Schleswigsche Partei

Naujeck-Abschied: „Ich habe mich nie als Notnagel gefühlt“

Rainer Naujeck dankte am Mittwochabend als Vorsitzender der Schleswigschen Partei ab.

Der langjährige Vorsitzende Rainer Naujeck hat nach vier Jahren Bilanz gezogen. Naujeck betont die Erfolge der Partei trotz Herausforderungen. Ein Rückblick auf seine Amtszeit und die politischen Entwicklungen.

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Zusammenfassung

  • Rainer Naujeck tritt nach vier Jahren als Vorsitzender der Schleswigschen Partei ab und blickt selbstbewusst auf seine Amtszeit zurück.
  • Er betont, sich nie als „Notnagel“ gefühlt zu haben, und verweist auf die Einbindung der vier Kommunalvorsitzenden sowie viele aufgegriffene politische Themen.
  • Zu den Erfolgen zählt er unter anderem über 40.000 gepflanzte Bäume, die enge Zusammenarbeit mit dem SSW und den Zugewinn von Mandaten bei der Kommunalwahl 2025.

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Gut gelaunt wie immer und die obligatorischen Zigaretten in der Brusttasche: Rainer Naujeck verabschiedete sich am Mittwochabend im LHN-Center in Tingleff (Tinglev) als Vorsitzender der Schleswigschen Partei, der Partei der deutschen Minderheit in Nordschleswig. 

Aber nicht ohne kritische Worte, denn vor allem dafür ist der 70-jährige pensionierte Lehrer aus Gravenstein (Gråsten) auch bekannt: Er hält sich mit Kritik nicht zurück, positioniert dabei aber selten sich selbst, sondern stets „seine“ Partei.

Eingesprungen als Nachfolger

2022 gelang es der SP nicht, einen Nachfolger für Carsten Leth Schmidt als SP-Vorsitzender zu finden. Rainer Naujeck sah sich als zweiter Vorsitzender in der Pflicht, und „Der Nordschleswiger“ bezeichnete ihn als „Notnagel“ und „Lückenbüßer“.

„So habe ich es aber nie gefühlt“, so Naujeck, der später im Nachrichtenmedium der Minderheit auch als „Schweizermesser“ anerkannt wurde.

Mit ins Boot holte die SP damals, so Naujeck in seinem letzten Bericht als Vorsitzender, die vier Kommunalvorsitzenden der Schleswigschen Partei – eine „richtige Entscheidung“ – denn es war im Nachhinein mehr als nur ein Notplan.

Bandbreite von politischen Themen

In den vergangenen vier Jahren hat die Schleswigsche Partei eine breite Palette politischer Themen auf die Tagesordnung gesetzt.

Dauerbrenner wie die Grenzkontrollen und der schlechte Zustand der Flensburger Förde lassen Naujeck nicht los. Darüber kann er sich immer noch aufregen – und wird es auch, bis es Lösungen gibt.

Aber es gibt bei Naujeck auch viele Gründe zur Freude: 

Die Schleswigsche Partei hat inzwischen über 40.000 Bäume gepflanzt – einen für jede Stimme, die die SP bei den Kommunalwahlen erhalten hat.

Eine engere Zusammenarbeit mit der Partei der dänischen Minderheit in Südschleswig, dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW) – die beiden Minderheitenparteien seien oft auf derselben Wellenlänge, so Naujeck.

Oder die Medienaufmerksamkeit wegen einer „kleinen, dusseligen deutsch-dänischen Parkscheibe“.

Rückblick auf die Kommunalwahlen

Am besten in Erinnerung bleibt die Kommunalwahl im November 2025. Die SP steigerte sich von 10 auf 12 Kommunalvertreterinnen und -vertreter.

„Klasse“, kommentierte Naujeck, auch wenn die Ergebnisse in den vier Kommunen unterschiedlich ausfielen: ein großes Plus und acht Mandate in Tondern (Tønder), eine kleine Verbesserung in Hadersleben (Haderslev), ein zu erwartender Rückschlag in Sonderburg (Sønderborg) nach dem Rückzug von Stephan Kleinschmidt, und eine herbe Enttäuschung mit einem Minus von 500 Stimmen in Apenrade (Aabenraa).

Aber überall sei die SP in den Kommunalräten vertreten, und es sei gelungen, einen Sitz im einflussreichen Finanzausschuss zu ergattern.

Bürgermeisterposten als Krönung

Die Krönung: Nach den nächtlichen Verhandlungen kam Jørgen Popp Petersen von der Schleswigschen Partei „als Erster die Treppe runter“ und präsentierte sich als alter und neuer Bürgermeister. „Trotz der Hetze gegen dich“, kommentierte Rainer Naujeck.

„Wir haben uns in den vier Jahren inhaltlich weiterentwickelt, und wir werden es weiter tun, denn Politik ist ein ständiger Erneuerungsprozess – wir wissen heute nur nicht, wo der Weg hinführt.“