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Versicherung zahlt nicht: Ist das das Ende der Ebba Aaen?

Das stolze Segelschiff Ebba Aaen: Wie es mit dem ehemaligen Haikutter weitergeht, ist ungewiss (Archivbild).

Ende September vergangenen Jahres sank das Traditionsschiff „Ebba Aaen“ im Apenrader Hafen. Seitdem ringt die Eigentümergemeinschaft mit der Versicherung um den finanziellen Ausgleich des Schadens – vergeblich. Wie der bekannte Polarforscher Arved Fuchs die Lage einschätzt und was das Schiff jetzt noch retten könnte.  

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Zusammenfassung

  • Die Zukunft des Traditionsschiffes „Ebba Aaen“ ist nach einem schweren Schaden ohne Versicherungsleistung ungewiss.
  • Die Eignerinnen und Eigner können die geschätzten Reparaturkosten von rund 430.000 Kronen nicht tragen, Förderanträge sind bislang gescheitert.
  • Um das 95 Jahre alte Schiff zu erhalten, kommen nach jetzigem Stand nur noch der Verkauf oder ein finanzstarkes Konsortium in Frage.

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Wind in den Haaren, Sonne im Gesicht und im Ohr die Geschichten von Nis-Edwin List-Petersen zu seiner „Ebba Aaen“: So erinnern sich sicher viele Menschen, nicht nur aus der Minderheit, an Segeltouren mit dem Traditionsschiff. Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass damit jetzt Schluss sein könnte. 

Doch die Versicherung wird für den Schaden, der nach Angaben von Nis-Edwin List-Petersen bei rund 430.000 Kronen liegt, nicht aufkommen, sagt er. Zurzeit liegt der Traditionssegler im Hafen von Apenrade (Aabenraa). „Wir haben zwar den Motor und das Getriebe wieder hergerichtet, doch die gesamte Elektronik ist im Eimer. Und der Rumpf muss repariert werden. Das ist aber normal bei einem alten Schiff“, sagt List-Petersen, der nicht nur der Skipper, sondern auch Miteigentümer der „Ebba Aaen“ ist. 

Nis-Edwin List-Petersen
Skipper und Miteigentümer Nis-Edwin List-Petersen an Bord seiner „Ebba Aaen“, die in diesem Jahr 95 Jahre alt wird (Archivbild).

Neben List-Petersen sind seine Frau, Brigitte Handler, und Poul-Erik Clausen die hauptverantwortlichen Eigner des Schiffes. Und sie sind sich einig: „Entweder wir müssen das Schiff verkaufen oder wir brauchen eine andere Lösung. Das können wir mit unserer Rente finanziell nicht stemmen.“ Die Beiträge der Mitglieder in der Haikuttergilde, die die „Ebba Aaen“ als Ausflugsschiff betreiben, reichen ebenfalls nicht aus: nicht für eine Reparatur, erst recht nicht für eine komplette Überholung.

Anträge auf Unterstützung bislang gescheitert

Nis-Edwin List-Petersen hat unter anderem bei der Stiftung „Skibsbevaringsfonden“ eine Förderung beantragt. „Da gibt es aber nur Geld für Schiffe, die noch im Orginalzustand sind.“ Doch das sei bei seinem Schiff nicht mehr der Fall; unter anderem das Ruderhaus sei nicht mehr original. Zwar sei die „Ebba Aaen“ als bewahrenswert eingestuft. „Finanziell gefördert wird das aber nicht“, sagt List-Petersen. 

Das Schiff muss in andere Hände, was die Ökonomie angeht.

Nis-Edwin List-Petersen

Ein weiterer Antrag auf eine Million Kronen bei einer Stiftung in Esbjerg brachte ebenfalls nicht die erhoffte Finanzspritze. Mit dem Geld hätte das Traditionsschiff einmal rundum überholt werden können.

Arved Fuchs fährt mit Schwesterschiff anderes Konzept 

Seetüchtig ist die „Ebba Aaen“ nach Einschätzung von Nis-Edwin List-Petersen. Die Versicherung sieht das offenbar anders und hat die Police gekündigt. Derzeit ist der alte Haikutter aber bei einer anderen Gesellschaft haftpflichtversichert. Nis-Edwin List-Petersen, seine Frau und der dritte Eigentümer sind sich soweit einig, dass sie das Schiff verkaufen wollen. „Der Versicherungswert liegt bei 600.000 Kronen“, so List-Petersen. 

Viele würden sich wünschen, dass die „Ebba Aaen“ als Ausflugsschiff erhalten bleibt (Archivfoto).

Während die „Ebba Aaen“ bislang als Ausflugsschiff betrieben wurde, wird ihr Schwesterschiff „Dagmar Aaen“ anders eingesetzt. „Wir bieten Expeditionsreisen an“, sagt ihr Eigentümer, der Polarforscher und Autor Arved Fuchs. Momentan liegt sein Schiff in der Werft in Ekensund (Egernsund). 

Für die „Ebba Aaen“ hofft Fuchs, „dass sich ein Konsortium findet, das das Geld in die Hand nimmt, um das Schiff zu erhalten und von Grund auf zu renovieren.“ Das Thema betreffe viele Eigentümer von Traditionsschiffen, zumal die Auflagen immer strenger werden würden. „Es ist sehr kostspielig.“

Bevor die Arved Fuchs und die „Dagmar Aaen“ Anfang Juni zu einer Expidition nach Grönland und Kanada aufbrechen, wird das Schiff in der Werft fit gemacht.

Seine „Dagmar Aaen“ wurde ursprünglich für Expeditionen ins Polareis gebaut. Arved Fuchs kaufte das Schiff 1988, baute es zuerst mit der „Peters Werft“ in Wewelsfleth im Kreis Steinburg, später dann mit der „Skibs & Bådebyggeri“ in Ekensund zu einem Expeditonsschiff mit zusätzlicher Eisverstärkung um. 

Ich hoffe, dass sich ein Konsortium findet, die das Geld in die Hand nehmen, um das Schiff zu erhalten und von Grund auf zu renovieren.

Arved Fuchs

Die beiden Geschwisterschiffe „Dagmar Aaen“ und „Ebba Aaen“ sind in diesem Jahr 95 Jahre alt. Nis-Edwin List-Petersen wird im kommenden Jahr 80. Für sein Schiff wünscht er sich, dass es in Apenrade bleibt. Und natürlich, dass es erhalten wird. Doch das kann er allein nicht mehr beeinflussen.