Umwelt

Auf dem Acker gespritzt, im Wasser entdeckt: Hadersleben hat ein Problem mit Trinkwasser

Das Wasserwerk Eskærhøj: Es liegt im Einzugsgebiet der PFAS-Verunreinigung. Im Vorjahr waren die Trinkwasserproben dort unauffällig.

Fast jede zweite Trinkwasserbohrung in der Kommune Hadersleben weist Pestizidrückstände auf. Das zeigt, wie stark das Grundwasser belastet ist. Vor einem Jahr lag der Anteil bei 38 Prozent – inzwischen sind es 44 Prozent.

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Zusammenfassung

  • In der Kommune Hadersleben sind inzwischen 44 Prozent der Trinkwasserbohrungen mit Pestiziden belastet.
  • Auch andere nordschleswigsche Kommunen und ganz Dänemark verzeichnen hohe Anteile verunreinigter Bohrungen, teils über den Grenzwerten.
  • Ursachen sind vor allem Landwirtschaft mit Pestiziden und Nitrat sowie zusätzliche PFAS-Belastungen.

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In der Kommune Hadersleben (Haderslev) fanden sich in 44 Prozent der untersuchten Trinkwasserbohrungen Pestizidrückstände. Die Umweltabteilung stellte zwischen 2020 und 2025 insgesamt 80 aktive Bohrungen auf den Prüfstand. In 35 Fällen stieß sie auf Rückstände – in elf lagen die Werte über dem Grenzwert.

Schon vor einem Jahr lag der Anteil belasteter Bohrungen bei 38 Prozent. Damals sagte Kommunalpolitiker Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei: „Jetzt kriegen wir die Quittung für einen unbeschwerten Umgang mit Chemikalien in den vergangenen Jahrzehnten.“

Kein Einzelfall

Das Problem endet nicht an der Kommunengrenze. Auch in den nordschleswigschen Nachbarkommunen prägt die Landwirtschaft weite Teile der Nutzflächen. Nach Berechnungen von Danmarks Naturfredningsforening (DN) liegt der Anteil konventionell bewirtschafteter Flächen in der Kommune Hadersleben bei 58 Prozent. In Apenrade (Aabenraa) sind es 57 Prozent, in Tondern (Tønder) 56 Prozent – in Sonderburg (Sønderborg) sogar 63 Prozent.

So sieht es in ganz Dänemark aus

Der Blick auf Dänemark spiegelt den nordschleswigschen Trend wider: In 55,2 Prozent der Trinkwasserbohrungen wiesen die Umweltbehörden Pestizidrückstände nach, in 13,8 Prozent lagen die Werte über dem Grenzwert.

Die Wasserwerke reagieren: Sie mischen Wasser aus verschiedenen Bohrungen, um die Belastung zu senken. Das betrifft laut Umweltministerium mindestens jedes zehnte Wasserwerk.

Was ins Wasser gelangt, kommt vom Acker

Nach Angaben der Umweltschutzorganisation wird ein Großteil der konventionell bewirtschafteten Flächen regelmäßig mit Pestiziden behandelt. Auch Nitrat aus der Düngung gelangt ins Grundwasser. Eine dänische Registerstudie auf Basis nationaler Gesundheitsdaten zeigt, dass erhöhte Nitratwerte im Trinkwasser mit einem höheren Risiko für Darmkrebs verbunden sein können – teilweise bereits unterhalb des Grenzwerts.

PFAS – das Tüpfelchen auf dem „i“

Es bleibt nicht bei Pestiziden. In der Kommune Hadersleben belastet überdies die „Ewigkeitschemikalie“ PFAS das Grundwasser, unter anderem durch Löschschaum auf dem Militärflugplatz Skrydstrup. Diese Stoffe bauen sich kaum ab.

Damit treffen in der Kommune gleich zwei Probleme aufeinander: aktuelle Einträge aus der Landwirtschaft und Altlasten aus früherer Nutzung. Ein Teufelskreis: Was ins Erdreich gelangt, kommt zurück – im Trinkwasser.