Kommunalpolitik

Fast jede zweite Bohrung betroffen: Politiker-Duo will Pestizide stoppen

Jakob Duedahl (links) und Carsten Leth Schmidt (rechts) haben eine gemeine Initiative zum Trinkwasserschutz erarbeitet. Auf der nächsten Sitzung des Kommunalparlaments in Hadersleben stellen sie ihre Ideen vor.

Fast jede zweite Trinkwasserbohrung in der Kommune Hadersleben enthält Pestizidrückstände. Vor diesem Hintergrund bringen Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei und Jakob Vindel Duedahl (Radikale Venstre) zur Ratssitzung am Donnerstagabend einen gemeinsamen Antrag ein, der dem Einsatz von Pestiziden auf kommunalen Flächen Einhalt gebieten soll.

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Zusammenfassung

  • In Hadersleben fordern zwei Kommunalpolitiker, darunter Carsten Leth Schmidt von der SP, ein Pestizidverbot auf verpachteten kommunalen Flächen in Trinkwasserschutzgebieten.
  • Hintergrund ist, dass in fast jeder zweiten untersuchten Trinkwasserbohrung bereits messbare Pestizidrückstände festgestellt wurden.
  • Die Initiative setzt auf Prävention, da eine Reinigung des belasteten Grundwassers später nur mit großem Aufwand möglich wäre.

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Im September 2023 hatte der Kommunalrat in Hadersleben (Haderslev) beschlossen, auf ein Pestizidverbot auf kommunalen Flächen in Trinkwasserschutzgebieten zu verzichten.

„Bislang erlaubt die Kommune Hadersleben, dass auf kommunal verpachteten Flächen mit Pestiziden gespritzt wird – selbst in Gebieten, die besonders wichtig für unser Trinkwasser sind“, sagen die beiden Kommunalpolitiker.

Was sich konkret ändern soll

Ihre Mitgliedsinitiative sieht vor, dass kommunal verpachtete Flächen in Einzugsgebieten und in Gebieten mit Trinkwasserinteressen künftig pestizidfrei bewirtschaftet werden – jeweils dann, wenn neue Pachtverträge anstehen.

Die Kommune hätte damit die Möglichkeit, auf ihren eigenen Flächen mit gutem Beispiel voranzugehen, ohne auf nationale Regelungen zu warten.

Belastung ist bereits messbar

Die Initiative fällt in eine Zeit, in der die Belastung bereits messbar ist. Nach Angaben der Verwaltung enthält etwa die Hälfte der untersuchten Bohrungen Rückstände von Pestiziden. „Das ist kein Zukunftsszenario, sondern schon jetzt Realität“, warnt Leth Schmidt.

Prävention statt späterer Kosten

Für Duedahl und Leth Schmidt steht vor allem ein Punkt im Vordergrund: Vorbeugung. Gelangen Pestizide ins Grundwasser, lässt sich die Belastung nur schwer und mit hohem Aufwand wieder reduzieren.

Die Kommune habe als Eigentümerin von Flächen eine besondere Verantwortung – und zugleich die Möglichkeit, beim Schutz des Trinkwassers voranzugehen, begründen die Politiker ihren Vorstoß. Die Entscheidung fällt am Donnerstag im Kommunalrat – und gibt Antwort auf die Frage, wie weit die Kommune beim Schutz ihres Trinkwassers gehen wird.