Kommunalpolitik

3,1 Millionen Kronen für besonders schutzbedürftige ältere Menschen in Tondern

Anette Abildgaard Larsen (Kons.) ist als Vorsitzende des Gesundheitsausschusses zuständig für die Pflegeangebote in der Kommune Tondern (Archivfoto).

Mehr Geld als erwartet, große Aufgaben und viele offene Fragen: Mit einem millionenschweren Staatszuschuss will die Kommune Pflegeangebote für ältere Menschen mit komplexen Problemen neu denken. Warum es dabei nicht nur um Pflegeplätze geht – und weshalb Fachbereiche künftig enger zusammenarbeiten müssen.

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Zusammenfassung

  • Die Kommune Tondern erhält 3,1 Millionen Kronen zur Verbesserung von Angeboten für besonders schutzbedürftige ältere Menschen.
  • Mit dem Geld sollen verstreute spezielle Pflegeplätze überprüft, gebündelt und besser an komplexe psychische und soziale Bedürfnisse angepasst werden.
  • Politik und Fachbereiche wollen ressortübergreifend zusammenarbeiten, um bislang übersehene Betroffene zu erreichen und passgenauere Hilfsstrukturen aufzubauen.

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Die Kommune Tondern (Tønder) erhält 3,1 Millionen Kronen aus einem staatlichen Fördertopf, mit dem gezielt Projekte für sozial besonders schutzbedürftige ältere Menschen unterstützt werden. Insgesamt werden landesweit 20,5 Millionen Kronen an neun Kommunen verteilt. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen in Pflegeheimen für Menschen mit komplexen psychischen, sozialen oder gesundheitlichen Herausforderungen zu verbessern.

Die Entscheidung über die Vergabe der Mittel fiel im Seniorenministerium zu einem Zeitpunkt, als Mette Kierkgaard (Moderate) noch Ministerin war. In dieser Woche hat ihr Parteikollege, der frühere Tonderner Bürgermeister Henrik Frandsen, das Amt übernommen. Die Mittelzuteilung erfolgte vor Frandsens Amtsantritt.

„Ich muss gestehen, dass ich maximal mit bummelig 2,2 Millionen Kronen gerechnet hatte, als ich davon erfuhr, dass wir zu den neun ausgewählten Kommunen zählen“, sagt Anette Abildgaard Larsen (Kons.), Vorsitzende des Gesundheitsausschusses der Kommune Tondern. „Umso erfreuter bin ich, dass man uns 3,1 Millionen Kronen als Zuschuss für die Umsetzung unserer Pläne gewährt.“

Pflegeplätze gibt es – aber verteilt

Wie Abildgaard Larsen betont, fehlt es in der Kommune nicht grundsätzlich an Pflegeplätzen für Menschen mit besonderen Problemen. So gebe es im Solgården in Bedstedt (Bedsted) bereits mehrere entsprechende Plätze. Weitere seien jedoch auf verschiedene Pflegeeinrichtungen in der Kommune verteilt.

„Wir müssen jetzt herausfinden, ob es nicht sinnvoller wäre, diese Plätze in einer Einrichtung zu bündeln“, sagt die Gesundheitsausschussvorsitzende. „Es ist auf jeden Fall nicht sinnvoll, diese Menschen gemeinsam mit ausschließlich demenzkranken Personen unterzubringen. Denn sie sind ja nicht unbedingt dement, sondern haben andere Herausforderungen, die es ihnen nicht mehr möglich machen, allein zu leben.“

Menschen, die durchs Raster fallen

Eine besondere Schwierigkeit sieht Abildgaard Larsen darin, dass diese Personengruppe bislang oft durch das Raster der bestehenden kommunalen Angebote fällt. Zwar verfüge Tondern über ein – wie sie sagt – „sehr gutes Wohlfahrtsprogramm“, der Fokus liege jedoch stark auf der mentalen Gesundheit von Jugendlichen und älteren Menschen.

„Bei den anderen Altersgruppen können wir bestimmt noch besser werden“, sagt sie. „Ich denke, dass es da eine Dunkelziffer gibt, deren Ausmaß uns nicht bekannt ist. Da müssen wir ansetzen.“

Wie erreicht man die Betroffenen?

Damit stellen sich grundsätzliche Fragen: Wie erreicht man diese Menschen? Wie erkennt man ihre Bedürfnisse? Und wie gelingt der erste Kontakt? Antworten darauf müssten Politik und Fachpersonal nun gemeinsam entwickeln.

„Der Gesundheitsausschuss ist nicht allein zuständig. Wir müssen uns ressortübergreifend zusammensetzen, um die Aufgabe anzugehen“, betont Abildgaard Larsen. Künftig müssten insbesondere die Bereiche Pflege und Fürsorge, Kultur und Freizeit sowie Erwachsene und Soziales enger zusammenarbeiten.

„Ohne fachübergreifende Zusammenarbeit können wir das Problem nicht lösen“, sagt sie. Es gehe um Einsamkeit, fehlende soziale Kontakte, Alkohol- oder Drogenabhängigkeit, finanzielle Schwierigkeiten, psychische Erkrankungen oder körperliche Einschränkungen – oft in Kombination. Die Herausforderungen seien vielfältig und komplex.

Keine ausgeprägte Obdachlosigkeit

Ein Aspekt, der die Situation in der Kommune Tondern von anderen Regionen unterscheidet: Obdachlosigkeit spielt hier kaum eine Rolle. Dennoch sieht die Kommune Handlungsbedarf, um älteren Menschen mit besonderen Lebensgeschichten ein stabiles, sicheres Umfeld zu bieten.

Die nun bewilligten Mittel sollen dabei helfen, passgenauere Strukturen zu schaffen – und Lücken zu schließen, die bislang kaum sichtbar waren.