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Stau-Schock in Schleswig-Holstein – und eine Verbesserung ist nicht in Sicht

Stau auf deutschen Autobahnen

Die neue ADAC-Bilanz ist ein Albtraum für Pendler: 13.813 Stunden standen Autofahrer in SH 2025 im Stau – deutlich länger als noch ein Jahr zuvor.

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Wer auf Schleswig-Holsteins Straßen unterwegs ist, braucht immer mehr Geduld. Die ADAC-Staubilanz für das Jahr 2025 zeigt eine massive Verschärfung der Lage. Insgesamt 13.813 Stunden standen Autofahrer im Land im vergangenen Jahr still. 

Das entspricht rechnerisch 576 Tagen – ein Anstieg von rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr (9.184 Stunden). Zum Vergleich: Bundesweit stiegen die Staustunden im selben Zeitraum um sieben Prozent an.

Stauentwicklung in Schleswig-Holstein verschärft sich

Auch die Gesamtlänge der Staus im Land wuchs auf stolze 20.702 Kilometer an – ein Plus von 26 Prozent zum Vorjahr (16.465 Kilometer). „Würde man die Staukilometer aneinandereihen, ergäbe das mehr als die Hälfte einer Erdumrundung“, so Rainer Pregla, Sprecher des ADAC Schleswig-Holstein.

Als Hauptursache nennt der ADAC die zunehmende Komplexität der Baustellen. Wenn Fahrbahnen für notwendige Sanierungen auf nur eine Spur verengt werden, bricht der Verkehrsfluss so drastisch zusammen, dass sich Staus heute deutlich langsamer auflösen als früher. 

Besonders kritisch wird es zur Wochenmitte: Mittwochs und donnerstags trifft das hohe Pendleraufkommen auf einen dichten Wirtschaftsverkehr, was die Korridore regelmäßig kollabieren lässt.

Logistikbranche in SH leidet unter hohen Staukosten

Für die regionale Wirtschaft wird der Stillstand zunehmend zum teuren Problem. Thomas Rackow, Geschäftsführer des Logistikverbandes Schleswig-Holstein, warnt vor massiven Folgen für seine Branche. 

Die Verluste lassen sich in harten Zahlen beziffern: Pro Fahrzeug und Stunde im Stau fallen rund 150 Euro für Kraftstoff, Lohn und Abschreibung an. „Ein durchschnittlicher Disponent verliert so täglich zwischen 1.500 und 3.000 Euro pro Tag“, so Rackow.

Er betont, dass diese Mehrkosten letztlich bei den Bürgern ankommen: „Der Gelackmeierte ist am Ende der Kunde.“ Zwar seien die Brücken- und Straßenprojekte angesichts der maroden Infrastruktur unumgänglich, dennoch fordert der Verband eine deutlich schnellere Abwicklung der Baustellen.

Ein Ende der Geduldsprobe ist jedoch nicht abzusehen: Auch für das Jahr 2026 rechnet der ADAC mit einer weiter hohen Verkehrsbelastung auf den Autobahnen im Land. „Eine nachhaltige Entspannung ist kurzfristig nicht in Sicht“, so Pregla.