Folketingswahl 2026

Deutschsprachige Wahlplakate in Apenrade: Ein „radikales“ Wiedersehen

Wahlplakat der Radikale Venstre mit Aufschrift auf Deutsch vor einem modernen Gebäude in Apenrade.
Wahlwerbung direkt vor dem Haus Nordschleswig

Folketingskandidatin Lotte Rod macht mit einer kleinen Aktion vor dem Haus Nordschleswig deutlich, dass Sprache auch Politik ist.

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Zusammenfassung

  • Vor dem Haus Nordschleswig in Apenrade hängen zur Folketingswahl mehrere deutschsprachige Wahlplakate der Partei Radikale Venstre mit Lotte Rod.
  • Die Kandidatin, die die Deutsche Privatschule Apenrade besuchte und die deutsche Sprache schätzt, wirbt für eine neue Deutschland-Strategie und mehr Deutschunterricht in ganz Dänemark.
  • Rod nutzt wiederverwendete Plakate bewusst als politisches Signal für die Bedeutung der deutschen Sprache und spricht sich auch für deutschsprachige Ortsschilder aus.

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Bei einem Besuch im Haus Nordschleswig, wo unter anderem die deutsche Zentralbücherei und das Generalsekretariat der deutschen Minderheit beheimatet sind, fällt sofort auf: Auf den Laternenmasten direkt vor den Treppenstufen zum Gebäude an der Vestergade 30 in Apenrade (Aabenraa) prangen zahlreiche Wahlplakate. Angesichts der am Dienstag in Dänemark stattfindenden Folketingswahlen ist das zunächst wenig überraschend.

Einige Plakate stechen jedoch sofort ins Auge – sie sind auf Deutsch. Es handelt sich um Wahlplakate der linksliberalen Partei Radikale Venstre (Rad.; Listenbuchstabe B) mit dem Text: „Dies ist auch deine Wahl.“

Der Grund für diese ungewöhnliche Aktion wird schnell deutlich: Unter einigen der Plakate hängt auch das Konterfei der radikalen Spitzenkandidatin für die südjütische Region, Lotte Rod. Sie ist in Apenrade aufgewachsen, ihre dänischen Eltern schickten sie dennoch an die dortige Deutsche Privatschule Apenrade (DPA). „Ich liebe Deutsch!“, betont sie im Telefonat mit dem „Nordschleswiger“.

Frau steht neben deutschsprachigem Wahlplakat der Partei Radikale Venstre an einer Straße.
Lotte Rod war persönlich in Apenrade, um die deutschen Wahlplakate aufzuhängen.

Rod macht keinen Hehl daraus, dass sie auch politisch für die Sprache eintritt: „Ich finde, dass das Folketing endlich wieder eine Deutschland-Strategie entwickeln sollte. Dazu gehört auch, den Deutschunterricht landesweit zu stärken.“ Besonders freut sie sich, dass zumindest in Nordschleswig die Bedeutung des Deutschunterrichts erkannt wird: In den dortigen Kommunalschulen beginnt er teilweise bereits in der Vorklasse und spätestens im 3. Schuljahr.

Wiederverwertung als politische Botschaft

Die deutschen Plakate wurden jedoch nicht speziell für die Folketingswahlen und Lotte Rods Wahlkampf in Nordschleswig gedruckt. „Nein, wir hatten zu den Kommunalwahlen im November vergangenen Jahres eine Plakatkampagne in mehreren Sprachen – unter anderem auf Deutsch. Nach der Wahl habe ich unsere Geschäftsstelle gefragt, ob noch deutsche Plakate übrig seien. Wenn ja, würde ich sie gerne haben“, erklärt Rod. Es waren nur wenige, aber gerade genug für die Laternenmasten vor dem Haus Nordschleswig.

Damit sei nicht nur eine Form der Kreislaufwirtschaft erfüllt, sondern auch ein kleines Augenzwinkern gesetzt. „Ich weiß, dass es Widerstände gegen deutschsprachige Ortsschilder gibt; jetzt bekommen die Kritikerinnen und Kritiker auf jeden Fall schon einmal ein paar deutschsprachige Wahlplakate“, sagt Rod und lacht.

Wahlplakat der Radikalen Venstre mit deutscher Aufschrift an einem Laternenmast in einer Straße.
Kreislaufwirtschaft ist eines der politischen Steckenpferde der Radikalen. Das Wahlplakat war bei den Kommunalwahlen im November des vergangenen Jahres übrig geblieben.

Politisches Statement inklusive

Die Plakate sind für Rod auch ein Mittel, um auf den Wert der deutschen Sprache in Dänemark aufmerksam zu machen. „Ich bin übrigens für deutschsprachige Ortsschilder“, fügt sie am Ende des Telefonats noch werbewirksam hinzu.

Die Aktion zeigt auf humorvolle Weise, dass politisches Engagement und kulturelle Identität durchaus Hand in Hand gehen können – selbst in der Wahlkampfzeit.