Nachruf

Von Borrig nach Kalifornien: Abschied von Helga Ratenburg Bacchetti

Ältere Frau in pinkem Pullover greift lachend nach Blüten in einem Garten.
Die lebensfrohe Helga Ratenburg Bacchetti einen Tag vor ihrem plötzlichen Tod.
Veröffentlicht

Zusammenfassung

  • Die gebürtige Nordschleswigerin Helga Ratenburg Bacchetti ist im Alter von 80 Jahren in Kalifornien unerwartet verstorben.
  • Ihr Lebensweg führte sie von einem Bauernhof bei Bredebro über Sylt nach Los Angeles, wo sie Mutter von vier Töchtern und siebenfache Großmutter wurde.
  • Trotz ihres Lebens in den USA blieb sie ihrer Heimat eng verbunden und wünschte sich eine geteilte Bestattung zwischen dem Familiengrab in Bredebro und dem Pazifik.

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Im Alter von 80 Jahren ist Helga Ratenburg Bacchetti, Los Angeles, Kalifornien, unerwartet gestorben. Helga Ratenburg Bacchetti wuchs im beschaulichen Borrig (Borg) bei Bredebro mit ihren drei Brüdern Broder, Iwer und Hans Christian auf. 

Als sie zehn Jahre alt war, traf die Familie ein schwerer Schicksalsschlag, als der Vater bei einem Autounfall ums Leben kam. Die Mutter Hanne stand mit vier kleinen Kindern alleine da und führte zudem den Hof weiter.

Tanzfreude in Kampen 

Helga Ratenburgs Weg nach Übersee führte über die Nordseeinsel Sylt (Sild). Sie machte im Sommerhaus einer befreundeten Hamburger Professorenfamilie in Kampen Urlaub. 

Bei der Familie in Hamburg war ihre Mutter seinerzeit im Haushalt tätig gewesen und dort hatte sie sich zu Helgas Vornamen inspirieren lassen. 

In Kampen ging die junge Helga zum Tanzen in die „Kupferkanne“. Dort traf sie den amerikanischen Elektroingenieur Ron Mauss, der bei der Bundesmarine im Bereich Raketentechnik arbeitete, und 1969 heirateten sie.

 „Schwuppdiwupp waren wir unsere Schwester los“, beschreibt es in Tondern (Tønder) ihr ältester Bruder Broder Ratenburg 57 Jahre später mit einem liebevollen Lächeln. In Los Angeles kamen die beiden Töchter Kirsten und Karin zur Welt.

Wie sich die Wege von zwei Nordschleswigerinnen kreuzten

Mit Anke Glüsing aus Apenrade (Aabenraa) machte sich damals eine weitere junge Frau aus Nordschleswig auf nach Kalifornien. 

Sie hatte in Kopenhagen den jungen Amerikaner Steve Bacchetti getroffen, der als Student in Europa auf Achse war. Das Ehepaar ließ sich in Santa Monica nieder.

Durch die Vermittlung ihrer Mütter, die sich aus der Jugendarbeit kannten, standen Helga und Anke in Kontakt. Als ihre Töchter zwei und vier Jahre alt waren, starb Anke plötzlich an einer seltenen Krankheit.

Helga, die mittlerweile geschieden war, unterstützte Steve Bacchetti in der schweren Zeit. Aus der Freundschaft entwickelten sich mit der Zeit wärmere Gefühle und sie heirateten. 

„So wurde Helga Mutter von vier Mädchen, die fast gleichaltrig waren. „Das war ein Glücksfall für die beiden Kinder“, sagt Broder Ratenburg.

Fröhlichkeit zeichnete Helga Bacchetti aus

Seine Schwester sei von Natur aus sehr fröhlich veranlagt gewesen, und das habe allen sehr gutgetan. Die Kinder von damals haben sie mittlerweile zur siebenfachen Großmutter gemacht.

Beruflich war die gebürtige Nordschleswigerin als Reisebüro-Agentin tätig. Sie stellte Reisen für eine gut situierte Kundschaft zusammen, was ihr sehr viel Spaß gemacht habe.

Es bedeutete Helga Ratenburg Bacchetti viel, dass sie bei Besuchen in der Heimat immer noch ihren Elternhof besuchen konnte, da er von Broder Ratenburg weitergeführt wurde.

Runder Geburtstag wurde in Nordschleswig gefeiert

Im vergangenen Herbst weilte sie in Nordschleswig, um gemeinsam mit ihrer Familie, Freunden und Au-pairs in Ballum ihren 80. Geburtstag zu feiern. 

Dabei gab es auch ein fröhliches Zusammensein mit ihrer gleichaltrigen Cousine Ursula Ries, die damals bereits von Krankheit gezeichnet war.

„Die zwei Cousinen hatten immer ein sehr gutes Verhältnis und haben viel gelacht“, erzählt Broder Ratenburg. Wie es das Schicksal wolle, seien sie nun beide ein halbes Jahr nach ihrer letzten Begegnung tot, da Ursula Ries bereits im Herbst 2025 verstarb. 

Heimatverbundenheit im und nach dem Leben 

Broder Ratenburg hat mehrmals seine Schwester mit längeren Aufenthalten besucht. 2019 war er zweieinhalb Monate da und nutzte die gemeinsame Zeit unter anderem dazu, an der Familiengeschichte zu schreiben.

Helga Ratenburg war nach wie vor eng mit ihrer nordschleswigschen Heimat verwurzelt. Daher war es ihr Wunsch, dass nach ihrer Einäscherung die Hälfte der Asche in einer Urne auf dem Familiengrab auf dem Friedhof in Bredebro bestattet wird. 

Die andere Hälfte wird dem Pazifik übergeben, der nur 15 Fahrrad-Minuten von ihrem Haus in Santa Monica entfernt ist. 

Die Trauerfeier in Nordschleswig wird für den Sommer geplant und der Termin wird später bekannt gegeben.