Wort zum Sonntag

Mit Gefühl! 7-Wochen ohne Härte

Ein schlichtes Holzkreuz ragt vor einem strahlend blauen Himmel mit lockeren Wolkenformationen in die Höhe.
„Der Nordschleswiger“ veröffentlicht jedes Wochenende ein Wort zum Sonntag.

Empathie: Die Fastenaktion der Evangelischen Kirche widmet sich dem Mitgefühl. In der vierten Passionswoche steht das Erkennen und Lindern von Leid im Fokus. Anke Krauskopf über kleine Gesten, die den Alltag bereichern.

Veröffentlicht

Wort zum Sonntag

Mit dem Wort zum Sonntag richten sich im Wechsel die Pastorinnen und Pastoren der Nordschleswigschen Gemeinde der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, der deutschsprachigen Gemeindeteile der dänischen Volkskirche und der deutschsprachigen Gemeinde in Kopenhagen an die Leserinnen und Leser des „Nordschleswigers“. Es stellt keine Stellungnahme der Redaktion dar.

Sehnsucht, Weite, Verletzlichkeit, Mitgefühl, Nachfragen, Sanfte Töne, Furcht und große Freude.

Die Fastenaktion der Evangelischen Kirche in Deutschland hat sich auch dieses Jahr wieder auf einen spirituellen Passionsweg begeben mit einem Themenschwerpunkt in jeder Passionswoche. In dieser 4. Woche der Passionszeit ging es um Mitgefühl.

„Mitgefühl (engl. compassion) ist die Fähigkeit, Leid bei anderen zu erkennen, es emotional nachzuvollziehen und den aufrichtigen Wunsch zu verspüren, dieses zu lindern“ so die Definition im Internet. Während Mitleid oft als herablassend empfunden wird, erscheint echtes Mitgefühl aktiv und findet auf Augenhöhe statt.

Wenn ihr zurückblickt auf die vergangene Zeit, gab es eine Situation, Menschen in eurer Nähe in oder mit denen ihr besonders mitgefühlt habt?

Ich war zuletzt recht häufig bei Trauernden zu Besuch. Was mir immer sofort aufgefallen ist, waren die vielen schönen bunten Blumensträuße von Freunden und Nachbarinnen, die die Räume im Trauerhaus schmückten. Ein Zeichen von Anteilnahme. Manchmal kamen spontan Menschen vorbei, um ihr Mitgefühl persönlich auszudrücken. Du bist nicht allein. Ich bin für dich da. Mich berührt es mitzuerleben, mit welcher Selbstverständlichkeit sich Menschen umeinander kümmern, wenn es nötig ist.

„Eure Liebe soll aufrichtig sein. Verabscheut das Böse und haltet am Guten fest. (…) Freut euch mit den Fröhlichen. Weint mit den Weinenden.“ (Röm. 12, 9.15), schreibt Paulus nach Rom.

Wir können die verbleibenden Wochen auf dem Weg nach Ostern mit unserem Mitgefühl füllen.

Wir können unseren Mitmenschen aktiv zuhören, ohne sofort Lösungen parat zu haben. Wir können uns aufrichtig interessieren für ihr Befinden oder die Floskel „wie geht´s dir“ unterlassen.

Kleine Taten der Freundlichkeit und Unterstützung im Alltag machen einen Unterschied., z.B. sich mit einem Lächeln begegnen auf der Straße – einfach so. Jemandem an der Kasse den Vortritt lassen. Dem Obdachlosen ruhig mal eine Zeitung abkaufen. Dem gestressten Personal im Pflegeheim mal Schokolade vorbeibringen, einfach so. Es gibt viele kleine Gesten des Mitgefühls, die unser Miteinander im Alltag liebevoller machen können. Wir müssen bloß wollen.

Gesegneten Sonntag.