Beruf und Rente

Reform der „Arne-Pension“: Chancen für Nordschleswigerinnen und Nordschleswiger

Mette Frederiksen beugt sich im Pflegezentrum Sølund zu sitzenden Seniorinnen und Senioren.
Staatsministerin Mette Frederiksen besuchte vor der Pressekonferenz zu den Rentenplänen der Sozialdemokratie Bewohnende des Pflegeheims Sølund in Kopenhagen.

Frühverrentung: Eine neue Analyse zeigt, dass die geplante Rentenreform der Sozialdemokratie vielen Menschen in Nordschleswig zugutekommen könnte. Besonders in Tondern und Hadersleben würde der Anteil der Frühverrentungsberechtigten deutlich steigen. Die Reform könnte landesweit erhebliche Auswirkungen haben.

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Zusammenfassung

  • Die geplante Reform der „Arne-Pension“ würde vielen Beschäftigten in Nordschleswig einen früheren Renteneintritt ermöglichen.
  • In Tondern, Hadersleben, Sonderburg und Apenrade würde der Anteil der Frühverrentungsberechtigten bei den 50- bis 54-Jährigen deutlich auf rund die Hälfte steigen.
  • Landesweit könnten im Schnitt 45 Prozent dieser Altersgruppe profitieren, wobei vor allem Jütland und Seeland stärker begünstigt wären als wohlhabendere Regionen wie Nordseeland.

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Würde die Rentenreform so kommen, wie von der Sozialdemokratie vorgeschlagen, würden viele Menschen in Nordschleswig davon profitieren. Das zeigt eine Analyse des wirtschaftspolitischen Analyseinstituts Arbejderbevægelsens Erhvervsråd (AE). 

Demnach würde die Ausweitung der „Arne-Pension“ in 54 Kommunen dafür sorgen, dass mehr als die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger im Alter zwischen 50 und 54 Jahren Anspruch auf eine Frühverrentung hätte – auch in Nordschleswig würden Bürgerinnen und Bürger in allen vier Kommunen von einer Neuregelung profitieren, insbesondere in Tondern (Tønder) und Hadersleben (Haderslev).

In Hadersleben steigt der Anteil von 24 auf 51 Prozent und in Tondern von 27 auf 52 Prozent. In der Kommune Sonderburg (Sønderborg) geht es von 21 auf 47 Prozent hoch, in Apenrade (Aabenraa) von 24 auf 49 Prozent. 

Landesweit könnten im Durchschnitt 45 Prozent dieser Altersgruppe von einem früheren Renteneintritt profitieren – heute sind es nur 20 Prozent. 

Jütland und Seeland profitieren

Der Vorschlag der Sozialdemokratie würde in 30 jütischen, 17 seeländischen und 6 fünschen Kommunen dafür sorgen, dass mehr als die Hälfte der 50- bis 54-Jährigen frühzeitig in Rente gehen können. 

„Wenn die ‚Arne-Pension‘ geändert wird, wird das vielen Menschen die Möglichkeit geben, sich frühzeitig aus dem Erwerbsleben zurückzuziehen – mehr als mit den bestehenden Regelungen, besonders außerhalb der großen Städte“, sagt Kristoffer Lind Glavind, Chefanalytiker beim Arbejderbevægelsens Erhvervsråd.

Rentenvorschlag der Sozialdemokratie

  • Die Gruppe der 50- bis 54-Jährigen wäre einer der ersten Jahrgänge, der rechtlich besser gestellt würde. 
  • Der Vorschlag beinhaltet eine Obergrenze von maximal 66 Jahren für den Bezug der „Arne-Pension“. 
  • Außerdem sieht er auch eine Erhöhung der Anzahl der Jahre vor, in denen man vorzeitig in Rente gehen kann.
  • Steigen soll auch die Höhe der „Arne-Pension“, um 3.000 auf rund 18.700 Kronen.

Mehr zum Vorschlag der Sozialdemokratie.

Landesweit an der Spitze steht die Kommune Hedensted. Hier würden 61 Prozent der Bürgerinnen und Bürger der Altersgruppe (50–54 Jahre) das Anrecht auf frühzeitige Pensionierung bekommen. Das ist fast eine Verdopplung von den aktuellen 32 Prozent. 

Schlusslicht ist die Kommune Gentofte, wo die Zahl bei 24 Prozent liegt. Trotz des geringsten Anteils an Bürgerinnen und Bürgern mit Pensionsanspruch steigt er dennoch um rund 6 Prozent. 

Zwei Hauptgründe für regionale Unterschiede

„In Kopenhagen und Nordseeland hat ein großer Teil der Bevölkerung lange, weitergehende Ausbildungen absolviert und steigt daher später in den Arbeitsmarkt ein als diejenigen, die eine Berufsausbildung haben oder ungelernt sind. Der große Unterschied ist somit auch Ausdruck für die großen Unterschiede im Arbeitsleben der Däninnen und Dänen“, so Lind Glavind.

Die Anzahl an Personen mit Anrecht auf die „Arne-Pension“ ist zusätzlich auch in den Kommunen relativ niedrig, in denen viele Menschen mit einer schwachen Bindung zum Arbeitsmarkt leben – etwa auf Lolland. Das liegt daran, dass man keinen Anspruch auf eine „Arne-Pension“ erwirbt, wenn man nicht auf dem Arbeitsmarkt tätig ist. 

Wer hat Anspruch auf „Arne-Pension“?

Bedingungen, die erfüllt sein müssen, um einen Antrag auf vorzeitige Rente stellen zu können:

  • Das Alter darf zum Zeitpunkt der Antragstellung höchstens 6 Jahre unter dem Rentenalter liegen.
  • Eine Ausnahme (7 Jahre) gilt für die Jahrgänge 1963, 1964, 1967 oder 1958.
  • Alle Personen, die das 61. Lebensjahr vollendet haben oder vollenden werden, können einen Antrag stellen. Es gelten dann weitere Bedingungen.

So muss der Antragstellende …

  • dänischer Staatsbürger sein,
  • den ständigen Wohnsitz in Dänemark haben,
  • mindestens drei Jahre seit dem 15. Lebensjahr in Dänemark gelebt haben
  • und keine Frührente (førtidspension) oder Seniorenrente beziehen.

Zusätzlich muss ein Antragstellender für einen bestimmten Zeitraum auf dem Arbeitsmarkt tätig gewesen sein:

  • Mindestens 42 Jahre für Personen, die vor 1965 geboren wurden.
  • Mindestens 43 Jahre für Personen, die zwischen 1965 und 1968 geboren wurden.
  • Mindestens 44 Jahre für Personen, die zwischen 1969 und 1970 geboren wurden.

Quelle: FOA