Lebensgefühl

Wie glücklich macht Geld in Hadersleben?

Was braucht der Mensch, um zufrieden zu sein? Eine aktuelle Analyse geht der Frage auf den Grund (Symbolfoto).

Reicht es, genug zum Leben zu haben? In der Kommune Hadersleben klaffen die Einkommen auseinander – und trotzdem gehört sie zu den Regionen in Dänemark mit der höchsten Zufriedenheit. Das zeigt eine Analyse, die Ungleichheit gepaart mit Lebensqualität erstmals auf den Prüfstand stellt.

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Zusammenfassung

  • Eine CEPOS-Studie zeigt, dass Einkommensungleichheit in dänischen Kommunen angeblich kaum mit der Lebenszufriedenheit zusammenhängt.
  • Hadersleben liegt beim Gini-Wert im dänischen Mittelfeld, erreicht aber eine überdurchschnittlich hohe Zufriedenheit der Einwohner.
  • Nachbarkommunen sind etwas weniger zufrieden, während landesweit extreme Unterschiede von Gentofte bis Halsnæs sichtbar werden.

Diese Infobox wurde mithilfe von KI generiert und von der Redaktion geprüft.

Die überraschende Botschaft vorweg: Geld allein macht nicht glücklich. Aber Ungleichheit offenbar auch nicht unzufrieden.

Gini – was?

Diese Erkenntnisse stammen aus einer aktuellen Studie des Thinktanks CEPOS. Sie vergleicht die Einkommensverteilung in den 98 dänischen Kommunen – gemessen am sogenannten Gini-Wert. Der liegt zwischen 0 und 100, wobei 0 für völlige Gleichverteilung steht. 100 bedeutet, einer verdient alles. In der Realität liegen die Werte irgendwo dazwischen.

Die Kommune Hadersleben kommt auf 25,5. Das entspricht ziemlich genau dem dänischen Durchschnitt. Dennoch: Viele Menschen hier sind mit ihrem Leben laut Analyse zufrieden. Im landesweiten Vergleich reicht das für Platz 24. Werden Alter, Bildung und Einkommen einberechnet, klettert Hadersleben auf Platz 16.

Ein Blick zu den Nachbarn

Auch die nordschleswigschen Nachbarkommunen schneiden gut ab, allerdings herrscht dort mehr Ungleichheit. In Sonderburg (Sønderborg) liegt der Gini-Wert bei 28,2, in Tondern (Tønder) bei 28,0, in Apenrade (Aabenraa) bei 27,3. Bei der Lebenszufriedenheit bleiben alle drei etwas hinter Hadersleben zurück.

Gleich, ungleich – ganz egal?

Der landesweite Vergleich macht deutlich: Die Unterschiede bei den Einkommen in Dänemark sind groß. In Gentofte ist die Ungleichheit so hoch wie in Costa Rica. Halsnæs liegt dagegen auf dem Niveau von Slowenien, einem der Länder mit gleichmäßiger Verteilung. Das Fazit von CEPOS: Die Einkommensverhältnisse in der Kommune sagen kaum etwas darüber aus, wie zufrieden die Menschen sind.

Was macht den Unterschied?

 Wenn Zufriedenheit nicht vom Geld abhängt – wovon dann? Darauf gibt die Studie keine schlüssige Antwort. Doch vieles spricht dafür, dass das Umfeld entscheidend ist: Wie läuft der Alltag? Gibt es soziale Netze, kulturelle Angebote, Natur vor der Tür? Auf die Domstadtkommune scheint das in hohem Maße zuzutreffen. Viele Menschen hier sagen: Das passt schon!

Liberale Argumente gegen wachsende Ungleichheit

CEPOS nutzt die Ergebnisse, um Warnungen vor wachsender Ungleichheit zu relativieren. Der liberal ausgerichtete Thinktank argumentiert, dass Unterschiede bei den Einkommen nicht automatisch zu geringerer Lebenszufriedenheit führen. Die Zahlen liefern dafür Anhaltspunkte. Wie stark sie politisch gewichtet werden, bleibt umstritten.