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Belugawal in der Flensburger Förde vor Sonwik gesichtet

Mit dem Handy gefilmt: Der Belugawal taucht in der Flensburger Förde an die Wasseroberfläche auf.

Zwei Spaziergängerinnen ist es gelungen, ein Video von dem Wal in der Flensburger Förde aufzunehmen. Bereits vor Wochen war das Tier auf der dänischen Seite der Förde gesichtet worden. Nun ist es offenbar in Flensburg angekommen.

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Zusammenfassung

  • Zwei Freundinnen beobachten in der Flensburger Förde einen schneeweißen Wal nahe Sonwik.
  • Sie filmen das Tier vom Ufer aus, bevor es durch ein Motorboot offenbar gestört wird.
  • Ein Experte bestätigt anhand des Videos einen seltenen Belugawal, der schon zuvor in der Region gesichtet wurde.

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Die beiden Freundinnen Franzi Baudisch und Wibke Hagemeier waren am Freitag rund um das Piratennest an der Harniskaispitze unterwegs. Ein Spaziergang am späten Nachmittag. Sie genossen kurze Zeit die Aussicht und schauten hinaus auf die Förde. Plötzlich waren sie nicht mehr allein: Zwischen Werft und Sonwik tauchte ein Wal auf. „Er war schneeweiß“, sagt Baudisch. „Eindeutig kein Schweinswal.“

Er tauchte immer wieder auf und ab, ganz gleichmäßig. „Eine Rückenfinne konnte man nicht erkennen, sodass uns schnell klar war, es muss ein Belugawal sein.“ Schon vor ihrer Begegnung hatten die beiden Frauen von einer ähnlichen Sichtung erfahren. „Die Dienstagsschwimmrunde vom Ostseebad hatte ihn bereits am Dienstag gesehen, aber leider nicht fotografieren können“, so Baudisch.

Belugawal zog in der Förde seine Kreise

Baudisch und Hagemeier gelang am Freitag eine Videoaufnahme des Wals. Er schwamm in Ufernähe hin und her, offenbar auf der Suche nach Nahrung. „Er ist immer wieder aufgetaucht“, so Hagemeier. „Franzi hat dann zwischenzeitlich aus dem Piratennest ein Fernglas organisiert und ich habe versucht, den Wal nicht aus den Augen zu verlieren.“ Durch das Fernglas konnten sie ihn dann noch eine Zeit lang beobachten, ehe ein Motorboot vorbeifuhr und der Wal offenbar Reißaus nahm.

Bereits vor einem Monat soll das Tier bei Årøsund in der Nähe von Hadersleben (Haderslev) gesichtet und auch gefilmt worden sein. Zuletzt gab es Meldungen rund um Alsen und Ekensund (Egernsund). Offenbar ist der Wal jetzt deutlich weiter in die Förde vorgedrungen.

Franzi Baudisch und Wibke Hagemeier entdeckten den Wal zwischen Sonwik und Werft.

Am Mittwochnachmittag kehrten die beiden Frauen noch einmal ans Piratennest zurück. Der Belugawal ließ sich dieses Mal zwar nicht blicken, doch zwei Schweinswale zogen vor dem Ufer ihre Bahnen.

Experte bestätigt: Es ist ein Belugawal

Andreas Pfander aus Kappeln hat sich das Video des Wals bereits angesehen. „Eindeutig ein Beluga“, urteilt der Walexperte. „Bereits 2012 hatten zwei Belugawale den Weg in die Flensburger Förde gefunden.“ Belugas, oder auch Weißwale genannt, sind eher seltene Gäste in der Ostsee. Heimisch sind sie vornehmlich in arktischen und subarktischen Gewässern, vor allem an den Küsten Alaskas, Kanadas oder Russlands.

Als Lebensraum bevorzugen sie ruhige Küstenbereiche, Meeresbuchten oder Mündungsbereiche größerer Flüsse. Sie werden zwischen drei und sechs Metern lang. Erwachsene Männchen können bis zu 1.000 Kilogramm wiegen. Weißwale ernähren sich nahezu ausschließlich von tierischer Nahrung. Diese nehmen sie besonders in flachen Wassertiefen von maximal zehn Metern auf.

Bildschirmfoto aus dem Video des SHZ, abrufbar über den untenstehenden Link.

Das Video des Belugawals beim Auftauchen in der Flensburger Förde ist im SHZ-Artikel für Abonnentinnen und Abonnenten über diesen Link zu sehen.