Wissenschaftsprojekt

Pflanzen statt Chemie: Forschende aus Sonderburg testen neue Methode gegen Mikroplastik im Wasser

In der Natur entsorgen Menschen viele Dinge, die dort nicht hingehören.

Forschende an der Süddänischen Universität in Sonderburg testen, wie sie mithilfe von pflanzlichen Stoffen Mikroplastik aus Wasser entfernen können. Das Projekt soll synthetische Chemikalien in der Wasserreinigung ersetzen.

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Zusammenfassung

  • Forschende in Sonderburg testen pflanzenbasierte Polymere, um Mikroplastik aus Wasser ohne synthetische Chemikalien zu entfernen.
  • Die Polymere aus Pflanzensamen lassen Mikroplastikteilchen verklumpen, sodass sie leichter gefiltert und im Laborversuch genau vermessen werden können.
  • Das von Bioroots geleitete Projekt läuft bis September 2026, wird mit 305.000 Kronen gefördert und soll perspektivisch in Kläranlagen eingesetzt werden.

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Natur statt Chemiekeule: Ein neues Forschungsprojekt will Mikroplastik aus Wasser mithilfe natürlicher Stoffe aus Pflanzen entfernen. Und damit synthetische Chemikalien ersetzen, die in der Wasserreinigung heute üblich sind und sich nicht biologisch abbauen. 

„Das Paradoxe besteht darin, dass wir heute Chemikalien einsetzen, um Verschmutzung zu entfernen, die selbst problematisch sein können“, sagt der Physiker und Lektor Jacek Fiutowski vom Mads Clausen Institut an der Süddänischen Universität (Syddansk Universitet) in Sonderburg (Sønderborg). „Mit pflanzenbasierten Polymeren können wir Wasser potenziell auf eine deutlich grünere Weise reinigen.“

Mikroplastik findet sich nach Angaben der Projektbeteiligten in der gesamten Wasserumwelt – vom Trinkwasser bis zum Meer – und lässt sich mit bisherigen Methoden nur schwer entfernen.

Mikroplastik hat Auswirkungen auf Mensch und Natur, da es in lebende Organismen gelangt und so klein ist, dass es ungefiltert aufgenommen wird.

Das Forschernetzwerk setzt auf einen Prozess namens Flockung, bei dem kleine Partikel zu größeren Klumpen zusammenfinden. Sie verwenden dafür Polymere aus Pflanzensamen, die mikroskopisch kleine Plastikteilchen zum Verklumpen bringen. „Die kleinen Plastikpartikel lassen sich sehr schwer entfernen, weil sie so winzig sind“, erklärt Fiutowski. „Wenn wir sie zum Klumpen bringen, können wir sie deutlich effizienter aus dem Wasser filtern.“

Das Projekt läuft unter der Leitung der Firma Bioroots ApS des Inhabers George Mhlanga. Die Firma entwickelt Methoden, wie die pflanzenbasierten Polymere eingesetzt und gewonnen werden können. Das Teknologisk Institut testet und optimiert den Reinigungsprozess, während Forscherinnen und Forscher der Syddansk Universitet die Wirkung dokumentieren.

Das Paradoxe besteht darin, dass wir heute Chemikalien einsetzen, um Verschmutzung zu entfernen, die selbst problematisch sein können.

Jacek Fiutowski

In Sonderburg stellen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kontrollierte Mikroplastikpartikel her und untersuchen, wie gut sich diese mithilfe der Polymere entfernen lassen. „Unsere Rolle besteht darin zu messen, wie gut die Methode wirkt“, sagt Fiutowski. „Wir führen kontrollierte Versuche mit Mikroplastik durch und analysieren, wie sich die Partikel vor und nach der Behandlung verhalten.“

Die Partnerinnen und Partner prüfen die Methode zunächst im kleineren Maßstab. Wenn die Ergebnisse überzeugen, planen sie, die Technologie für den Einsatz in Kläranlagen weiterzuentwickeln. Die Stiftungen „Energi- og MiljøData Fonden“ und „EMDFonden“ unterstützen das Vorhaben mit 305.000 Kronen, das Projekt läuft bis September 2026.

Mikroplastik sind Kunststoffpartikel unter fünf Millimetern, die unter anderem aus Kleidung, Verpackungen und industriellen Anwendungen stammen.