ZUSCHRIFT

Der Kunstrasenplatz in Sonderburg – ein Beitrag zur Debatte

Hände tippen auf der Tastatur eines aufgeklappten Laptops.
Symbolfoto

Der Kunstrasenplatz am Ringreiterweg sorgt für Streit: Anwohner klagen über Lärm. Für zwei Politikerinnen der Schleswigschen Partei steht im Mittelpunkt, gemeinsam mit den Betroffenen Lösungen zu finden – auf Augenhöhe, mit Dialog und gegenseitigem Respekt.

Veröffentlicht

Zuschriften

Dieses ist eine Zuschrift. Leserinnen und Leser können sich auf diese Weise auf die Berichterstattung des „Nordschleswigers” beziehen und ihre Sicht der Dinge schildern. Die hier geäußerten Ansichten und Meinungen geben nicht unbedingt die Haltung der Redaktion wieder.

Die Debatte über den Kunstrasenplatz am Ringreiterweg ist wichtig, und wir haben großen Respekt für die Anwohner, die Belästigungen erleben. Das müssen wir ernst nehmen.

Gleichzeitig wollen wir einen Blickwinkel aus der früheren Arbeit mit Kultur, Sport und Freizeit sowie aus den Werten, nach denen wir in der Schleswigschen Partei arbeiten, einbringen. Für uns geht es darum, Lösungen nah an den Bürgern zu schaffen, mit Respekt vor Gemeinschaft, Dialog und gegenseitigem Verständnis. Das gilt auch hier.

Mit der neuen Richtlinie der Umweltbehörde (Miljøstyrelsen) ist klar, dass Sportanlagen nicht mit Industrieunternehmen gleichgesetzt werden sollen. Das gibt der Kommune die Möglichkeit, ausgewogene Lösungen zu finden, bei denen sowohl Anwohner als auch Nutzer gehört werden.

Der Platz spielt eine wichtige Rolle sowohl für die Statsskolen als auch für die Talentakademi und das lokale Vereinsleben. Er trägt dazu bei, Gemeinschaft, Wohlbefinden und Entwicklung – insbesondere für Kinder und Jugendliche – zu schaffen. Gleichzeitig wurden bereits erhebliche Einschränkungen in der Nutzung verhängt. Einschränkungen, die auf Kosten der Statsskolen, von Talentakademiet und der lokalen Vereine gehen und deren Möglichkeiten, die Freizeit und Entwicklung der Jugendlichen zu fördern, mindern.

Daher meinen wir, dass man die Nutzung des Platzes wieder unter klaren und verantwortungsvollen Rahmenbedingungen erlauben und gleichzeitig proportionale Lösungen wie Umgrenzung und laufende Evaluation weiterentwickeln sollte, bevor man in sehr teure Maßnahmen investiert.

Zurzeit ist außerdem eine Analyse zum Bedarf an Kunstrasenplätzen in der Kommune und deren Standorten im Gange. Diese sollte als Grundlage für eine langfristige Strategie dienen, bei der neue Einrichtungen so platziert werden, dass sowohl Aktivität als auch die Rücksichtnahme auf Anwohner von Anfang an mitgedacht werden.

Wenn man sich dafür entscheidet, nahe an einem Stadion zu wohnen, muss man gewisse Aktivitäten erwarten. Das ändert nichts daran, dass wir gute Lösungen finden müssen, aber es ist Teil des Gesamtbildes in einer Gemeinde, die sich entwickelt.

Für uns geht es um Balance. Darum, Lösungen gemeinsam und nicht in Gegensätzen zu finden.

Ein aktives Sportleben ist nicht nur Lärm. Es ist Gemeinschaft, Integration und Leben in unserer Gemeinde.

Von Kirsten Bachmann, Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung, ländliche Räume und Infrastruktur und Christel Leiendecker, ehemalige Vorsitzende für Kultur, Sport und Tourismus, beide Schleswigsche Partei