Deutsche Minderheit

Schleswigsche Partei: Erwin Andresen neuer Vorsitzender

Zwei ältere Männer stehen lächelnd in einem gut besuchten Gemeinschaftsraum.
Erwin Andresen (links) löst Rainer Naujeck an der Spitze der Schleswigschen Partei ab.

Der einzige Kandidat für den Vorsitz der Schleswigschen Partei wurde von den 68 Stimmberechtigten ins Amt gewählt. Rainer Naujeck als bisheriger Vorsitzender verabschiedete sich in Tingleff. Auch die beiden Kandidatinnen für die beiden Stellvertreterposten können sich auf neue Aufgaben freuen.

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Zusammenfassung

  • Erwin Andresen ist mit großer Mehrheit zum neuen Vorsitzenden der Schleswigschen Partei gewählt worden.
  • Er setzt auf enge Zusammenarbeit mit Verbänden und BDN sowie eine klarere kommunalpolitische Profilierung der SP.
  • Mit den neuen Stellvertreterinnen Randi Damstedt und Dorthe Andresen soll ein dreiköpfiges Führungsteam die Partei strategisch neu ausrichten.

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Erwin Andresen hatte seine Kandidatur für den Vorsitz der Schleswigschen Partei (SP) im Januar angekündigt, am Mittwochabend wurde er auf der Hauptversammlung in Tingleff (Tinglev) mit deutlicher Zustimmung als Nachfolger von Rainer Naujeck gewählt. Er war der einzige Bewerber auf den Vorsitz. 

Von den 68 Stimmberechtigten votierten 66 für Andresen. Zwei Stimmen waren ungültig. 

Erwin Andresen aus Uk (Uge) will in Zukunft in engerem Austausch mit den Verbänden und dem Bund Deutscher Nordschleswiger stehen – in Bezug auf den Mehrwert für die Minderheit, aber auch auf den Mehrwert für die Kommunen. Dabei steht für den neuen Vorsitzenden die Gleichberechtigung im Vordergrund. „Meine Stärken liegen in der kommunalpolitischen Arbeit“, so Andresen. Auch als Regionalpartei müsse sich die SP wieder positionieren.

„Ich bin eine Persönlichkeit, die sich stets um Zusammenarbeit bemühen wird“, so Erwin Andresen in seiner Bewerbungsrede. „Die Motivation, sich für den Vorsitz zu bewerben, kam kurz nach der Kommunalwahl“, so Andresen. Das Engagement in der SP sei ausschlaggebend gewesen. Den „guten Geist“ habe er in die Gespräche um die Findung eines neuen Vorsitzes mitgenommen. Die Absprache, dass sich der neue Vorsitzende die Aufgaben mit seinen Stellvertreterinnen teilt, sei ein weiterer Grund gewesen.

Rainer Naujeck stand seit April 2022 kommissarisch an der Spitze der SP. Der 70-Jährige hatte in der Vergangenheit angekündigt, den Vorsitz nur bis zum Frühjahr 2026 ausüben zu wollen. Die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Arno Knöpfli (SP Sonderburg) und Christian Andresen (SP Tondern) komplettierten den bisherigen Vorstand.

Zwei Stellvertreterinnen gewählt

An Erwin Andresens Seite rücken Dorthe Andresen aus Nolde und Randi Damstedt aus Tondern (Tønder) als Stellvertreterinnen. 

Drei Menschen stehen nebeneinander in einem beleuchteten Veranstaltungsraum.
Der neue Vorsitz der Schleswigschen Partei: Vorsitzender Erwin Andresen mit den Stellvertreterinnen Randi Damstedt (links) und Dorthe Andresen.

Randi Damstedt wird mit 65 Stimmen bei drei ungültigen Stimmen als Stellvertreterin gewählt. Die 50-Jährige ist seit 2022 Stadtratsmitglied in Tondern und möchte künftig dazu beitragen, politische Schwerpunkte klarer zu setzen und die Arbeit der Partei praxisnah und wirksam zu gestalten und mit neuen Ideen beizutragen.

In der SP zu Hause

Die gebürtige Nordjütin lebt heute in Nordschleswig und arbeitet als Lehrerin am Tønder Gymnasium. Warum sie kandidiert? „Ich fühle mich in der SP zu Hause.“ Die Partei habe eine gewichtige Stimme für viele Menschen in Nordschleswig. Sie hoffe auf mehr Austausch – etwa bei den Inhalten wie grüner Energie, Zugezogene sowie der Umstrukturierung des Arbeitsmarktes und beim Thema nachhaltiger Tourismus. Auch die Zusammenarbeit mit dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW) sei ein wichtiger Punkt.  

Zwei Frauen sprechen miteinander vor einem Innenraum mit Werbebanner.
Dorthe Andresen (links) und Randi Damstedt sind neue Stellvertreterinnen.

Junge Stimme mit Verantwortung 

Dorthe Andresen wird mit 65 Stimmen bei drei ungültigen Stimmen gewählt. Die Nolderin kandidiert, weil sie an die Zukunft der SP glaubt. „Politik gehörte bei uns schon immer dazu“, so die 21-Jährige über ihre Motivation, sich für den stellvertretenden Vorsitz zu bewerben. 

Der Landwirtin ist es wichtig, dass auch junge Stimmen Verantwortung übernehmen, neue Perspektiven einbringen und gemeinsam mit Erfahrungsträgerinnen und Erfahrungsträgern die Partei weiterentwickeln. „Ich habe Lust, Verantwortung zu übernehmen.“

Das Dreiergespann soll sich künftig die Aufgaben teilen – die Vertretung der Partei nach außen, die Organisation und strategische Fragen. Erwin Andresen will das Profil der SP schärfen und den Mehrwert der Partei deutlicher nach innen und außen zeigen. „Warum ist die SP da? Was kann sie in der Kommunalpolitik leisten? Und was kann die Minderheit für die Kommunen beitragen?“ sind Fragen, die das neue Trio beantworten muss. 

Alte und neue Gesichter im erweiterten SP-Vorstand

Als frei gewählte Mitglieder komplettieren Käthe Nissen, Jens Klepper, Lorena Otto Pedersen und Christel Leiendecker den neuen SP-Vorstand. 

Für den SP-Regionsausschuss wurden Gösta Toft, Hans-Iver Kley, Tilo Klasse und Ursula Petersen gewählt.