Tierwelt

Liebesdrama im Storchennest: Annika setzt sich durch

Zwei Weißstörche stehen in einem hohen Nest vor blauem Himmel.
Die nach dem Schlagabtausch etwas zerrupfte Annika steht im Nest in Jeising, während Partner Clyde sich ausruht.

Während Clyde sich die Wartezeit versüßt, kommt es bei Annikas Rückkehr zum Showdown. Jetzt stehen die Zeichen wieder auf Familienzuwachs in Jeising – und auch anderswo in Nordschleswig.

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Zusammenfassung

  • Storchendame Annika ist nach Jeising zurückgekehrt und hat ihre junge Rivalin aus dem Nest vertrieben.
  • Annika und Partner Clyde haben sich bereits gepaart, sodass erneut mit Nachwuchs im Jeisinger Storchennest gerechnet wird.
  • Auch in Osterhoist und Abel sind erstmals oder erneut Storchenpaare eingezogen, was wie auch in anderen Ortschaften auf weiteren Nachwuchs in Nordschleswig hoffen lässt.

Diese Infobox wurde mithilfe von KI generiert und von der Redaktion geprüft.

„Es gab einen ziemlich langen und harten Kampf“, sagt Storchenwirt Henning Schmidt Andresen am Donnerstagvormittag. 

Das Drama im Storchennest entfachte die angestammte Storchendame Annika bei ihrer Rückkehr am Mittwoch, 8. April, gegen 20.30 Uhr, als sie ihre junge Rivalin in die Flucht schlug.

Das lange Warten hat ein Ende

Annikas Partner seit 2023, Clyde, hält sich bereits seit sechs Wochen in Jeising  (Jejsing) auf. Der Damenfreund Clyde wartet jedoch nicht geduldig auf seine Partnerin. Wie in den vergangenen drei Jahren hat er sich die Wartezeit bis zur Ankunft von Annika mit einer jungen Gespielin versüßt.

In diesem Jahr war es erneut eine junge deutsche Störchin Jahrgang 2023, wie Henning Schmidt Andresen erläutert.

„Sie hatten sich schon gepaart und es war bald so weit, dass sie Eier legen würde“, so der Storchenwirt. Er betreut mit seiner Frau Eva und weiteren Menschen aus der Dorfgemeinschaft die langbeinigen Vögel.

Ein Leckerli auf dem Futterbrett zum Empfang

Als morgendlichen Willkommensgruß legte er Hähnchen auf das Futterbrett. „Wir füttern zurzeit eigentlich nicht, da es in der Natur genug zu finden gibt“, so der Storchenwirt.

Ein etwas anderes Menü gab es mit Hundefutter für die deutsche Störchin. „Clyde hatte auch angefangen, davon zu fressen. Ich bin mir aber sicher, dass Annika dafür nicht zu haben ist“, sagt Schmidt Andresen.

In der Storchenfangemeinde hatte es schon Zweifel gegeben, inwieweit Annika zurückkehren würde. Diese sind nun ausgeräumt. Annika habe bei der Auseinandersetzung einige Hautabschürfungen an der Brustpartie davongetragen. 

Storchendame Annika

2012: Annika kommt im April nach Schmedagger (Smedager), wo sie gemeinsam mit Karlsson brütet. Sie bilden bis 2013 ein Paar.
• 2014: Vor Annikas Ankunft nimmt Karlsson Reißaus, um sich in Owschlag Norby in Südschleswig niederzulassen.
• 2014 bis 2020: Annikas fester Partner ist Tommy.
• Als sie 2020 Eier im Horst haben, kommt Tommy ums Leben. Annika wird von dem neuen Storchenpaar Bonnie und Clyde aus Schmedagger vertrieben.
 • 2021: Annika findet mit Alfred in Renz (Rens) ein neues Glück.
• 2022: Annika und Alfred verlegen ihr Domizil nach Jeising (Jejsing), da ihr Nest in Renz besetzt ist.
 • 2023: Clyde ist Annikas neuer Partner in Jeising, nachdem er dort erst mit einer jungen Störchin aus Nordfriesland angebändelt hatte.
 • 2024: Clyde kommt wieder als Erster nach Jeising und vergnügt sich erneut mit der jungen deutschen Störchin.
• Diese vertreibt Annika bei ihrem Eintreffen.
• 2025 Clyde hat bis zum Eintreffen von Annika eine andere Partnerin, die wieder vertrieben wird.
• 2026: Clyde amüsiert sich erneut bis zu Annikas Ankunft mit einer jungen Nebenbuhlerin.

„Annika und Clyde haben sich bereits gepaart“, teilt Schmidt Andresen mit. Damit besteht Aussicht darauf, dass es auch in der fünften Saison Storchennachwuchs in Jeising geben wird.

Im Nachbarort ist das Nest erstmals bewohnt

Hoffnung auf langbeinigen Nachwuchs macht man sich neuerdings auch etwa zehn Kilometer weiter nordöstlich in Osterhoist (Øster Højst). 

Dort am Ende des Lykkevejs haben Anne Gudme-Knudsen und Niels Guni Vase seit zehn Jahren auf ihrem Grundstück ein Storchennest. Chancen auf Nachwuchs gebe es jedoch zum ersten Mal, so Vase. 

Storch mit ausgebreiteten Flügeln auf hohem Nest vor blauem Himmel
In Osterhoist verfolgen Anne Gudme-Knudsen und Niels Guni Vase gespannt das Treiben im Storchennest auf ihrem Gelände.

Der erste Adebar kam am 3. März und der andere gesellte sich vor einer Woche dazu und sie haben sich gepaart.

„Es ist spannend und wir hoffen, dass sie Eier legen und Nachwuchs bekommen“, sagt Niels Guni Vase. Im vergangenen Jahr hatte ein Storch dort einen Monat lang sein Quartier, während es sonst nur Störche auf der Durchreise gewesen sind.

Wieder langbeinige Gäste in Abel

In Abel (Abild) nördlich von Tondern (Tønder) hat sich nach der Premiere im vergangenen Jahr erneut ein Storchenpaar niedergelassen.

Zudem haben sich in Nordschleswig insbesondere Ortschaften im westlichen Teil der Kommune Apenrade (Aabenraa) zu beliebten Adressen für Störche entwickelt.