Nordschleswig

46 Einsätze über die Grenze: Niebüller Hubschrauber rettet Leben in Süddänemark

DRF-Rettungshubschrauber bei Nachtlandung auf beleuchteter Wiese mit Einsatzkraft davor
Gut gerüstet für Einsätze in der Dunkelheit: Der Rettungshubschrauber Christoph Europa 5.

Grenzüberschreitende Kooperation: Seit Juni 2025 fliegt der Rettungshubschrauber Christoph Europa 5 rund um die Uhr für Einsätze nach Süddänemark. Ein erster Einsatz in Apenrade zeigt die Notwendigkeit.

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Zusammenfassung

  • Der Rettungshubschrauber Christoph Europa 5 aus Niebüll kann seit Juni 2025 dank neuer Vereinbarungen rund um die Uhr Einsätze in Süddänemark fliegen.
  • Ein erster nächtlicher Einsatz bei Apenrade zeigte mit einem schnellen Transport eines Herzinfarktpatienten nach Odense die große Zeitersparnis gegenüber dem Rettungswagen.
  • 2025 absolvierte Christoph Europa 5 insgesamt 46 grenzüberschreitende Einsätze nach Dänemark und insgesamt 1.555 Flüge, meist wegen Herz-Kreislauf-Notfällen und Unfällen.

Diese Infobox wurde mithilfe von KI generiert und von der Redaktion geprüft.

Herzinfarkt, Schlaganfall oder schwerer Unfall: Wenn Eile geboten ist, ist gerade im ländlichen Nordschleswig der Rettungshubschrauber das schnellste Mittel für die Notfallversorgung. 

Dank einer grenzüberschreitenden Kooperation fliegt der seit mehr als zwei Jahrzehnten im südschleswigschen Niebüll (Nybøl) stationierte Rettungshubschrauber Christoph Europa 5 inzwischen auch in Süddänemark zu Einsätzen – durch neue Vereinbarungen zwischen der Region Süddänemark und der DRF Luftrettung seit Anfang Juni 2025 rund um die Uhr, also auch nachts. 

Einer der ersten Nachteinsätze nach dieser Neuregelung fand im Juli 2025 nördlich von Apenrade (Aabenraa) mit dem Stichwort „unklarer Thoraxschmerz“ statt. Mit vor Ort diagnostiziertem akutem Herzinfarkt wurde der stabilisierte Patient in nur 23 Minuten in die Universitätsklinik nach Odense geflogen. Ein Rettungswagen hätte für die Strecke 100 Minuten gebraucht.

46 Rettungseinsätze über die Grenze

Wie wichtig der grenzüberschreitende Einsatz ist, zeigen die Zahlen aus dem vergangenen Jahr. Denn der Einsatz in Apenrade war nur einer von insgesamt 46, bei dem Christoph Europa 5 über die Grenze geflogen ist. Das teilt die Pressesprecherin der DRF Luftrettung, Stefanie Kapp, auf Nachfrage des „Nordschleswigers“ mit. 

Luftrettung in Nordschleswig

  • Als „Christoph Europa 5” am 1. April 2005 seinen Dienst in Niebüll aufnahm, markierte dies den Beginn der ersten grenzüberschreitenden Luftrettung zwischen Deutschland und Dänemark. 
  • Besonders abgelegene Gebiete wie die Insel Röm (Rømø) oder die Gemeinden Tondern (Tønder), Hoyer (Højer), Tingleff (Tinglev) und Bau (Bov) profitieren von der schnellen Verfügbarkeit. Röm ist zum Beispiel in nur elf Minuten zu erreichen.
  • Die Finanzierung ist derzeit gesichert. Die Region Süddänemark zahlt knapp 900 Kronen (120 Euro) pro Flugminute, dafür besteht der Service 24 Stunden täglich.
  • Zum Einsatz kommt seit 2023 ein hochmoderner Hubschrauber vom Typ H145 (Airbus) mit Fünfblattrotor. Die Maschine bietet mehr Platz und ermöglicht dank Autopilot und digitalem Cockpit besonders sichere Flüge – sowohl in der Notfallrettung als auch beim Kliniktransport.

Insgesamt drei Nachteinsätze gab es 2025, 43 Mal war die Rettungscrew tagsüber unterwegs, um Leben zu retten.

Durchschnittlich 40 Einsätze jährlich

Im Schnitt fliegt Christoph Europa 5 rund 40 Einsätze jährlich in Dänemark. 2021 kam die Rettung aus der Luft sogar 51-mal über die Grenze.

Insgesamt flog der in Niebüll stationierte Hubschrauber der DRF Luftrettung 2025 insgesamt 1.555 Einsätze, davon 1.138 in der Notfallrettung (927 tagsüber, 211 nachts) und 417 (325 tagsüber, 92 nachts) zum Transport kritisch kranker oder verletzter Patientinnen und Patienten zwischen Kliniken. Das geht aus der kürzlich veröffentlichten Jahresbilanz hervor. 2024 wurde Christoph Europa 5 zu 1.312 Einsätzen alarmiert.

Häufigste Alarmierungsgründe zu Notfalleinsätzen des Hubschraubers waren wie in den Vorjahren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Auch zu Unfällen und Stürzen wurden die rot-weißen Luftretterinnen und -retter besonders oft alarmiert.