Ländlicher Raum

Nach „Stalden“-Schließung: Die Sether Dorfgemeinschaft baut eigene Begegnungsstätte 

Uwe Carstensen befestigt in einem alten, gefliesten Bad einen Spiegel an der Wand.
Uwe Carstensen war einer der vielen Freiwilligen, die bei der Renovierung des Zuzüglerhauses mitanpackte

Die Schließung des Bed-and-Breakfast-Betriebs von Hanne und Uwe Carstensen stellte das Dorf vor neue Herausforderungen. Doch ein neues Versammlungshaus soll Abhilfe schaffen.

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Power-Dorf Seth

  • In Seth reagiert die Dorfgemeinschaft auf den Wegfall früherer Treffpunkte und plant ein eigenes Versammlungshaus.
  • Das neue fælleshus soll bis zu 50 Personen Platz bieten und vielfältige Veranstaltungen für das Dorf ermöglichen.
  • Für die Vorplanung erhält der Lokalrat 156.000 Kronen Fördermittel, setzt auf zusätzliche Finanzierung und ein nachhaltig gebautes Haus.

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In vielen Dorfgemeinschaften sind Schulen und Kindergärten und sogar ein Kaufmannsladen wichtige Begegnungsstätten. Zum Feiern geht es in das örtliche Versammlungshaus.

Aber was tun, wenn es weder das eine noch das andere mehr gibt? Diese Erfahrung hat die äußerst gesellig veranlagte und auf Gemeinschaftssinn geeichte Dorfgemeinschaft in Seth (Sæd) gemacht. Seit der Schließung des Bed-and-Breakfast-Betriebs „Sovgodt“ und von „Stalden“ von Hanne Frisk Hansen und ihrem Mann Uwe Carstensen im vergangenen Jahr, hat der Ort „kein Dach mehr über dem Kopf“. Auch das Versammlungshaus ist heute komplett ein Teil der Wohnstätte für erwachsene Behinderte, „Landlyst“, geworden.

Davon lässt sich der Lokalrat von Seth nicht unterkriegen. Nun soll ein eigenes Versammlungshaus (fælleshus) gebaut werden, wo sich die Bewohnerinnen und Bewohner treffen können. „Wir legen mit voller Kraft los. Wann wir einziehen können, wage ich noch nicht zu sagen. Wir haben aber schon eine Menge Vorarbeit geleistet“, erzählt der Vorsitzende des Lokalrats, Flemming Frandsen.

Platz für 50 Personen

In dem geplanten Versammlungshaus ist Platz für bis zu 50 Personen. Vorgesehen sind eine Küche und sanitäre Anlagen. Künftig könnten dort Weihnachtsfeiern, Flohmärkte, Ringreiterfeste, Lottospiele, Vortragsabende oder Bürgerversammlungen stattfinden.

Entstehen soll das Gebäude auf dem nach einem Brand frei gewordenen Grundstück, auf dem früher der Hof der Familie Tygsen stand. Für die Nutzung des aufgeteilten Geländes hat der Lokalrat auch den Bau von Tinyhouses angedacht, ohne dass es zu diesem Punkt schon aktuelle Pläne gibt, so Frandsen.

156.000 Kronen für Entwicklung des ländlichen Raums

Für die Vorplanung und die Hinzuziehung von Expertinnen und Experten hat der Lokalrat einen Zuschuss in Höhe von 208.000 Kronen aus dem Topf für lokale Entwicklungspläne (auf Dänisch: lokale udviklingsplaner, LUP) bei der Kommune beantragt. Das Gesuch wurde dem neu zusammengesetzten Fachausschuss für Arbeitsmarkt und den ländlichen Raum vorgelegt, der dem Antrag aber nicht in vollem Umfang entsprechen konnte. Er begrenzte die Zuwendung auf 156.000 Kronen, was ungefähr 75 Prozent der beantragten Summe entspricht.

Über eigene Mittel, Fremdmittel und das Einwerben von Fondsgeldern sollen die Baukosten finanziert werden. „Dass wir weniger Geld bekommen als beantragt, ist kein Problem. Das schaffen wir auch. Wir haben durch die Jahre bewiesen, dass die Projekte, die wir anpacken, auch durchgeführt werden“, so der zuversichtliche Vorsitzende.

Das Gemeinschaftshaus soll nachhaltig gebaut werden. Denn die Umwelt steht bei den Setherinnen und Sethern hoch im Kurs. Mit gemeinsamen Aktionen gelang es ihnen, im vergangenen Jahr, Klimaort der Kommune Tondern zu werden.

Christian Andresen und ein junger Helfer arbeiten an der Inneneinrichtung des Zuzüglerhauses in Seth.
Mit junger Unterstützung packt Christian Andresen bei der Einrichtung des Zuzüglerhauses in Seth an (Archivfoto).

Ein weiteres Projekt war die Einrichtung eines Zuzüglerhauses, das an Zugezogene als Sprungbrett für ihr neues Leben in Dänemark vermietet wurde. Nun ist es verkauft worden.

„Diese Idee war ein Erfolg. Die Mieter blieben zwar nicht in Seth, aber haben sich in der Kommune Tondern ein neues Zuhause aufgebaut. Das ist aus kommunaler Sicht ein Erfolg. Es gibt keinen Bedarf mehr für ein Zuzüglerhaus“, unterstreicht Frandsen.