Fussball

Olti Hyseni und die strapazierte Geduld

Karin Riggelsen
Olti Hyseni hat im Alter von 18 Jahren bereits 44 Superliga-Spiele absolviert.

Thomas Nørgaard sieht beim 18-jährigen Sønderjyske-Kicker fast keine Grenzen, wie weit er kommen kann, sieht aber noch zu große Leistungsschwankungen. Wenn bei Olti Hyseni der Frust zu groß wird, sucht er das Vier-Augen-Gespräch mit dem Cheftrainer.

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Zusammenfassung

  • Der 18-jährige Sønderjyske-Außenstürmer Olti Hyseni verliert nach starkem Herbst seinen Stammplatz und muss sich als Joker beweisen.
  • In längeren Vier-Augen-Gesprächen erklärt Trainer Thomas Nørgaard die Entscheidung und betont Hysenis enormes Potenzial, aber auch seine Leistungsschwankungen.
  • Mit wichtigen Jokertoren und einer reiferen Spielweise empfiehlt sich Hyseni nun wieder für einen Platz in der Startelf gegen Viborg FF.

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Das „Ja“ kommt wie aus der Pistole geschossen, als Olti Hyseni gefragt wird, ob es schwer gewesen ist, die Geduld zu wahren.

Das Sønderjyske-Supertalent stand vor Weihnachten achtmal in der Startelf des Fußball-Superligisten, nach Weihnachten noch kein einziges Mal. Der 18-Jährige aus Sonderburg (Sønderborg) kam in allen Spielen nach Weihnachten zum Einsatz, aber jedesmal von der Bank.

Langes Vier-Augen-Gespräch

„Es ist schwer damit umzugehen, wenn man von einem Platz in der Startelf kommt und dann kein einziges Mal mehr in der Startelf steht. Es ist eine Frage von Geduld, und ich kann nichts anderes machen als meine Sache so gut wie möglich machen, wenn ich von der Bank komme, und mich für eine Rückkehr in die Startelf zu empfehlen“, sagt Olti Hyseni zum „Nordschleswiger“.

Die Geduld ist zuletzt strapaziert worden, und der Frust muss hin und wieder mal raus. So gab es vor dem Nordsjælland-Spiel auf dem Trainingsgelände ein Gespräch unter vier Augen mit Cheftrainer Thomas Nørgaard. Ein Gespräch, das mehr als eine Viertelstunde dauerte und anschließend im Haderslebener Idrætscenter fortgeführt wurde. Die Körpersprache verdeutlichte, dass man sich nicht immer einig war.

Olti Hyseni
Olti Hyseni und Thomas Nørgaard im Vier-Augen-Gespräch.

„Manchmal hat man das Bedürfnis nach einer Erklärung, und unter vier Augen kann man auch mal die Gefühle rauslassen. Zum Glück haben wir unter Thomas Nørgaard diese Möglichkeit. Man kann auch verschiedener Meinung sein. Das war ein gutes Gespräch“, meint der Außenstürmer.

Viele haben sich gewundert, wieso der Jugend-Nationalspieler in der zweiten Saisonhälfte weniger zum Einsatz gekommen ist als in der ersten, nicht zuletzt nach den Verkäufen von Kristall Mani Ingason und Mads Agger.

„Wir haben uns als Fußballklub Gedanken gemacht, wie wir die Talente am besten fördern, wie wir die Anforderungen ständig erhöhen und in welchem Tempo diese jungen Menschen in der Lage sind, diese zu honorieren“, sagt Thomas Nørgaard zum „Nordschleswiger“.

Unbegrenztes Potenzial

Der Sønderjyske-Cheftrainer ist sich bewusst, dass er ein auergewöhnliches Talent in seinen Händen hat, spricht aber auch die noch zu großen Unterschiede zwischen seinem höchsten und niedrigsten Leistungsniveau an.

„Wenn man über das Leistungsniveau von Olti spricht, sind seine Höhen für alle erkennbar. Es gibt fast keine Grenzen, wie weit er kommen kann. Es gibt aber auch Leistungstiefen, an denen wir lange gearbeitet haben. Er hat gute Schritte gemacht, aber es ist weiterhin meine Aufgabe zu beurteilen, was richtig für die Karriere von Olti und was richtig für die Mannschaft ist“, meint Thomas Nørgaard.

Olti Hyseni mit dem 2:2-Ausgleich gegen den FC Midtjylland.

Olti Hyseni hat in der ersten Saisonhälfte lediglich ein Tor erzielt, aber nach Weihnachten zwei Joker-Tore nachgelegt.

„Die Ausbeute aus seinen Startelf-Einsätzen ist zu gering gewesen. Seine Bedeutung ist in einer anderen Phase des Spiels größer gewesen, er ist ein spielentscheidender Joker gewesen“, so der Trainer, der dies seinem Spieler auch erklärt hat.

„Ich führe oft Gespräche mit den Spielern, Olti ist da kein Sonderfall. Ich versuche die Spieler dazu zu bringen, meine Ansichten zu verstehen und zu akzeptieren. Manchmal gelingt beides nicht, aber die Spieler müssen wissen, wo sie stehen und was von ihnen verlangt wird. Olti ist der hungrigste Spieler von allen, zeigt aber ein gutes Verständnis dafür, obwohl es auch Phasen gibt, wo er auf einen Einsatz drängt“, meint Thomas Nørgaard.

Die simple Lösung ist manchmal die richtige

Olti Hyseni arbeitet ständig daran, besser zu werden, und gibt zum Ausdruck, dass die vergangenen Wochen und Monate lehrreich gewesen sind.

„Die simple Lösung ist manchmal die richtige. Ich muss mich nicht bei jedem Ballbesitz für die schwierige Lösung entscheiden“, meint der 18-Jährige.

Mit seinen zuletzt gezeigten Leistungen als Joker und seinem Tor gegen den FC Midtjylland hat sich Olti Hyseni zumindest für einen Platz in der Startelf aufgedrängt, wenn Sønderjyske am Sonntag ab 14 Uhr Viborg FF empfängt.