Wort zum Sonntag

Österliche Freudenzeit

Ein schlichtes Holzkreuz ragt vor einem strahlend blauen Himmel mit lockeren Wolkenformationen in die Höhe.
„Der Nordschleswiger“ veröffentlicht jedes Wochenende ein Wort zum Sonntag.

Die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten erinnert an Jesu Auferstehung. Diese Hoffnung kann das Leben in Krisenzeiten verändern, wie Pastor Jonathan von der Hardt in seinem Wort zum Sonntag schreibt.

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Wort zum Sonntag

Mit dem Wort zum Sonntag richten sich im Wechsel die Pastorinnen und Pastoren der Nordschleswigschen Gemeinde der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, der deutschsprachigen Gemeindeteile der dänischen Volkskirche und der deutschsprachigen Gemeinde in Kopenhagen an die Leserinnen und Leser des „Nordschleswigers“. Es stellt keine Stellungnahme der Redaktion dar.

Die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten ist eine besondere Zeit im Kirchenjahr, die sogenannte österliche Freudenzeit. Es ist eine Zeit, in der wir uns an die Ereignisse zwischen der Auferstehung Jesu und seiner Himmelfahrt, seiner endgültigen Rückkehr zu Gott, erinnern. Für Christen ist die Auferstehung Jesu ein Grund zur Freude, denn der Tod ist besiegt. Zwar müssen wir weiterhin sterben, aber wir haben durch die Auferstehung Jesu die feste Hoffnung, dass auch wir nach unserem Tod bei Gott auferstehen werden. Wie auch immer das im Einzelnen sein mag. Die Freude darüber prägt in den nächsten Wochen die Gottesdienste. Doch diese Freude sollte nicht auf die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten beschränkt sein. Sondern die Hoffnung auf die Auferstehung von den Toten kann unser Leben zu jeder Zeit und in jeder Situation verändern. Gerade jetzt, da unsere Welt so unfriedlich ist. Jetzt, da so viele Menschen in den Kriegs- und Krisengebieten so sinnlos sterben. Jetzt, da wir uns oft voller Sorge fragen, wie das alles noch weitergehen und wo das alles enden soll. Der Tod bleibt sinnlos und schrecklich. Es wäre zynisch, wenn man sich über den Tod vor allen Dingen junger Menschen einfach hinwegtröstete, mit dem Hinweis, ein Mensch sei jetzt ja bei Gott. So würden wir das Leben abwerten. Die Hoffnung auf die Auferstehung wertet unser Leben aber auf. Wer auf die Auferstehung hofft, muss nicht mehr auf Biegen und Brechen alles und noch viel mehr in die begrenzte Lebenszeit stopfen. Sondern der kann die Schönheit eines Augenblicks still genießen. Gerade jetzt, in dieser Jahreszeit, lädt die Natur dazu ein, selbst wenn die Gartenarbeit noch so dringend ruft. Und mitten in allen Schreckensnachrichten können wir gelassen bleiben.

Herzlich grüßt euch euer Pastor Jonathan von der Hardt aus Süderwilstrup