Weltfrauentag

Frühere Ministerin Mette Bock: „Wähle Deinen Partner mit Bedacht!“

Mette Bock, ehemalige Kultur- und Kirchenministerin im Kabinett Løkke Rasmussen, hielt kürzlich beim Frauentreffen des Dänischen Generalkonsulats in Flensburg einen launigen Vortrag – und hatte auch Tipps für Frauen im Gepäck.

Wie können Frauen sich besser vernetzen und im Job weiterkommen? Darum geht es im Frauennetzwerk des dänischen Generalkonsulats in Flensburg. Eine Reihe beruflich erfolgreicher Frauen gibt Tipps für Beruf und Alltag, erklärt, wie wichtig Netzwerken ist und erleutert, warum Frauen nicht wie Männer agieren müssen. 

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Zusammenfassung

  • Im Frauennetzwerk des dänischen Generalkonsulats in Flensburg teilen erfolgreiche Frauen ihre Erfahrungen und Karrieretipps.
  • Im Mittelpunkt stehen der Aufbau starker Netzwerke, langfristige Vertrauensbeziehungen und gegenseitige Unterstützung unter Frauen.
  • Selbstvertrauen, sichtbare Präsenz und eine faire Aufgabenverteilung in der Partnerschaft sind der Schlüssel zum beruflichen Erfolg.

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Welche Frau hat solche Vorschläge nicht schon einmal gehört – vor allem, wenn sie in einem eher männerdominierten Beruf arbeitet: „Verhalte dich wie ein Mann“, oder „Kleide dich wie ein Mann.“ Ob das jemals eine Frau im Job weitergebracht hat, muss jede für sich entscheiden. 

Einen anderen Weg wählte die Generalkonsulin Annette Lind, als sie bei ihrem Amtsantritt im dänischen Generalkonsulat in Flensburg (Flensborg) vor zwei Jahren ein „Kvindenetværk“ (Frauennetzwerk) ins Leben rief. Beim ersten Treffen folgten etwa 50 Frauen der Einladung der Generalkonsulin. Inzwischen sind es 130: Steuerberaterinnen, Musikerinnen, Journalistinnen, Betriebswirtinnen, Politikerinnen, eine Pastorin – Frauen aus ganz unterschiedlichen Bereichen.

Anlässlich des 1. Treffens des „Kvindenetværks“ im neuen Jahr hat der „Nordschleswiger“ die Generalkonsulin und andere erfolgreiche Frauen nach Tipps für Job, Karriere und Alltag gefragt.

Mette Bock: „Teilt euch die Verantwortung“

Mette Bock (rechts) im Gespräch mit Anke Spoorendonk (Mitte), ehemalige Ministerin für Justiz, Kultur und Europa im Kabinett Albig, und Gitte Hougaard-Werner, Vorsitzende der Südschleswigschen Vereins (SSF).

Für die ehemalige Kultur- und Kirchenminsterin Mette Bock stellt sich vor allem eine Frage: Hat man als Frau die gleichen Möglichkeiten wie ein Mann? „Frauen kämpfen immer noch darum, dahin zu kommen, wo sie Entscheidungen treffen können. Und man muss dann auch bereit sein zu kämpfen für das, was man gerne will.“

In ihrem wichtigsten Tipp in dem Zusammenhang wird aber auch deutlich, dass es ohne die Männer nicht geht. „Wähle deinen Partner mit Bedacht! Man muss sich die Verantwortung, die Aufgaben in der Familie teilen. Das funktioniert heute besser als früher.“

Annette Lind: „Nutzt euer Netzwerk“

Gründete bei ihrem Amtsantritt vor zwei Jahren ein Frauennetzwerk: Generalkonsulin Annette Lind (links)

Das wichtigste für die ehemalige Abgeordnete Lind: „Du musst immer wissen, wen du anrufen kannst! Es gibt immer jemanden, der jemanden kennt, der jemanden kennt. Frauen wollen gern anderen Frauen helfen. Es ist wichtig, dass man sich gegenseitig den Rücken stärkt. Das ist das, was wir hier machen“, sagt die Generalkonsulin. Damit will sie Frauen auch die Scheu nehmen, das eigene Netzwerk zu nutzen – sei es für die Jobsuche oder andere Themen.

Zwölf Jahre lang war die heutige Generalkonsulin Abgeordnete für die Sozialdemokratie im dänischen Parlament. Sie weiß, wie hart es sein kann, sich als Frau einen Platz in den vorderen Reihen zu erkämpfen. „Schaut, wo euer Name auf der Liste steht! Und stellt sicher, dass er weit vorne steht.“ 

Die Generalkonsulin weiß auch, wie wichtig es ist, dass Frauen sich gegenseitig den Rücken stärken. Mit den Treffen im Generalkonsulat will sie erreichen, dass die Frauen das eigene Netzwerk ausbauen, sich austauschen und sich gegenseitig unterstützen. 

Klarissa Lueg: „Investiert in langfristige Beziehungen“

Für Klarissa Lueg sind Beziehungen und Vertrauen der Schlüssel zum Erfolg.

Die Professorin für Soziologie an der Syddansk Universitet (SDU), Klarissa Lueg, teilt beim Frauentreffen ein sehr persönliches Erfolgsrezept: „Frauen hören ja häufig, mach' dich männlich, mach' dich groß, passe dich dem männlichen Diskurs an. Nimm' dir Raum. Ich habe das alles nicht gemacht. Stattdessen habe ich langfristige Beziehungen aufgebaut. Mit Menschen, die ich schätze, denen ich vertraue – und umgekehrt. Auch im Job.“

Das brauche Zeit, sagt sie. Ihr Apell: „Nehmt euch die Zeit, in Beziehungen, in Vertrauen zu investieren. Eure Stunde kommt, wenn auch vielleicht langsamer.“ Andere Frauen sehen und darauf vertrauen, dass man gesehen werde –darauf vertraut die Professorin. 

Gitte Hougaard-Werner: „Glaubt an euch“

Wurde vergangenes Jahr mit 95 Prozent der Stimmen als Vorsitzende des SSF wiedergewählt: Gitte Hougaard-Werner

Gitte Hougaard-Werner ist Vorsitzende der Südschleswigschen Vereins (SSF) und leitet die südlichste dänische Schule der Minderheit in Elsdorf-Westermühlen (Elstorp-Vestermølle). Bei Sitzungen des SSF ist die oft die einzige Frau am Tisch. Ihr wichtigster Tipp: „Glaubt an euch! Ihr seid mindestens so gut wie die, die da schon sitzen.“

Um als Frau wahrgenommen zu werden, müsse man immer noch mehr investieren als die männlichen Pendants. „Die alten Rollenbilder sind immer noch drin. Aber ich mache einfach! Ich bin da und lasse mich nicht vom Tisch fegen. Und wenn man den Respekt einmal hat, dann steht man auch gut da.“ 

Und manchmal sei es auch entscheidend, an welcher Stelle des Weges man stehe.  Sagt eine, die weiß, wie man sich als Frau in der Politik behauptet: die ehemalige Ministerin für Justiz, Kultur und Europa im Kabinett Albig, Anke Spoorendonk: „Manchmal muss man sich als Frau in den Weg stellen. Sonst wird man überfahren.“

Hinweis der Redaktion: Simone Mischke ist ebenfalls Mitglied im  „Kvindenætverk“ des dänischen Generalkonsulats in Flenburg.