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Warteraum-Wiedereröffnung in Sonderburg bedeutet Aus für „L:Ron:Harald“-Kunst

Der Wartesaal des Sonderburger Busbahnhofs blieb seit Jahren für alle Passagiere verschlossen. Nur die Busfahrerinnen und Busfahrer hatten einen Schlüssel, weil sie dort eine Pause einlegen konnten.

Am Busbahnhof Sonderburg ist der Warteraum ab Montag wieder zugänglich. Die bunten Kunstwerke von Künstler L:Ron:Harald sind verschwunden, da die Stadt einen neuen Anfang wagt. Besucherinnen und Besucher erwartet ein frisch gestrichener Raum.

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Zusammenfassung

  • Der Wartesaal am ZOB Sonderburg wird ab 9. Februar wieder täglich von 6 bis 20 Uhr für Fahrgäste geöffnet.
  • Die Kommune stellt dafür jährlich 200.000 Kronen für Miete, Heizung, Reinigung und Schließanlage bereit.
  • Die früheren bunten Streetart-Werke von L:Ron:Harald wurden entfernt, die Räume sind nun schlicht weiß gestrichen.

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Am Montag, 9. Februar, 6 Uhr, passiert das, wonach sich wahrscheinlich sehr viele Buspassagiere am ZOB in Sonderburg (Sønderborg) gerade in den vergangenen eiskalten Wintermonaten gesehnt haben: Der warme Wartesaal wird künftig wieder von 6 bis 20 Uhr für alle öffentlich zugänglich sein.

Der Sonderburger Stadtrat hat in der Haushaltsabsprache 2026-2029 jährlich 200.000 Kronen für diesen ganzwöchigen wärmenden Service der Nutzerinnen und Nutzer des öffentlichen Transportmittels abgebucht.

Die Kunstwerke waren einmal

Im Wartesaal, in den Toilettenräumen und auf dem Gang wird den Wartenden aber sofort etwas auffallen: Die großflächigen und provokativ knallig bunten Kunstwerke von L:Ron:Harald, alias Lars Jensen, sind verschwunden. Die Wände sind alle frisch mit weißer Farbe gestrichen worden. Jensens dramatische und für einige vielleicht auch etwas provokante Werke haben gerade dem älteren Publikum nicht immer gefallen, wie die Kommune feststellt.

Die Kunstwerke entstanden vor vielen Jahren – jetzt wagen wir einen neuen frischen Anfang.

Tina Aagaard Mørkeberg

„Diese Zeit ist nun einfach vorbei, und jetzt ist alles wieder weiß. Die Kunstwerke entstanden vor vielen Jahren – jetzt wagen wir einen neuen frischen Anfang“, stellt die für den Warteraum zuständige Bevollmächtigte Tina Aagaard Mørkeberg fest.

Dosenfarben-Aktion gesundheitheitsschädlich

Der landesweit bekannte Sonderburger Künstler Lars Jensen hatte 2011 einen Auftrag der Kommune angenommen. Er sollte den Warteraum im ZOB mit seiner für ihn so typischen Spraydosen-Kunst verzieren. Sein Projekt musste er dann aber plötzlich abbrechen, weil die Behörden die Dosenfarben beim Malen im Innern von Gebäuden als gesundheitsschädlich eingestuft hatten.

 

Lars Jensens Kunstwerke gaben den Warteraum einen modernen Ausdruck.

Für den Künstler war das Verbot damals unverständlich. Der Warteraum, die Toiletten und der Gang blieben beim Malen abgesperrt, und Lars Jensen selbst trug ein Atemschutzgerät. Er meinte, dass Graffiti dämonisiert werde, so der Künstler im März 2011 gegenüber „JydskeVestkysten“.

Im Oktober 2015 wurden L:Ron:Haralds fertige 80 Quadratmeter Streetart offiziell von der Vereinigung „Sønderborg Kommunes Kunstfond“ eingeweiht. Die getrockneten und fertigen Kunstwerke stellten keine Gefahr für die Menschen im Busbahnhof dar.

Der Wartesaal ist künftig in der ganzen Woche von 6 bis 20 Uhr geöffnet.

Vom Zug zum Bus

 

    • Ab 1898 Sonderburger Knotenpunkt für die Züge der alsischen Amtsbahnen nach Norburg (Nordborg), Schauby (Skovby) und Mummark (Mommark)
    • 1913 Abriss des ersten Gebäudes 
    • Mit Einweihung der Klappbrücke Christian d. X’ wurde das alsische Zugnetz mit Jütland verbunden
    • 1933 wurde der heutige Bahnhof am Alsion die Endstation der Züge.
    • 1962 wurde das Gebäude Sonderburgs ZOB

200.000 Kronen im Jahr

Der Aufenthaltsraum wurde dann vor fünf Jahren komplett gesperrt. Aus finanziellen Gründen, weil die Kommune Sonderburg damals auf allen Konten nach Sparmaßnahmen suchte.

Mit den nun für den wieder offenen Warteraum abgesetzten 200.000 Kronen werden die Miete – das stattliche Gebäude aus dem Jahr 1933 gehört der staatlichen Eisenbahngesellschaft DSB –, Heizkosten, die Säuberung und der automatische Schlösserdienst finanziert.