ZUSCHRIFT

Mein Ziel: Vertrauen stärken, Beteiligung öffnen

Stephan Kleinschmidt (Archivbild)

Stephan Kleinschmidt, Kandidat für den Hauptvorsitz des Bundes Deutscher Nordschleswiger, setzt auf Vertrauen in die bestehenden demokratischen Strukturen der Minderheit und wirbt gleichzeitig für mehr Beteiligung und neue Mitmachformate.

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Zuschriften

Dieses ist eine Zuschrift. Leserinnen und Leser können sich auf diese Weise auf die Berichterstattung des „Nordschleswigers” beziehen und ihre Sicht der Dinge schildern. Die hier geäußerten Ansichten und Meinungen geben nicht unbedingt die Haltung der Redaktion wieder.

Der Artikel im „Nordschleswiger“ vom 4. März über die anstehende Delegiertenversammlung greift eine Frage auf, die in Teilen der Minderheit diskutiert wird: Wie bilden sich Meinungen – und wie kommen Delegierte zu ihrer Entscheidung? Dass dabei auch über Netzwerke, Gespräche und Abstimmungen im Vorfeld gesprochen wird, gehört zu einer lebendigen demokratischen Kultur. Wichtig ist mir der Blick auf das Ganze. Die Delegiertenversammlung ist das höchste Gremium unserer Minderheit. Rund 200 Delegierte werden nach Tingleff (Tinglev) entsandt. Sie repräsentieren unterschiedliche Vereine und Einrichtungen sowie verschiedene Lebensrealitäten. Diese demokratisch legitimierte Vielfalt ist eine große Stärke unserer Minderheit.

In den vergangenen Wochen habe ich bei zahlreichen Orts- und Bezirksvereinen meine Ideen vorgestellt und viele Gespräche geführt. Diese Begegnungen waren offen, konstruktiv und von großem Verantwortungsbewusstsein geprägt. Sie haben meinen Eindruck bestätigt: Unsere Strukturen funktionieren. Ich habe großes Vertrauen in die bestehenden Prozesse, in unsere Gremien und vor allem in die Delegierten selbst. Diese Gespräche werde ich in den kommenden Wochen und Monaten fortführen. 

Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass wir mehr Beteiligung wagen müssen und die ganze Minderheit stärker aktivieren sollten. Engagement muss leichter zugänglich und attraktiver werden. Neue Mitmach-Formate und niedrigschwellige Wege können helfen, mehr Menschen für Verantwortung und öffentliche Debatten zu gewinnen.

Dabei sollten wir offen darüber sprechen, ob und wo unsere demokratischen Prozesse weiterentwickelt werden können – etwa im Spannungsfeld zwischen repräsentativen Strukturen und stärker basisorientierten Beteiligungsformen. Solche Fragen verdienen gemeinsame Beratung und sorgfältige Abwägung in der Minderheit. Dieser Aufgabe möchte ich mich – sollte ich zum Hauptvorsitzenden gewählt werden – gerne annehmen.

Eine starke Minderheit lebt vom Füreinander. Die Delegiertenversammlung ist dafür ein zentraler Ort unseres „Minderheiten-Wir“ und verdient Vertrauen und weitere Stärkung.

Stephan Kleinschmidt, Kandidat für den Hauptvorsitz des Bundes Deutscher Nordschleswiger