Kultur und Freizeit

Großes Interesse an der Umwandlung der Bahnstrecke Tingleff-Tondern in einen Rad- und Wanderweg

Gut besuchter Versammlungsraum mit sitzenden Menschen und Bildern an den Wänden.
Rund 100 Gäste kamen zur Infoveranstaltung zum angestrebten Rad- und Wanderweg auf der ungenutzten Bahnstrecke Tingeff-Tondern. Dazu eingeladen waren Jan Riber Jakobsen (r.) und Jørgen Pop Petersen (2. v. r.), Bürgermeister der Kommunen Apenrade bzw. Tondern. Wortbeiträge gab es auch von Louise Langschwager (2. v. l.) von der Kommune Varde, die über ein ähnliches Projekt weiter nördlich berichtete, sowie von Christian Petersen aus Bülderup. Er erzählte von der Umgestaltung eines Bahnabschnitts in Bülderup-Bau in einen Spazierweg.

Die Infoveranstaltung zu den Bestrebungen, einen Wander- und Radweg auf der nicht mehr genutzten Bahntrasse von Tingleff an die Westküste anzulegen, zog viele Interessierte an. Mit dabei waren die Bürgermeister beider Kommunen. Sie konnten dem Projekt Positives abgewinnen, aber noch keine großen Versprechungen machen, da vieles von der Bahnbehörde abhängt.

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Zusammenfassung

  • Die stillgelegte Bahnstrecke Tingleff-Tondern soll in einen sicheren Rad- und Wanderweg umgewandelt werden.
  • Bei einer Infoveranstaltung zeigten sich die Bürgermeister grundsätzlich offen, betonten aber offene Fragen zu Kosten und Zuständigkeiten.
  • Entscheidend für das Projekt ist die offizielle Stilllegung und Übertragung der Trasse durch die Bahnbehörde.

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„Alles entscheidend ist, dass die Bahn die Strecke offiziell stilllegt. Alles Weitere muss man dann sehen“, bilanziert Andreas Brandenhoff, treibende Kraft des Kulturhauses Reppelcenter und Mitglied einer Initiatorengruppe, die sich für Umwandlung der alten Bahnstrecke Tingleff-Tondern (Tinglev-Tønder) in einen Spazier- und Fahrradweg einsetzt. 

Die Gruppe hatte kürzlich zu einer Infoveranstaltung ins Reppelcenter eingeladen, um Möglichkeiten, Szenarien und die Haltung der Kommunen Apenrade (Aabenraa) und Tondern (Tondern) auszuloten. Die seit Anfang der Jahrtausendwende nicht mehr befahrene Bahnstrecke verläuft durch beide Kommunen.

Teilnehmer sitzen in einem Saal und verfolgen einen Vortrag mit Präsentation auf Leinwand.
Andreas Brandenhoff am Mikro bei der Veranstaltung im Reppelcenter

Bei der Versammlung mit über 100 Interessierten waren die Bürgermeister Jan Riber Jakobsen (Apenrade) und Jørgen Popp Petersen (Tondern) dabei. Ihr Echo war etwas unterschiedlich. Während Jan Riber sich mit der Idee eines Pfades mit natur- und kulturhistorischer Bedeutung für Einheimische und Touristen im hohen Maße anfreunden konnte, war Popp Petersen zurückhaltender. 

Nutzung als Bahnstrecke in Tondern noch nicht abgehakt

In Tondern sei eine Nutzung als Bahnstrecke politisch noch nicht vom Tisch, auch wenn eine Wiederinbetriebnahme allein aus Kostengründen nicht realistisch scheint. „Ich bin aber gerne bereit, die Sache weiter mitzuerörtern“, sagte Popp Petersen.

Redner spricht vor sitzendem Publikum in einem Saal mit großer blauer Projektionsfläche.
Jan Riber Jakobsen
Redner mit Mikrofon spricht vor sitzendem Publikum in einem Saal mit Leinwand.
Jørgen Popp Petersen

Beide Bürgermeister gaben zu bedenken, dass vieles mit der dänischen Bahn abgeklärt werden müsse, wenn man nicht nur einen kleinen Spazierpfad, sondern einen öffentlichen und sicheren Rad- und Wanderweg schaffen möchte. 

Die Übernahme der Liegenschaften mit Nutzungsrecht, Abbau der Schienen, Umweltfragen bei der Entsorgung alter Schwellen, Kosten und viele andere Details gelte es zu klären, so die Bürgermeister.

Inspiration aus dem Raum Varde

Ein Beispiel, wie so ein Projekt in Gang gesetzt werden kann, aber auch, was finanziell und praktisch alles dafür erforderlich ist, gab Louise Langschwager von der Kommune Varde. Die leitende Mitarbeiterin in der technischen Verwaltung skizzierte das Projekt „Den skæve bane“, bei dem ein rund 40 Kilometer langer Abschnitt der alten Gleisstrecke zwischen Grindsted und Bramming nach Vereinbarung mit der Bahngesellschaft in einen Rad- und Wanderweg umfunktioniert werden soll. 

Vortrag im Saal mit Präsentation über eine überwachsene Bahnstrecke vor sitzendem Publikum.
Louise Langschwager von der Kommune Varde berichtete von der Realisierung eines ähnlichen Projekts, für das sich die Kommunen Varde, Billund, Esbjerg und Vejen zusammengetan hatten.

Gleich vier Kommunen (Esbjerg, Varde, Vejen und Billund) haben sich dafür alliiert. Das Investitionsvolumen beträgt 80 Millionen Kronen, die sich die Kommunen je nach Streckenabschnitten in ihrem Hoheitsgebiet teilen.

Kostenteilung

Da die Strecke Tondern-Tingleff mit knapp 27 Kilometern wesentlich kürzer ist, dürfte die Ausgaben um einiges niedriger sein, stellte Jan Riber Jakobsen fest und sagte mit einem Augenzwinkern in Richtung seines Amtskollegen Petersen, dass man doch wohl halbe-halbe machen werde und nicht das Zentimetermaß herausholt, sollte das Projekt verwirklicht werden.

Landschaftlich und kulturhistorisch wäre ein Rad- und Wanderweg für beide Kommunen ein großer Gewinn, betonte Albert Callesen von der Initiatorengruppe. Er war auf und neben der vielerorts zugewucherten Strecke von Tondern bis nach Tingleff entlangspaziert.

Referent spricht vor sitzendem Publikum vor einer Leinwand mit Bild einer zugewucherten Bahnstrecke.
Albert Callesen schwärmte von der Landschaft und der Natur entlang der Bahntrasse Tingleff-Tondern, die er im vergangenen Jahr zu Fuß zurückgelegt hatte.

In Bülderup (Bylderup) kam er gut voran, denn dort ist mit Zutun freiwilliger Kräfte ein 1,2 Kilometer langer Abschnitt gerodet und als Spazierweg angelegt worden. Callesen war voll des Lobes für dieses Projekt. Es zeige, welchen Mehrwert die umgewandelte Bahnstrecke bekommen könnte.

Bülderuper Modell reicht nicht aus

Das Bülderuper Modell, das mit Zustimmung der Bahnbehörde geschaffen wurde und bei dem Gleise und Schwellen geblieben sind, könne nicht übernommen werden, war der Tenor auf der Versammlung.

„Gleise und Schwellen müssen entfernt und es muss ein stabiler Untergrund gelegt werden, wenn ein sicherer Rad- und Wanderweg entstehen soll. Das geht aber nur,## wenn die Bahn die Strecke offiziell stilllegt und überträgt. Wir wollen die Ortsvereine entlang der Trasse bitten, die Kommunen dazu zu bewegen, die Stilllegung der Trasse offiziell zu beantragen. Die Stilllegung ist eine entscheidende Hürde, um weiterzukommen“, so Andreas Brandenhoff.