Gedenken

Düppel-Tag: Wie eine Nothilfsorganisation einst auf den Schlachtfeldern half und heute noch hilft

Beste Aussichten auf den Düppeler Schanzen, wo 1864 ein blutiger Krieg tobte.

Das Rote Kreuz wird 1864 auf Düppel zum ersten Mal als Schutzzeichen direkt auf einem Kriegsschauplatz eingesetzt. Beim diesjährigen Düppel-Tag am 18. April geht es um diese damalige Geschichte. An der Sporthochschule erzählen am Sonnabend u.a. auch Repräsentantinnen und Repräsentanten des Roten Kreuzes von ihrer heutigen Arbeit. Alle können an der Veranstaltung teilnehmen.

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Zusammenfassung

  • Beim Düppel-Tag am 18. April steht die historische Rolle des Roten Kreuzes im Krieg von 1864 im Mittelpunkt.
  • Damals wurde das Schutzzeichen des Roten Kreuzes erstmals direkt auf einem Kriegsschauplatz eingesetzt, um Verwundeten zu helfen.
  • In der Sporthalle der IHS in Sonderburg berichten Historiker und Mitarbeitende des Dänischen Roten Kreuzes über Geschichte und aktuelle Nothilfe.

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1864: Mitten auf Dänemarks blutigstem Kriegsschauplatz auf der Düppeler Höhe (Dybbøl Banke) verfolgten zwei Delegierte des nur vier Monate zuvor gegründeten Internationalen Komitees vom Roten Kreuz zum ersten Mal direkt an einer Front die Kämpfe. Preußen und Österreich marschieren am 1. Februar 1864 in Dänemark ein, um dessen Streben nach mehr Einfluss in Schleswig, Holstein und Lauenburg entgegenzutreten.

Zivile, Krankenpersonal und diesmal auch zwei internationale Akteure des Deutschen Roten Kreuzes, der Genfer Arzt Louis Appia auf preußischer Seite und der niederländische Marinekapitän Charles van de Velde auf der Seite der Dänen. Zwar verfügt das Rote Kreuz in dem Krieg noch über keine eigenen Hilfskräfte, doch verschiedene Gruppen von Freiwilligen arbeiten bereits unter dem Zeichen. 

Das Ziel: den Krieg menschlicher machen

Die Helferinnen und Helfer wollten bei der Schlacht retten, was noch zu retten ist. Menschen wurden auf Düppel ohne Betäubung operiert. Viele Verwundete starben vielleicht nicht sofort an ihren tiefen Wunden, aber anschließend aufgrund einer fehlenden Behandlung. Das ist ein wichtiges Stück Geschichte der Schlacht auf Düppel. Das Rote Kreuz wollte den Krieg menschlicher machen.

Wir wollen uns modern und aktuell mit diesem Thema beschäftigen. Man muss die Geschichte interessant gestalten.

Nanna Blankschøn

Einst chaotische Lazarette – heute mitten in den Kriegszonen. Aber die wichtigste Rolle ist es für das Rote Kreuz weiterhin, Leben zu retten. Ob Gaza, Ukraine oder Sudan – freiwillige Nothilfemitarbeiterinnen und -mitarbeiter leisten Erste Hilfe, beschaffen frisches Trinkwasser und helfen Verwundeten und Zivilen bei der Flucht. Die Verhältnisse sind weiterhin brutal: Es fehlt an Ressourcen, die Helfenden schweben in Gefahr und alle riskieren schwere Konsequenzen am eigenen Leib. Das Rote Kreuz steht für Neutralität, Mitmenschlichkeit und Hilfe für alle.

Das kleine Gemälde zweier bayerischer Infanteristen mit den charakteristischen Raupenhelmen stammt von der Hand des Schlachtenmalers Louis Braun (1836-1916), der als Kriegszeichner (Spezialkorrespondent) und Maler auch am Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 teilgenommen hatte.

Beim diesjährigen Düppel-Tag am Sonnabend, 18. April, wird in der Sporthalle der Sporthochschule Sonderburg (IHS) von 12.30 bis 14.30 Uhr Fokus auf die tragische Geschichte des damaligen Krieges und auch das Dänische Rote Kreuz gelegt.

IHS zum dritten Mal Austragungsort

Die IHS ist zum dritten Mal der Austragungsort für die Veranstaltung. „Wir wollen uns modern und aktuell mit diesem Thema beschäftigen. Man muss die Geschichte interessant gestalten“, so die Vorsteherin der Sporthochschule, Nanna Blankschøn.

Schriftsteller und Historiker Tom Buk-Swienty, gebürtiger Sonderburger, liefert den Anwesenden wie bei der ersten von der IHS inszenierten Veranstaltung einige Geschichten aus der dramatischen Zeit.

Heutige Mitarbeitende des Dansk Røde Kors erzählen von Herausforderungen und ihren Aufgaben. Die Moderation übernimmt erneut der Journalist von „TV Syd“, Anders Køpke Christensen. Das Schleswigsche Musikkorps sorgt für musikalische Unterhaltung. 

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Es wird bis spätestens Donnerstag, 16. April, auf der Homepage ihs.dk um vorherige Anmeldung gebeten.

Im Geschichtszentrum wird der Krieg von 1864 spielerisch nacherzählt.