Nachruf

Lars Erslev Andersen: Erklärer globaler Konflikte aus Hadersleben ist tot

Der aus Hadersleben stammende Forscher Lars Erslev Andersen prägte über Jahre die öffentliche Debatte zu Terrorismus und Nahostpolitik.

Er ordnete die Welt ein. Lars Erslev Andersen erklärte globale Konflikte, lange bevor sie Schlagzeilen machten. Jetzt ist der Terror- und Nahostforscher aus Hadersleben im Alter von 69 Jahren gestorben.

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Zusammenfassung

  • Der Terror- und Nahostforscher Lars Erslev Andersen aus Hadersleben ist im Alter von 69 Jahren gestorben.
  • Er wurde nach dem 11. September als Experte bekannt und analysierte vor allem den israelisch-palästinensischen Konflikt sowie die US-Außenpolitik.
  • Zuletzt veröffentlichte er eine Studie zur Vertreibung der Palästinenser.

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Bekannt wurde Lars Erslev Andersen einer breiten Öffentlichkeit nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. In den folgenden Jahren trat er regelmäßig als Experte in dänischen Medien auf. Er erklärte Hintergründe, ordnete Ideologien ein und widersprach vereinfachenden Deutungen, schreibt sein Arbeitgeber, das Dänische Institut für Internationale Studien (Diis), wo er als Seniorforscher tätig war.

Fokus Nahost

Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt lag auf dem Nahen Osten, vor allem auf dem israelisch-palästinensischen Konflikt. „Am bekanntesten war er für seine Vermittlung von Forschung zur Israel-Palästina-Frage“, so Diis in einem Nachruf. Ferner beschäftigte sich Lars Erslev Andersen mit der Rivalität zwischen den USA und China sowie mit der Außenpolitik und dem Selbstverständnis der Vereinigten Staaten.

Forschung, Buch und Promotion

2023 veröffentlichte er das Buch „Den amerikanske mission“, in dem er die amerikanische Sicherheits- und Machtpolitik analysierte. Die Arbeit bildete zugleich seine Dissertation. 2025 erhielt er dafür den Doktortitel an der Universität Aarhus.

Kurz vor seinem Tod erschien seine letzte Studie „Anatomy of Displacement“. Darin untersuchte er die systematische Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung seit der Gründung Israels. Zur Vorstellung der Studie an der Universität Aalborg in Kopenhagen konnte er krankheitsbedingt nicht mehr selbst anreisen.

Kollegin: „Immer auf der Seite von Menschen in Not“

Die Anthropologin Sine Plambech würdigte ihn in einem Beitrag als herausragenden Nahostexperten und Kollegen: „Du hast so klar zum Ausdruck gebracht, worauf es in dieser Welt ankommt. Immer auf der Seite derer, die in Not sind. Danke.“

Hobbys jenseits der Forschung

Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit hegte Lars Erslev Andersen eine Leidenschaft für Sport und Reisen. Geboren in Hadersleben (Haderslev), studierte er später Ideengeschichte an der Universität Aarhus. Er hinterlässt einen erwachsenen Sohn.