Wiederverwertung

Was mit dem Müll passiert: Zu Besuch auf dem Wertstoffhof Schottsbüll

Die Kinder aus der 6. Klasse schauten in die Container und lernten beispielsweise, dass Metall mit einem großen Magnet sortiert und weiterverarbeitet wird.

Kinder der Förde-Schule verfolgten auf dem kommunalen Containerplatz, wie aus Müll Rohstoffe, Energie und Kompost wird. Beim Besuch lernten die Sechstklässlerinnen und Sechstklässler, warum richtige Mülltrennung über Deponie, Recycling oder direkte Wiederverwendung entscheidet.

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Zusammenfassung

  • Sechstklässler der Förde-Schule besuchten den Wertstoffhof Schottbüll und verfolgten den Weg des Mülls aus den Containern.
  • Sie lernten, wie Holz, Metall und problematische Kunststoffe getrennt, recycelt, verbrannt oder deponiert werden.
  • Am Beispiel von Sperrmüll, Metallen und Gartenabfällen wurde gezeigt, wie aus Abfall neue Rohstoffe, Energie und Kompost entstehen.

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Zwischen kaputten Stühlen, verbogenen Messern und alten Pfannen standen die Kinder der 6. Klassen der Förde-Schule vor den Containern auf dem Wertstoffhof in Schottsbüll (Skodsbøl) und blickten in die vollen Metall- und Holzcontainer. Sie hörten zu, wie Vermittlerin Lene Paulsen von „Sønderborg Forsyning“ erklärte, welchen Weg der Müll von hier aus nimmt.

Die Klassen besuchten den kommunalen Containerplatz im Rahmen des Müllsammeltages „Ren Dag“ und erfuhren, was mit den sperrigen Abfällen aus den Haushalten geschieht, die in den Containern landen.

Jährlich rund 1.000 Kilo Müll produziert eine Person in der Kommune Sonderburg (Sønderborg) durchschnittlich, und einiges davon landet nicht im Haushaltsmüll, sondern in den Containern für reines Holz, imprägniertes Holz, Metall und Gartenabfälle.

Lene Paulsen erklärte den Kindern die Unterschiede bei der Wiederverwertung von Holz.

Paulsen zeigte den Kindern, wie alte Stühle, die Holz, Stoff und Schaumstoff enthalten, und erklärte ihnen, dass unbehandeltes Holz weitergeschickt wird, während imprägniertes Holz getrennt gesammelt und nach Deutschland reist, wo Spezialwerke dieses Material verbrennen.

„Ich wusste zum Beispiel nicht, dass man Holz nach so vielen Kategorien trennt.

Christoffer Holm Barnekov

„Imprägniertes Holz schicken wir nach Deutschland zur Verbrennung. Dort gibt es ein Werk, das mit entsprechenden Filtersystemen ausgestattet ist”, so Sonfor-Mitarbeiterin Lene Paulsen.

Die Kinder standen dicht am Holzcontainer, als Paulsen Span-Reste in die Luft hielt. „Dieses Holz kann weiterverwendet werden. Es gibt Fabriken, die aus diesem Holz neue Spanplatten herstellen.“

Pro Jahr kommen in der Kommune Sonderburg rund 3.500 Tonnen unbehandeltes Holz, 1.700 Tonnen behandeltes Außenholz und 900 Tonnen Holzhackschnitzel aus Gartenabfällen zusammen.

Die Müllexpertin ordnete das in die kommunale Abfallhierarchie ein und sagte: „Spanplatten schickten wir an einen Abnehmer, der neue Schranktüren oder andere Dinge daraus herstellt. Deshalb ergibt es sehr viel Sinn, dass man richtig sortiert.”

Die Abfallhirarchie

  • Die Abfallhierarchie zeigt, wie sich Müll am besten behandeln lässt. Ganz oben stehen Vermeidung und direkte Wiederverwendung, damit erst gar kein neuer Abfall entsteht und Materialien länger halten. 
  • Beim Recycling werden Stoffe erneut genutzt und die Lebensdauer der Rohstoffe verlängert. 
  • Die Verbrennung bildet die nächste Stufe, hier nutzt man die Wärme etwa für Fernwärme. 
  • Die Deponie steht ganz unten: Hier landet nur Abfall, den niemand anders behandeln kann.

Am Metallcontainer betrachteten die Kinder das bunte Gemisch aus Metallstäben, Werkzeugen und Besteck. Paulsen sagte: „Es gibt verschiedene Metallsorten. Das Metall wird mit einem Magnet getrennt: in nicht-magnetisch und magnetisch. Am Ende bekommt man eine möglichst reine Fraktion, zum Beispiel reines Aluminium. Dieses Aluminium schmilzt man ein und stellt neue Materialien daraus her.“

Eine Mülldeponie mit alten Badetieren

Anders müssen auch problematische Kunststoffe behandelt werden. Neben einem Berg aus Planschbecken und aufblasbaren Badetieren stehend, sagte Paulsen: „Wenn ihr ein Planschbecken, einen Badeball oder ein aufblasbares Tier wegschmeißt, dann landet das auf einem der Berge dort drüben: auf der Deponie.“ Dafür gibt es einen guten Grund. Das Weich-PVC setzt bei der Verbrennung giftige Gase frei.

Die 13-jährige Schülerin Louise Hammerich vor dem Möbel-Container

Zwischendurch erzählten die Kinder, was sie beeindruckte. Schülerin Louise Hammerich sagte: „Man lernt eine ganze Menge Dinge, damit man später als Erwachsene herausfindet, wo alles sortiert werden muss, damit man nichts falsch macht.“

Mitschüler Christoffer Holm Barnekov staunte über die vielen Materialarten und sagte: „Ich wusste zum Beispiel nicht, dass man Holz nach so vielen Kategorien trennt.“

Müllhirarchie hat die Wiederverwertung als oberstes Ziel

Die Klassen lernten am Beispiel von Holz, Metall und Kunststoffen, dass der Müll auf dem Wertstoffhof nicht einfach verschwindet – sondern über viele Schritte zu Energie oder neuen Produkten verwandelt wird.

Auch bei den Gartenabfällen lernten sie vom Kreislauf der Wiederverwertung: Abfall wie Heckenabschnitt oder Gras wird in großen Haufen etwa ein Jahr lang in einem bestimmten System gelagert, bevor daraus nutzbare Erde oder Kompostdünger entsteht, den Bürgerinnen und Bürger kaufen und nutzen können.

Müllsammelaktion

  • „Ren Dag“ ist eine landesweite Müllsammelaktion in Dänemark, bei der Schulen, Vereine und Gruppen im Laufe einer Woche im Frühling gemeinsam Abfall in ihrer Umgebung einsammeln und so zu einer sauberen Natur beitragen.
  • Die deutschen Kindergärten und Schulen in Nordschleswig beteiligen sich an dieser Veranstaltung mit unterschiedlichen Aktionen. 

Am Tag des Müllsammelns machten sich die Schülerinnen und Schüler anschließend auf den Weg und befreiten Alnor und Gravenstein (Gråsten) rund um ihre Schule von Abfall. Was mit dem Müll anschließend geschieht, wissen die Kinder jetzt ganz genau.

 

Die Besuchergruppe der Förde-Schule auf dem Gelände der Abfallverwertung, wo aus Gartenabfällen Kompost entsteht. Ein Jahr dauert es, bis aus Gestrüpp und Rasen neue Erde entsteht.