Kulturgeschichte

Zwischen Farbe, Geschichte und Zukunft: Kirche öffnet wieder ihre Türen 

Holztüren einer weißen Kirche stehen offen, davor liegen Planen und ein Farbeimer.
Arbeiten im Endspurt. Am Sonntag werden die Malutensilien weg sein, wenn sich die Türen der Dorfkirche für einen Festgottesdienst öffnen.

Nach 20 Monaten Zwangspause kehrt das Leben in die Kirche von Osterhoist zurück. Modernisiert und zugleich originalgetreu restauriert, verbindet sie nun jahrhundertealte Geschichte mit neuen Anforderungen.

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Zusammenfassung

  • Die Dorfkirche in Osterhoist aus dem 13. Jahrhundert ist nach umfassender Restaurierung  fertiggestellt.
  • Kalkmalereien, Orgel, Beleuchtung und Barrierefreiheit wurden erneuert, während das Taufbecken einen neuen Platz erhalten hat.
  • Nach 20 Monaten Schließung wird die Kirche am 19. April mit einem Gottesdienst offiziell wiedereröffnet.

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 „Es ist echt gut geworden“, sagt Jes Nørgaard Jessen. Der Vorsitzende des Kirchengemeinderats in Osterhoist (Øster Højst) ist froh, dass sich die aufwendige Restaurierung der Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert dem Ende zuneigt.

Wenige Tage vor der offiziellen Wiedereröffnung liegt beim Betreten des Waffenhauses, das 1750 im Barockstil gebaut wurde, der Duft von Farbe in der Luft. Dort erhalten die Türen einen neuen Anstrich. 

Einige Schritte weiter präsentieren sich die Kalkmalereien im Deckengewölbe nun weitaus deutlicher. Und was an der Decke und den Wänden weiß sein soll, ist jetzt auch wirklich weiß und nicht durch Kerzenruß gräulich verfärbt.

Blick durch das Kirchenschiff mit Holzbänken, bemalten Gewölben und Orgel im Hintergrund.
Das restaurierte Kirchenschiff in Osterhoist: Die Bänke erhielten einen neuen Anstrich.
Kirchenschiff mit bemaltem Gewölbe, Holzbänken und Kronleuchtern, Person geht zum Altar.
Ein Blick in die Kirche vor der Restaurierung (Archivfoto)

Am umfangreichsten sei die Restaurierung der Kalkmalereien gewesen. 

„Die zwei Expertinnen, die 200 Tage hier am Werk waren, haben eine schöne Arbeit geleistet“, so Jes Nørgaard Jessen, während er im Altarraum nach oben blickt. Dort gibt es wie bei der Orgel außerdem neue Kronleuchter.

Die Orgel wurde renoviert

Auch für die Orgel gab es eine Überholung. „Sie wird morgen noch das letzte Mal gestimmt. Dann muss es hier drinnen mucksmäuschenstill sein“, erzählt Jessen.

Nach den Arbeiten der vergangenen Monate muss das Instrument auch nicht mehr mit einer Plane vor herunterfallendem Putz und anderen Dingen geschützt werden.

Und während die Tonanlage der Kirche installiert wird, müssen die Feuerlöscher noch ihren Platz finden. Zudem warten die Kerzenständer darauf, wieder auf dem Altar positioniert zu werden.

Mann betrachtet ein steinernes Taufbecken mit Metallkanne in einer hellen Kirche.
Jes Nørgaard Jessen zeigt, dass das Taufbecken seinerzeit andere Farben gehabt hat.

Total restauriert schaut die Figur der Maria im Chor nun auf die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher. Direkt vor ihren Augen das Taufbecken aus der romanischen Zeit. 

Taufbecken für alle erreichbar

Wegen der Barrierefreiheit ist das Taufbecken vom höher liegenden Altarraum in den Chor gezogen. Um Platz zu machen, gibt es dort jetzt ein paar Kirchenbänke weniger.

Jessen hebt die Besonderheit des Taufbeckens vor. Ähnlich wie bei ungefähr 20 weiteren Taufbecken in den landesweit etwa 2.200 Kirchen lasse sich nachverfolgen, dass es in drei verschiedenen Farben gemalt gewesen sei. 

Innenraum einer Kirche mit Taufbecken, Marienfigur, Altar und Leiter während Restaurierung.
Das Taufbecken war früher nur über Stufen zu erreichen.

Der Weg hin zum sehenswerten Ziel sei weit gewesen. Das Vorhaben beschäftigt seit Jahren nicht nur den jetzigen Kirchengemeinderat, sondern mit der Planung befasste sich bereits das frühere Gremium. 

Von ursprünglich fünf Millionen Kronen habe sich die Restaurierung im Laufe der Jahre auf neun Millionen Kronen verteuert. „Auf dem Niveau werden wir auch landen“, so Nørgård Jessen. 

Blick durch ein weißes Sprossenfenster auf einen gepflegten Friedhofsgarten mit Wegen und Bäumen.
Es wurden überall Vorsatz-Fenster eingebaut.

Für ihn ist es wesentlich, dass Handwerksunternehmen aus der Kommune Tondern (Tønder) für das Projekt verpflichtet werden durften. 

Er hat seit August 2024 die Arbeiten eng verfolgt. „Das ist auch als Handwerker spannend“, so der gelernte Zimmerer.

Nahaufnahme frisch restaurierter Holzbänke in einer Kirche auf Ziegelfußboden.
Die renovierten Kirchenbänke werden bis Sonntag, 19. April, noch mit neuen Kissen ausgestattet.

Nach der Zwangspause von 20 Monaten öffnet sich die Kirchentür am Sonntag, 19. April, um 10.30 Uhr ganz offiziell zu einem Gottesdienst, an dem Bischof Elof Westergaard aus Ripen (Ribe) mitwirkt. 

Zu dem Zeitpunkt liegen auf den renovierten Kirchenbänken dann auch neue Kissen und unter den Bänken ist die neue Heizanlage im Einsatz.