ZUSCHRIFT

Sichtbar sein – vor Ort und nach außen

Stephan Kleinschmidt

Stephan Kleinschmidt, Kandidat für den Hauptvorsitz des Bundes Deutscher Nordschleswiger, schreibt in seinem Leserbrief über die Sichtbarkeit der Minderheit.

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Zuschriften

Dieses ist eine Zuschrift. Leserinnen und Leser können sich auf diese Weise auf die Berichterstattung des „Nordschleswigers” beziehen und ihre Sicht der Dinge schildern. Die hier geäußerten Ansichten und Meinungen geben nicht unbedingt die Haltung der Redaktion wieder.

Die deutsche Minderheit in Nordschleswig lebt von einem dichten Netz aus Vereinen, Initiativen und Institutionen. Im Alltag entsteht hier das, was unsere Gemeinschaft trägt: Begegnung, Engagement und Verlässlichkeit. Dieses Fundament braucht weiterhin Unterstützung, ausreichende Ressourcen und eine klare Anerkennung.

Gleichzeitig ist eine politische Stimme notwendig, die sichtbar, klar und selbstbewusst auftritt – in den Kommunen vor Ort und im Grenzland nach außen. Entscheidend ist dabei das gemeinsame Handeln der Schleswigschen Partei und des Bundes Deutscher Nordschleswiger, das in den vergangenen Jahren bereits konkrete Verbesserungen ermöglicht hat. Drei Beispiele: die Erhöhung der Zuschüsse an den Sozialdienst, die Grundsteuerbefreiung für Einrichtungen der Minderheit sowie die Möglichkeit für Kindergärten, ihre Wartelisten eigenständig zu steuern. Solche Schritte wirken direkt im Alltag.

Darauf lässt sich aufbauen. Im Zentrum stehen drei Entwicklungen: Erstens eine verlässliche und formalisierte Zusammenarbeit zwischen Sozialdienst, Deutschem Schul- und Sprachverein und den Kommunalverwaltungen im Rahmen klarer Partnerschaften. Zweitens eine direkte, verständliche Ansprache in deutscher Sprache über digitale und schriftliche Kanäle der Kommunen, etwa über Borger.dk oder gezielte Anschreiben, damit Angebote wirklich ankommen. Drittens die systematische Einführung deutschsprachiger Kontaktpersonen im Bürgerservice aller vier Kommunen, um Zugänge zu erleichtern und Vertrauen zu stärken.

Ergänzend bleibt die Aufgabe, auch in sensiblen Bereichen wie der Pflege sicherzustellen, dass sprachliche Bedürfnisse berücksichtigt werden können. Minderheitenpolitik entsteht so nicht im Abstrakten, sondern im konkreten Alltag der Menschen – getragen von einer engen, vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Partei und Dachorganisation unserer Minderheit, wie sie auch auf der Hauptversammlung erneut deutlich geworden ist.

Das gemeinsame Ziel bleibt, die Lebensqualität der Minderheit nachhaltig zu stärken und die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Minderheit weiter zu vertiefen, damit Gleichstellung im Alltag spürbar wird und so Vertrauen und Zusammenhalt weiter wachsen können.

Stephan Kleinschmidt, Sonderburg
Kandidat für den Hauptvorsitz des Bundes Deutscher Nordschleswiger