Gesellschaft

Ausgezeichnet: Das macht das Loiter Wasserwerk besser

Techniker steht vor großen blauen Druckbehältern in einem hellen Technikraum.
Michael M. Jensen zeigt die Filteranlage des Loiter Wasserwerks. Im Speicherreservoir lagern bis zu 250 Kubikmeter Trinkwasser.

Das Loiter Wasserwerk wurde als „Wasserwerk des Jahres“ geehrt. Die lokale Gemeinschaft und nachhaltige Initiativen überzeugten die Jury. Der Vorsitzende gewährt Einblicke in das Engagement und seine Wünsche an die Politik – damit das Trinkwasser auch in Zukunft trink- und bezahlbar bleibt.

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Zusammenfassung

  • Das Loiter Wasserwerk wurde als „Wasserwerk des Jahres“ ausgezeichnet.
  • Es überzeugt durch moderne Technik, frühes Handeln und starkes Engagement für Natur und Gemeinschaft.
  • Vorsitzender Michael Jensen fordert klarere politische Regeln zum Grundwasserschutz, damit Trinkwasser langfristig sauber und bezahlbar bleibt.

Diese Infobox wurde mithilfe von KI generiert und von der Redaktion geprüft.

Ein Banner im Ort zeigt: Das Loiter Wasserwerk ist als „Wasserwerk des Jahres ausgezeichnet worden. 

„Wir sind sehr stolz“, sagt Vorsitzender Michael Jensen. Er blickt auf die Filteranlage, die sich hinter den Wänden des Loiter Wasserwerks versteckt. Obwohl sich die Anlage nicht verstecken muss. Computergesteuert wird jeder Produktionsschritt der Trinkwassergewinnung überwacht. 

Für Michael Jensen zählt jedoch vor allem eines: Die Menschen vor Ort haben das Werk selbst für den Preis vorgeschlagen. „Das zeigt uns, dass sie sehen, was wir tun.“

Techniker steht neben geöffneter Pumpenanlage auf Wiese vor kleinem Ziegelgebäude
Das Wasser wird aus einer Tiefe von knapp 60 Metern ins Wasserwerk gepumpt. Vier solcher Brunnen liegen in wenigen Metern Abstand um das Werk.

Mehr als ein Wasserwerk

Was das Wasserwerk besonders macht, zeigt sich nicht nur im Alltag, sondern auch auf einer Wiese. Dort, einige Meter vom Werk entfernt, wo früher ein Acker lag, ist heute ein Treffpunkt für alle. Das Werk kaufte die Fläche, um das Grundwasser zu schützen. Doch dabei blieb es nicht.

Früher lag hier am Ortsrand ein Acker, der bearbeitet wurde. Jetzt gehört das Gelände dem Wasserwerk, das es den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stellt. Seitdem ist ein Naturpark entstanden, der sich fortlaufend weiterentwickelt.

Bürgerinnen und Bürger haben sich zusammengetan, pflanzen dort Bäume, legen Beete an und bauen Insektenhotels. Heute treffen sich dort Familien, Nachbarinnen und Nachbarn zum gemütlichen Schnack in der Natur.

„Wir wollten nicht nur schützen, sondern auch etwas zurückgeben“, sagt Jensen.

Genau dieser Blick aufs Ganze überzeugte auch den Verband der dänischen Wasserwerke. Neben dem Schutz des Grundwassers zählt das Engagement für Natur und Gemeinschaft zu den Gründen für die Auszeichnung.

Michael Jensen ist stolz auf den Titel.

Einsatz über die Grenzen hinaus

Doch nicht nur der lokale Einsatz hat die Jury überzeugt: „Wir haben mit unserem Wissen auf Barsö (Barsø) geholfen, ein Wasserwerk anzulegen“, berichtet der Vorsitzende. „Das war keine kleine Aufgabe“, sagt Jensen. „Aber wir wollten helfen.“

Heute hat Barsö eine moderne Versorgung – auch dank des Einsatzes aus Loit.

Ein weiterer Punkt fällt im Gespräch immer wieder: Das Wasserwerk wartet nicht ab.

Früh handeln statt warten

„Wenn neue Regeln kommen, steigen wir gleich ein“, sagt Michael Jensen. Viele andere warteten bis kurz vor Schluss. In Loit plane man früh, lege Geld zurück und entwickle das Netz Schritt für Schritt weiter.

Das zeigt Wirkung: Das Leitungsnetz wurde erneuert, Wasserverluste gibt es praktisch nicht mehr, moderne Zähler sorgen für Überblick.

Derzeit wird die IT auf Vordermann gebracht: „Wir machen sie gegen Cyberangriffe sicher“, sagt Jensen, der die Aufgabe mit dem Vorstand stemmt. 

Was die Auszeichnung für die Menschen bedeutet

Für die Haushalte vor Ort ändert sich der Alltag kaum sichtbar. Das Wasser bleibt, wie es ist: sauber, geprüft, zuverlässig. Doch die Auszeichnung schafft Sicherheit.

„Die Leute können sehen: Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagt der Vorsitzende. Vertrauen entstehe nicht durch Worte, sondern durch Arbeit – und durch Offenheit. Das Wasserwerk informiert über Website, SMS und Versammlungen. Regelmäßig öffnet es auch die Türen für Besucherinnen und Besucher, so der Loiter. Er sei sicher, dass das für großes Vertrauen sorge.

Hinter den Mauern dieses Gebäudes liegt die Technik des Wasserwerks. Im Jahr werden von dort aus rund 160.000 Kubikmeter Wasser ins Loiter Netz gespeist.

Blick hinter den Hahn

Wie viel Arbeit hinter einem Glas Wasser steckt, wird im Gespräch deutlich: Das Wasser wird aus der Tiefe geholt, gefiltert, belüftet und gespeichert. Täglich fließen große Mengen durch das System.

Und doch bleibt eine zentrale Botschaft: Das Wasser ist ein Naturprodukt.

„Viele glauben, Flaschenwasser sei besser“, sagt Jensen. „Aber unser Wasser enthält genau die Mineralien, die der Körper braucht.“ Das könne Flaschenwasser nicht bieten.

Das Loiter Wasser liegt recht sicher unter einer Schicht aus Lehm. Und trotzdem können auch dort hindurch Schadstoffe dringen und es belasten. „Das dauert zwar länger als bei anderen Wasserwerken, aber auch wir könnten es in einigen Jahren merken“, sagt Michael Jensen. Dann müsse mehr gefiltert werden. Und das sei teurer.

Das Bildschirmfoto zeigt die Hauptleitungen des Loiter Wassernetzes. Solche Überblicke sind auf der Internetseite des Wasserwerrks zu finden. Dort gibt es viele weitere Infos zur Arbeit um und mit dem Trinkwasser.

Wunsch an die Politik: klarere Linie beim Schutz des Grundwassers

Bei aller Freude über die Auszeichnung richtet Michael Jensen deshalb den Blick auch nach vorn – und dabei klar an die Politik. Aus seiner Sicht fehlt es vor allem an einer klaren, übergeordneten Linie beim Umgang mit möglichen Gefahren für das Grundwasser.

„Wir brauchen einen besseren Überblick und eine klare Planung, unter anderem wo belasteter Boden hinkommt – und vor allem, wo nicht“, sagt er. Es dürfe nicht passieren, dass potenziell problematische Projekte in Gebieten landen, die für die Trinkwasserversorgung wichtig sind.

Kritisch sieht er, dass Zuständigkeiten oft auf verschiedene Ebenen verteilt sind. Kommune, Region und Staat arbeiteten nicht immer eng genug zusammen. „Da geht manchmal der rote Faden verloren“, so Jensen. Er wünscht, dass die Zuständigkeit bei den Regionen liege und nicht mehr in kommunaler Verantwortung. 

Das würde mehr Abstimmung, frühere Einbindung von Fachleuten – und Entscheidungen, die den Schutz des Trinkwassers konsequent in den Mittelpunkt stellen, bedeuten, sagt er. „Am Ende geht es um etwas Grundlegendes: sauberes Wasser für alle – auch in vielen Jahren noch.“

Ein Teil des Erfolges liegt bei den Menschen

Michael Jensen wird deutlich, wenn er nach Tipps gefragt wird:

  • Keine Spritzmittel im Garten nutzen. Viele unterschätzen, wie stark private Flächen das Grundwasser belasten können.
  • Autos in der Waschhalle reinigen, statt zu Hause. So gelangen weniger Schadstoffe in den Boden.
  • Bewusst mit Chemie umgehen. Reinigungsmittel, Medikamente oder andere Stoffe können langfristig Spuren im Wasser hinterlassen. Sie müssen gesondert entsorgt werden.

„Das, was wir heute in den Boden bringen, sehen wir vielleicht erst in 20 oder 30 Jahren“, sagt er.

Dass das kleine Wasserwerk aus Nordschleswig landesweit auffällt, hat Gründe.

„Wir versuchen einfach, es so gut wie möglich zu machen. Wir setzen Vorgaben dann um, wenn sie beschlossen werden. Das gibt uns einen großen Vorsprung. Und: Investitionen lohnen sich“, sagt Michael Jensen.