Verkehrsprojekt

Hadersleben kommt später dran – Debatte um Zeitplan der neuen Autobahn wieder angeschoben

Dänemark plant eine Entlastung der E45 durch eine neue Autobahn (Symbolfoto).

Die geplante mitteljütische Autobahn soll die bestehende E45 zwischen Hobro und Hadersleben entlasten und wird in mehreren Abschnitten gebaut; Hadersleben kommt erst nach 2035 dran. Politiker sehen eine veränderte gesellschaftliche Lage und Nachteile für ihre Kommune und fordern, zumindest teilweise, einen früheren Start.

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Zusammenfassung

  • Vor der Folketingswahl fordert Venstre-Kandidat Jesper Bierbaum, den Zeitplan für die Ochsenweg-Autobahn wegen veränderter sicherheitspolitischer Lage neu zu bewerten.
  • Er verweist auf die Aufrüstung Dänemarks, die Erwartungen der Nato und den Ausbau des Hafens Esbjerg und fordert, den Bauabschnitt bei Hadersleben früher zu realisieren.
  • Unterstützung erhält er unter anderem von SP-Kommunalpolitiker Carsten Leth Schmidt, der unter anderem auf eine Hängepartie der Kommune Hadersleben hinweist.

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Im Vorfeld der Folketingswahl fordert Jesper Bierbaum aus Woyens (Vojens), der für die Partei Venstre kandidiert, dass die zeitliche Planung des Hærvejsmotorvej neu überdacht wird.

Die neue Autobahn, auch Mitteljütische Autobahn (midtjysk motorvej) genannt, soll die alte Autobahn E45 entlasten, sie stellt eine Art Bypass dar. Angedacht ist eine Trasse zwischen Hobro im Norden über Viborg und Give nach Hadersleben. 

Sowohl im Norden als auch im Süden vereinigt sich die neue Autobahn, wenn sie fertig ist, mit der E45.

Hadersleben kommt später dran

Wie die Zeitung „JydskeVestkysten“ 2021 berichtete, einigte sich damals das Parlament darauf, bis 2035 zunächst zwei Teilstücke zu bauen – zwischen Viborg und Bording und von Give nach Billund. Die Strecken hängen nicht zusammen; erst nach 2035 soll dann die Strecke bei Hadersleben hinzukommen.

Für Jesper Bierbaum hat sich aber die sicherheitspolitische Lage markant geändert. „Dänemark rüstet auf, und die Nato erwartet, in Europa mehr Truppen als in der Vergangenheit schnell bewegen zu müssen. Zudem baut Dänemark den Hafen von Esbjerg zu einem Knotenpunkt aus.“ Die Infrastruktur müsse dem folgen, so Bierbaum. Seine Forderung ist, dass in den kommenden Haushaltsverhandlungen mit einem neuen Parlament der Zeitplan für den Autobahnbau wieder zur Sprache kommen muss.

Sozialdemokratischer Rückhalt

Rückhalt erhält er laut „JydskeVestkysten“ vom Folketingskandidaten Jesper Petersen (Soz.) aus Hammeleff (Hammelev). Der Zeitung nach will die Alternative lieber den öffentlichen Nahverkehr priorisieren. Josephine Alstrup von der Dänischen Volkspartei sieht die Nachteile der lokalen Bevölkerung vor Ort, die vor der Nase dann eine Autobahn haben, andererseits sieht sie auch Vorteile, die eine Autobahn mit sich bringt.

Leth Schmidt: Wenn, dann schnellstmöglich beginnen

Kommunalpolitiker Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei (SP) kann einer früheren Anbindung der Kommune an die neue Autobahn viel abgewinnen. Er argumentiert gegenüber dem „Nordschleswiger": „Es ist ja nicht unendlich viel Geld, und wenn die Gesellschaft aufgrund veränderter Bedingungen zum Schluss kommt, dass eine frühere Anbindung für die Gemeinschaft von Nutzen ist, dann sollte man doch mit dem Bau schnellstmöglich beginnen.“ Und er lenkt den Blick auf ein anderes Argument: Für ihn ist die Zeitspanne bis zum Bau einfach zu lang, die Reservierung der Flächen für den Bau der Autobahn hemmt seinen Worten nach die Entwicklung der Kommune.

Im Dezember 2025 hat das Parlament das Gesetz zum Bau der beiden Teilstücke bei Viborg und Billund verabschiedet. Das Transportministerium rechnet mit einer Fertigstellung in 2034.