Deutsche Minderheit

Zwischen Jungenstreichen und Glauben: Jørgen Bork Hansen zu Gast beim Sozialdienst

Die Sozialdienstvorsitzende Christa Lorenzen (r.) bedankte sich bei Jørgen Bork Hansen für seinen unterhaltsamen Vortrag.

Trotz geringerer Teilnehmerzahl erlebten die Anwesenden einen lebendigen und persönlichen Vortrag von Jørgen Bork Hansen. Der Sohn des bekannten Gauklerpastors Anders Bork Hansen erzählte offen von seiner Kindheit, seiner Familie und seiner tiefen Verbundenheit mit Lügumkloster.

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Zusammenfassung

  • Einen interessanten Montagstreff erlebten die Teilnehmenden mit dem pensionierten Pastor und Autor Jørgen Bork Hansen im Gemeindehaus Lügumkloster.
  • Hansen berichtete humorvoll aus seiner Kindheit, über seine  gläubige Mutter, den als Gauklerpastor bekannten Vater und seine anhaltende Liebe zu klassischer Musik.
  • Zum Abschluss wurde der Referent mit Applaus geehrt, und der Sozialdienst kündigte eine Schlagerparade am 18. Februar sowie einen historischen Vortrag zur dänischen Post am 2. März an.

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Einen interessanten Nachmittag in Gesellschaft von Jørgen Bork Hansen erlebten die Teilnehmenden beim Montagstreff des Sozialdienstes Lügumkloster (Løgumkloster) im örtlichen Gemeindehaus.

Krankheitsbedingt und durch die kalte Witterung fiel der Zuspruch mit 16 Personen geringer aus als üblich bei den Sozialdienstveranstaltungen. 

Der pensionierte Pastor Jørgen Bork Hansen kam nicht nur mit einem Vortrag, sondern er hatte für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer sein Büchlein „Indefra og Indenfor – Mit Løgumkloster“ dabei. 

Seine Begeisterung für Lügumkloster war ausschlaggebend dafür, das Buch zu schreiben. Ein Gefühl, das er gerne anderen weitervermitteln wollte. Das Buch wurde im Frühjahr 2025 vom Refugium in Lügumkloster herausgegeben.

Interessante Ausführungen

„Jørgen Bork Hansen zog uns mit seinen Ausführungen in seinen Bann“, berichtet Sozialdienst-Vorstandsmitglied Georg Thomsen. 

Bork Hansen, Sohn des bekannten Gauklerpastors Anders Bork Hansen, kam 1951 als Fünfjähriger mit seiner Familie nach Lügumkloster. 

Damals hätte sich keines der fünf Kinder vorgestellt, dass mal Jahre später eine Statue von ihrem Vater auf dem Marktplatz stehen würde, wo sie als Erstes Rast machten.

Bork Hansen, der mit drei Brüdern und einer Schwester aufwuchs, würzte seinen Vortrag mit Humor und Anekdoten. 

Lügumklosters ungekrönte Königin

Er erzählte auch über seine Mutter, die sich immer selbst treu blieb. „Ihr Vertrauen in Gott war echt, und man fühlte sich bei ihr geborgen“, so Bork Hansen. 

Sie hätte sich sicher darüber gewundert, dass Postmeister Arne Kristoffersen sie als Lügumklosters ungekrönte Königin bezeichnete, wenn sie durch den Ort radelte. 

Der Gauklerpastor

• Anders Bork Hansen wirkte von 1951 bis 1978 als dänischer Gemeindepastor in Lügumkloster.
• Den Namen als Gauklerpastor hat er sich dadurch erworben, dass er 1953 während des Bartholomäusmarkts (Klostermarkt) einen Gottesdienst für Gaukler und das fahrende Volk durchführte.
 • Der Gauklergottesdienst am Donnerstagabend während des Klostermarkts hat bis in die Gegenwart Bestand.
 • Bork Hansen war nicht nur für den Bau des Refugiums in Lügumkloster die treibende Kraft, sondern er hatte bei den meisten Wahrzeichen des Ortes wie zum Beispiel dem Glockenspiel von Kong Frederik IX., der Hochschule für Pastoren sowie dem Museum Holmen die Finger maßgeblich mit im Spiel.
 • Er verstarb 1993.

Bork Hansen erinnerte sich an eine Episode, als seine Mutter „Fanny Hill“, einen erotischen Briefroman, las, den sie geschickt mit der Zeitung „Kristelig Dagblad“ kaschiert hatte.

Ein ganz besonderer Inhalt

Die Teilnehmenden waren ganz Ohr.

Bei seinem ersten Besuch im Gemeindehaus ließ der Referent die Zuhörenden an Jungenstreichen aus seiner Kindheit teilhaben. Es ging sowohl um solche, die ihm widerfahren waren, als auch um solche, die er selbst ausgeheckt hatte. Etwa als er zur schulärztlichen Untersuchung statt einer Urinprobe Zitronensprudel in den Behälter gefüllt hatte.

Da Anders Bork Hansen immer gern gesungen hatte und meinte, dass die Kinder dies verstärkt tun sollten, gab es zu Weihnachten einen Plattenspieler, und jeden Monat kam per Post eine neue Schallplatte mit klassischer Musik.

Seither ist Jørgen Bork Hansens Faible für klassische Musik ungebrochen, und er hört sie täglich.

Junge Chauffeure hinter dem Steuer

Sein Vater war viel auf Achse, um Vorträge zu halten. Er lockte seine großen Söhne mit, da sie dann auf dem abendlichen Heimweg das Auto lenken durften. 

Etwas, das in der heutigen Zeit undenkbar gewesen wäre, so Jørgen Bork Hansen, da sie nicht im führerscheinreifen Alter waren.

Sein Vater habe über eine außergewöhnliche Arbeitsfähigkeit verfügt. Er beschrieb ihn als offen und zugleich geheimnisvoll. Zudem sei er altmodisch, aber auch neu denkend gewesen.

Die nächsten Veranstaltungen klopfen an

Die Teilnehmenden verabschiedeten den engagierten Jørgen Bork Hansen, der mit seinem Vortrag mehrfach in die Verlängerung ging, mit Applaus, und Vorsitzende Christa Lorenzen überreichte ihm ein Präsent.

Die Sozialdienstmitglieder müssen nicht lange auf die nächste Veranstaltung warten. Schon am Mittwoch, 18. Februar, laden der Sozialdienst und der Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) Ortsverein 6240 gemeinsam zur Schlagerparade mit gemeinsamem Essen ein.

Beim nächsten Montagstreff am Montag, 2. März, 14.30 Uhr, im Gemeindehaus widmet sich Lokalhistoriker Vagn Lauritzen der Geschichte der dänischen Post in Lügumkloster.