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Befreiungsschlag zur rechten Zeit

Befreiungsschlag zur rechten Zeit

Befreiungsschlag zur rechten Zeit

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Horsens
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SønderjyskE-Jubel nach dem erlösenden Tor. Foto: Bo Amstrup/Ritzau Scanpix

Die SønderjyskE-Fußballer können doch noch gewinnen. Die Hellblauen standen mit einem Bein schon in den Playoff-Spielen gegen den Abstieg, haben aber mit dem hart erkämpften 1:0-Sieg in Horsens den ersten Schritt gemacht, den Kopf noch einmal aus der Schlinge zu ziehen.

Der Jubel war grenzenlos, als der eingewechselte Innenverteidiger Thomas Juel-Nielsen in der 79. Minute nach einem Torwartfehler zum erlösenden 0:1 abstaubte. Ein Tor und ein Sieg, die die Ausgangsposition im Abstiegskampf dramatisch ändert.

SønderjyskE hat am letzten Spieltag zu Hause gegen Vejle Boldklub noch die Chance auf den Top-2-Zug aufzuspringen, wenn die Hellblauen einen Punkt mehr holen als Horsens gleichzeitig in Aarhus gegen AGF.

Zwei Stunden nach dem Sieg in Horsens durften sich die Hellblauen ein weiteres Mal freuen, denn auf den letzten Platz können sie nicht mehr abrutschen. Vejle Boldklub verlor das Heimspiel gegen AGF 2:4 und muss zwei Playoff-Duelle gegen den Vierten der anderen Gruppe (derzeit Hobro) absolvieren. Der Verlierer steigt direkt ab, der Sieger erhält noch eine zweite Chance gegen den Tabellenzweiten der 1. Division. Weitaus größere Chancen hat der Tabellendritte, der sich in zwei Playoff-Duellen gegen den Dritten der anderen Gruppe (derzeit Vendsyssel) retten kann und im Falle eines Misserfolgs eine zweite Chance gegen den Tabellendritten der 1. Division hat.

Der erlösende Sieg in Horsens wurde aber teuer bezahlt, denn SønderjyskE muss vermutlich lange ohne den Kapitän auskommen. Marc Pedersen schied Mitte der ersten Halbzeit mit Verdacht auf Kreuzbandriss aus.

Marc Pedersen musste mit einer Knieverletzung vom Platz getragen werden. Foto: Bo Amstrup/Ritzau Scanpix

Es war das erwartet schlechte Fußballspiel zwischen zwei Mannschaften, die lange nicht mehr gewonnen hatten. Ein Freistoß-Festival voller Intensität, Zweikämpfen, Unterbrechungen und Standardsituationen.

AC Horsens spielte mit angezogener Handbremse, die Angst vor der Niederlage war größer als der Wunsch zu gewinnen. Die Gastgeber wollten mit einer vielbeinigen Defensive den einen Punkt sichern, der mit großer Wahrscheinlichkeit den Klassenerhalt bedeuten würde. Nur bei Standardsituationen wagten sie sich nach vorne.

Glen Riddersholm ließ seine Mannschaft erstmals in einer 3-5-2-Formation auflaufen. Niki Zimling stand nach langer Verletzungspause zum ersten Mal seit Dezember wieder in der Startelf. SønderjyskE machte das Spiel, hatten aber große Probleme, das Abwehrbollwerk zu knacken.

Erst kurz vor der Halbzeitpause kamen die Gäste zu ihrer ersten Chance, doch Mart Lieder vergab aus vier Metern Entfernung mit einem verkorksten Abschluss.

Riddersholm nahm in der letzten halben Stunde zwei offensive Einwechslungen vor, die Horsens-Abwehr ließ sich aber nur selten überlisten. Der Mut wurde letztenendes belohnt. Horsens-Torwart Matej Delaj konnte einen Kopfball von Kees Luijckx nur abklatschen. Thomas Juel-Nielsen reagierte am schnellsten und wurde zum großen Helden.

AC Horsens - SønderjyskE (0:0) 0:1

0:1 Thomas Juel-Nielsen (79.).

AC Horsens: Matej Delac – Peter Nymann, Mads Juel Andersen, Søren Reese (86.: Michael Lumb), Mikkel Qvist – Sebastian Avanzini, Bjarke Jacobsen, Sammy Skytte (79.: Sivert Heltne Nilsen), Mathias Nielsen – Nicolai Brock-Madsen, Kasper Junker (5.: Oliver Drost).

SønderjyskE: Sebastian Mielitz, Stefan Gartenmann, Marc Pedersen (27.: Thomas Juel-Nielsen), Kees Luijckx – Alexander Bah, Christian „Greko“ Jakobsen, Niki Zimling, Eggert Jonsson (60.: Marco Rojas), Nicholas Marfelt – Mart Lieder, Peter Christiansen (71.: Danny Amankwaa).

Gelbe Karten: Oliver Drost, Sammy Skytte, Mathias Nielsen – Alexander Bah, Niki Zimling, Eggert Jonsson.

Schiedsrichter: Jørgen Daugbjerg Burchardt.

Zuschauer: 2.633.

Foto: Bo Amstrup/Ritzau Scanpix
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