Tourismus

Das Watt erleben und verstehen: Das Tønnisgård-Projekt auf Röm in der Anhörung

Das Naturcenter Tønnisgård im alten Kapitänshaus soll mit einem millionenschweren Projekt auf ein neues Level gehoben werden (Archivfoto).

Die Erweiterung und die Restaurierung des Kapitänhofs werden wegen des erforderlichen Ausbaus der Infrastruktur Folgekosten verursachen. Diese sollen in die Haushaltsberatungen für die Jahre 2027/2028 einfließen. 2028 soll das Naturzentrum von internationalem Format fertig sein.

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Zusammenfassung

  • Das Naturcenter Tønnisgaard auf Röm soll mit Unterstützung der A.P.-Møller-Stiftung modernisiert und deutlich ausgebaut werden.
  • Geplant sind ein neuer Bau im traditionellen Röm-Stil, der Erhalt des historischen Haupthauses und eine Ausweitung des Angebots für Gäste und Einheimische.
  • Mit dem künftigen Verdensarvcenter sollen jährlich rund 50.000 Besucherinnen und Besucher informiert und zu Naturerlebnissen im Wattenmeer geführt werden.

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Seit der Ausrufung des Wattenmeeres als Nationalpark und als Unesco-Weltnaturerbe ist das Besucherinteresse für das Naturcenter Tønnisgård auf Röm gestiegen. Das Geschäft brummt. Daher ist für die Einrichtung, die seit 1992 in einem alten Kapitänshaus beheimatet ist, ein Ausbau und eine Modernisierung mit mehr Platz, auch für neue Aktivitäten, geplant.

Für die Verwirklichung des Vorhabens, das Tønnisgård in die internationale Liga für Naturvermittlung aufsteigen lassen soll, hat die Stiftung A. P. Møller og Hustru Chastine Mc-Kinney-Møller-Fond til almene Formaal ganz tief in die Tasche gegriffen und einen Zuschuss in Höhe von 44 Millionen Kronen bewilligt. Die A. P. Møller Stiftung lobt das Projekt, das Natur, Geschichte und Gegenwart vereint.

Der alte Kapitänshof Tønnisgård auf Röm bekommt einen modernen Anbau (l.). Dieser Wettbewerbsbeitrag des Kopenhagener Architekturbüros E+N Arkitektur überzeugte die Jury (Archivfoto).

Mit den 44 Millionen Kronen wurde die Finanzierung des 59 Millionen Kronen teuren Projekts ermöglicht. Tønnisgård und die Kommune Tondern tragen mit jeweils 5 und 10 Millionen Kronen zur Finanzierung bei. 

Mehr Gäste für das Naturcenter

Heute wird das Naturzentrum von mehr als 30.000 Menschen besucht. Ziel ist es, die Besucherzahl auf 50.000 zu schrauben. Gleichzeitig soll es aber auch ein Treffpunkt für die Einheimischen sein.

Das historische Haupthaus soll erhalten bleiben und restauriert werden. Ein 260 Quadratmeter großer Neubau soll der für Röm typischen Architektur angepasst werden. Der Entwurf des Bebauungsplans, der vom Stadtrat für acht Wochen in die öffentliche Anhörung geschickt wurde, umfasst den Neubau, das Haupthaus und das umliegende Gelände.

Das Naturcenter ist seit 1992 im alten Kapitänshof Tønnisgård angesiedelt.

Tønnisgård soll künftig Verdensarvcenter Rømø heißen. Die Aufgaben bleiben die gleichen: Vermittlungsstelle für das Wattenmeer, die Landschaft und das Kulturerbe sowie Anlaufstelle für Naturerlebnisse im und um das Wattenmeer wie Austernsafaris, Bernstein-Schleifen, Bunkerführungen und Wattenmeer-Touren. Hier sollen die Gäste das Watt erleben und verstehen. 

Das Projekt wurde im Herbst 2021 vorgestellt. Damals wusste noch niemand, dass der Familienfonds der Mærsk Møllers die vielen Millionen Kronen bewilligen würde. Dies wurde erst im Dezember 2024 bekannt. Im Jahr 2028 soll das Naturzentrum von internationalem Format fertig sein.

Die Aufwertung der Einrichtungen wird auch infrastrukturelle Veränderungen mit sich führen. Die entstehenden Mehrkosten sollen bei den Haushaltsberatungen für 2027/2028 thematisiert werden.

Die Einrichtung kann sich zu einem Leuchtturmprojekt für das Wattenmeer und die ganze Westküste entwickeln und Röm und der Region einen enormen Antrieb geben.

Allan Skjøth

Tonderns Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) bezeichnet die Schenkung als eine historische Möglichkeit für die Kommune. Das Vermittlungszentrum auf Röm werde ein Knotenpunkt für Wissen, Erlebnisse und nachhaltige Entwicklung, der die örtliche Gemeinschaft und das internationale Profil stärken wird. Das Zentrum sei das Tor zum Wattenmeer – für Einheimische, Touristen und Forschende.

Die Leiterin des Naturcenters Tønnisgård, Bente Bjerrum hofft durch die Arbeit des Vermittlungszentrums auf größere Rücksichtnahme auf die Natur (Archivfoto).

Der Vorsitzende der Stiftung „Ejendomsfonden Tønnisgård“ ist das frühere Stadtratsmitglied Allan Skjøth. Er meint: „Die Einrichtung kann sich zu einem Leuchtturmprojekt für das Wattenmeer und die ganze Westküste entwickeln und Röm und der Region einen enormen Antrieb geben.“ Im Dezember teilte er mit, dass die Projektarbeiten voll im Zeitplan lagen. 

Natur steht unter Druck

Für die Leiterin, Bente Krog Bjerrum, spielt die Rücksichtnahme auf die Natur eine entscheidende Rolle. „Es ist wichtig, die Feriengäste auf ihren Besuch vorzubereiten, sodass dieser für sie, aber auch für die Natur zu einem guten Erlebnis wird. Unsere Natur steht aufgrund des sich ausbreitenden Verkehrs der Menschen auf der Insel unter Druck. Die Vermittlung, Führungen und Unterrichtsaktivitäten sollen zur größeren Rücksichtnahme und Respekt vor der Natur führen“, unterstreicht sie.

Dass die Schiffsreederstiftung das Projekt so großzügig fördert, kann auf familiäre Gründe zurückgehen. Die Vorfahren der Reederfamilie stammen von einem Geschlecht von Seefahrern auf Röm. Peter Mærsk Møller und Gründer der Reederei wurde 1836 auf dem Familienhof in Østerby nahe Havneby geboren. Mehrere Männer der Familie verschrieben sich der Seefahrt. So auch Peter Mærsk Møller, der seinen Namen um den Geburtsnamen seiner Mutter Kirsten Pedersdatter Mærsk aus Ballum ergänzte. Der Vater war Steuermann und Häusler. Mærsk Møller erlebt eine steile berufliche Karriere, vom Kajütenjungen bis zum erfolgreichen Kapitän und Gründer der Reederei.