Deutsch-Dänisch

Ein Veteran, vier Tonnen Stein – und was daraus geworden ist

Die Reise zum Kristallberg hat der Künstler Peter Voss-Knude seine Fortsetzungsgeschichte zu den Friedenskristallen genannt.

Im Winter hinterließen Menschen ihre Spuren im Schnee an den Friedenskristallen am Haderslebener Gammelting. Jetzt zeigt sich, was aus dem Kunstwerk geworden ist – und wie die Geschichte weitergeht.

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Zusammenfassung

  • Am Gammelting in Hadersleben sind die Friedenskristalle von Peter Voss-Knude zu sehen. Sie erinnern an das Ende der deutschen Besatzung in Dänemark.

  • Die Installation am Gammelting berührt Besucher tief, darunter einen Veteranen mit posttraumatischer Belastungsstörung, der dort regelmäßig Ruhe findet.
  • In der Kunsthalle 6100 erweitert Voss-Knude das Projekt mit einem monumentalen Gemälde und einem neuen Song, die den ambivalenten Weg zum „Kristallberg“ künstlerisch fortschreiben.

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Dicke Decken schützten die tonnenschweren Rosenquarze aus Südamerika vor dem Frost. Doch rund um die verhüllten Mineralien haben Menschen im Schnee Spuren hinterlassen, freut sich der Schöpfer der Installation, der Kopenhagener Künstler Peter Voss-Knude.

Krieg und Frieden

Rosenquarz hat es dem Künstler seit Kindertagen angetan. Seine Sammlung hat er mit nach Hadersleben gebracht.

Jetzt ist Frühling. Die Decken sind weg. Jetzt sieht man die Friedenskristalle wieder, die an 80 Jahre Kriegsende erinnern. „Krieg ist immer da. Aber ich möchte nicht, dass er alles dominiert“, sagt Voss-Knude.

Seine Friedenskristalle am Gammelting in Hadersleben (Haderslev) sind ein Ort des Verweilens geworden. Eine Episode bewegt den Künstler besonders: Ein älterer Mann mit posttraumatischer Belastungsstörung habe ihm geschrieben, er würde immer wieder zu den Steinen zurückkehren, bei jedem Wetter. „Er sitzt dort, beobachtet die Farben, lässt die Gedanken schweifen. Wenn meine Kunst so funktioniert, bin ich glücklich.“

Seit Jahren sucht der Künstler den Austausch mit Soldaten, hat sogar einen Buchklub für Soldaten gegründet. Eine Begegnung ist ihm besonders im Kopf geblieben: Nach einem Gespräch nahm ein Soldat sein Schulterabzeichen ab und drückte es ihm in die Hand: „Ich war ganz gerührt.“ Auf dem Bild sind zwei dieser Soldaten zu sehen. Der Künstler hat sie in Öl gemalt.

Riesengemälde in der Kunsthalle

Die tonnenschweren Friedenskristalle bekommen Gesellschaft. Am Sonnabend, 18. April, 12 Uhr, eröffnet Voss-Kunde seine Ausstellung „Fabelagtig“ (Fabelhaft) in der Kunsthalle 6100 und zeigt dort, was am Gammelting keinen Platz fand: „In der Ausstellung kann ich zeigen, was noch alles dazugehört.“

Die Warnung, so lautet der Titel eines weiteren Werks, das ab Sonntag in der Kunsthalle zu sehen ist.

Ein monumentales Ölgemälde etwa: 4,5 mal 3,6 Meter, gemalt auf Paneelen, rund 200 Kilogramm schwer. Der Titel: „Reise zum Kristallberg“. Es zeigt Menschen unterwegs. Sie feiern, essen, flirten. Der Krieg ist auf dieser Reise allgegenwärtig. Dann tauchen Kampfflugzeuge auf. „Ich habe die Bomber aus Skrydstrup mit ins Bild genommen“, sagt Voss.

In der Kunsthalle 6100 präsentiert der Künstler sein monumentales Ölbild „Reise zum Kristallberg“, das seine Friedenskristall-Installation ergänzt.

Musik als neue Dimension

Zur Ausstellung gehört ein Song, der seit Dienstag auf den Streamingplattformen läuft. Voss Knude hat ihn eigens für seine Friedenskristalle geschrieben. „Mit åbne hjerte skælver“ (Mein offenes Herz zittert). Darin geht es um ein offenes Herz, das verletzlich bleibt – und genau daraus seine Schlagkraft schöpft.

Zum Lichtfest am 4. Mai, mit dem Hadersleben alljährlich an das Ende der deutschen Besatzung im Jahre 1945 erinnert, leuchten Voss-Knudes Friedenskristalle schon jetzt in neuen Farben.