, Herkunft und Sprache sichtbar zu machen.

Die 24-Jährige möchte zeigen, dass Herkunft auch eine Stärke sein kann. 

„Ich hoffe, dass Jugendliche sehen: Es ist etwas Besonderes, zwei Muttersprachen zu haben. Man muss sich dafür nicht verstecken.“

Im vergangenen Jahr hielt die junge Influencerin einen Vortrag auf dem Knivsberg
Im vergangenen Jahr hielt die junge Influencerin einen Vortrag auf dem Knivsberg zum Thema Identität

Von Nordschleswig über Aarhus nach Brüssel

Dieses Engagement wurde inzwischen auch über Nordschleswig hinaus wahrgenommen: Im April reist Liv zusammen mit rund 25 weiteren Däninnen und Dänen nach Brüssel, um dort Gespräche mit Menschen aus Politik und Gesellschaft zu führen. 

Flug und Hotel werden dabei übernommen, bezahlt wird Liv für die Teilnahme jedoch nicht. „Für mich ist das eine große Anerkennung“, sagt sie. „Es zeigt mir, dass das, was ich mache, gesehen wird.“

Balance statt Follower-Zahlen

Für die Zukunft hat Liv Bredo Schrøder klare Vorstellungen – allerdings nicht unbedingt davon, einmal vollständig von ihrer Plattform zu leben. „Ich habe kein großes Ziel, irgendwann nur davon zu leben oder möglichst viele Follower zu sammeln“, sagt sie. 

Wichtig sei für sie vielmehr, eine Balance zu finden und Inhalte zu teilen, die ihr persönlich wichtig sind. Hauptberuflich arbeitet Liv inzwischen im Bereich Social Media bei der Frauenmannschaft des AGF in Aarhus und macht nebenbei ihren Masterabschluss.

Liv Bredo Schrøder arbeitet bei der Frauenmannschaft von AGF Aarhus im Bereich Social Media
Liv Bredo Schrøder arbeitet bei der Frauenmannschaft von AGF Aarhus im Bereich Social Media

„Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen stark von dem beeinflusst werden, was sie in den sozialen Medien sehen“, erklärt sie. Gerade deshalb sei es wichtig, dort auch positive und authentische Geschichten zu erzählen.