Deutsche Minderheit

Töchter der Minderheit: Großes Interesse an Friis-Vortrag in der Tingleffer Bücherei

Publikum in einer Bücherei hört einem Vortrag mit Präsentationstitel „Die Töchter der Minderheit“ zu.
Ilse Friis bei ihrem Vortrag in der Deutschen Bücherei Tingleff

Bedauerlicherweise musste Interessierten sogar abgesagt werden. Beim Vortrag von Ilse Friis über Frauen aus der Minderheit, die ihr von den Erlebnissen in den Kriegs- und Nachkriegsjahren erzählt haben, wurde der deutschen Bücherei Tingleff regelrecht die Bude eingerannt. Für Friis hatte das Gastspiel einen willkommenen Nebeneffekt, da sich eine weitere Quelle auftat.

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Zusammenfassung

  • Großer Andrang beim Vortrag der Historikerin Ilse Friis über die „Töchter der Minderheit“ in der deutschen Bücherei Tingleff.
  • Friis berichtete über Erlebnisse, die Frauen aus der deutschen Minderheit in der Kriegs- und Nachkriegszeit machten. 
  • Vorherrschende Themen bei den Zeitzeuginnen waren die Internierung der Väter im Faarhuslager und der zwangsläufige Wechsel an die dänische Schule, da deutsche Einrichtungen nach dem Krieg geschlossen und beschlagnahmt wurden.

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Da hatte Büchereileiterin Mareike Poté ganz offensichtlich wieder den richtigen Riecher: Der Vortrag am Dienstagnachmittag mit Historikerin Ilse Friis mit dem Titel „Töchter der Minderheit“ war binnen kurzer Zeit ausgebucht. „Wir haben einigen leider absagen müssen“, so die Büchereileiterin.

Sämtliche 40 Stühle zwischen der Kinderbuchauslage und den Regalen mit Fachliteratur und Belletristik waren belegt. 

Ältere Zuhörerinnen und Zuhörer sitzen dicht gedrängt in einer Bücherei und lauschen einem Vortrag.
Volles Haus in der Bücherei beim Vortrag von Ilse Friis (r.)

Bei einem kurz gehaltenen, aber sehr informativen Vortrag, so Poté, berichtete Ilse Friis über jene Frauen jenseits der 80 Jahre, die sie in den vergangenen Monaten dazu befragt hatte, wie sie die Kriegs- und Nachkriegszeit in Nordschleswig als junge Angehörige der deutschen Minderheit erlebt und empfunden hatten.

Trauma Faarhuslager

Ein vorherrschendes Thema bei nahezu allen Frauen, mit denen Friis gesprochen hatte, war die Internierung der Väter im Faarhuslager nach der Befreiung Dänemarks. Den Männern wurde pauschal ein Kollaborieren mit der deutschen Besatzungsmacht vorgeworfen.

Publikum in einer Bibliothek bei einem Vortrag vor Leinwand mit dem Titel „Die Töchter der Minderheit“.
Mit ihrer Interviewreihe „Töchter der Minderheit" hat Ilse Friis Interesse geweckt.

Schwierig war seinerzeit auch der Wechsel zwischen verschiedenen Schulsystemen. Nach der Befreiung Dänemarks wurden deutsche Schulen für mehrere Jahre geschlossen. Auch das haben die „Töchter der Minderheit“ der Historikerin geschildert.

Weitere Zeitzeugin aus Tingleff

Beim Vortrag tat sich für Ilse Friis eine neue Quelle auf. Unter den Zuhörenden befand sich Petra Jacobsen aus Tingleff, ehemals Baistrup (Bajstrup). Die 88-Jährige verfolgte die Ausführungen von Fries aufmerksam mit und meldete sich auch zu Wort. Petra Jacobsen hat als Kind bzw. Tochter der Minderheit die Kriegs- und Nachkriegszeit ebenfalls miterlebt.