Forschung

Internetpause steigert Wohlbefinden deutlich

Person liegt entspannt in einer Hängematte und hält ein Smartphone in der Hand.
In einer Studie konnten Versuchspersonen ihr Handy nur zum Telefonieren und SMS-Schreiben benutzen (Symbolbild).

Forschungsergebnisse: Zwei Wochen ohne Internet verbessern Konzentration und Schlaf. Eine US-Studie zeigt, dass der Effekt vergleichbar mit kognitiver Verhaltenstherapie ist.

Veröffentlicht

Zusammenfassung

  • Eine US-Studie zeigt, dass zwei Wochen ohne mobiles Internet Konzentration und Schlaf deutlich verbessern.
  • Teilnehmende durften nur telefonieren und SMS schreiben und berichteten von gesteigerter Aufmerksamkeit, Wohlbefinden und mehr sozialem Miteinander.
  • Der positive Effekt entspricht laut Forschenden einer kognitiven Verhaltenstherapie, wobei die Selbsteinschätzung der Probanden eine Einschränkung der Studie bleibt.

Diese Infobox wurde mithilfe von KI generiert und von der Redaktion geprüft.

Bereits nach zwei Wochen ohne Internet erhöht sich die Konzentration, und der Schlaf wird besser. Das schreibt „Videnskab.dk“

Ein Forschungsteam aus den USA hat untersucht, was mit Menschen geschieht, wenn ihnen die Verbindung zum mobilen Cyberspace abgedreht wird. Bei dem kontrollierten Versuch konnten 500 Personen zwei Wochen lang ausschließlich telefonieren und SMS schreiben. 

Deutlicher Effekt

Die Forscherinnen und Forscher stellten fest, dass sich die Aufmerksamkeit, das Wohlbefinden und die mentale Gesundheit der Teilnehmenden erhöhten. Auch haben sie besser geschlafen. Der Effekt war so groß, dass er einer kognitiven Verhaltenstherapie oder der Einnahme von antidepressiven Medikamenten entsprach. 

Außerdem nahmen sie mehr an sozialem Miteinander teil. 

„Es ist erstaunlich, dass ein kleiner technischer Kniff so starke Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben kann“, sagt Jesper Schmidt-Persson zu „Videnskab.dk“.

Studie mit Begrenzungen

Er erforscht als Postdoc an der Süddänischen Universität die Bedeutung von Bildschirmen für die physische und mentale Gesundheit und hat die neue Untersuchung studiert. Die Ergebnisse entsprächen anderer Forschung in diesem Bereich, seien jedoch auch mit Unsicherheit verbunden. 

„Dennoch gibt die Studie einen guten Einblick, wie groß die Wirkung für unser Wohlbefinden sein kann, wenn wir dauernd mit dem Internet verbunden sind“, so Schmidt-Persson.

467 Personen wurden für die Studie per Los in zwei Gruppen eingeteilt. Im Wechsel hat das Forschungsteam ihr Internet blockiert. Auf ihren Telefonen wurde eine App installiert, die ausschließlich Telefonate und SMS zuließ. Mit stationären Geräten waren sie weiterhin mit dem Netz verbunden.

„Das Design dieser Studie gehört zu den solidesten, die ich gesehen habe,  um Ursache und Wirkung zwischen permanentem Internetzugang und Wohlbefinden zu erforschen“, sagt Schmidt-Persson.

Die Studie habe jedoch auch ihre Begrenzungen. So sind es die Versuchspersonen selbst, die ihr Wohlbefinden einschätzen. Das US-Forschungsteam selbst weist darauf hin, dass einige denken können: Jetzt habe ich etwas Gutes für mich getan, und daher geht es mir jetzt besser.