Postzustellung

Verspätete Briefe: Tausende Menschen wenden sich an Dao

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Dao-Mitarbeiterin stellt Briefe an Briefkästen zu
Die Briefzustellung stockt im neuen Jahr.

Die Übernahme der Briefzustellung durch Dao läuft seit Jahresbeginn mit Verzögerungen. Viele Briefe kommen nicht oder nur verspätet an. Auch Post aus Deutschland scheint betroffen. Das Regionskontor antwortet vermehrt auf Anfragen.

Seit das Vertriebsunternehmen Dao (Dansk Avis Omdeling) zum Jahreswechsel die Briefzustellung von Postnord übernommen hat, warten viele Bürgerinnen und Bürger auf ihre Briefe. Das berichtet „DR“.

Insbesondere die Anhäufung von Briefen hat Dao überrascht und ist einer der Gründe für die Verzögerungen, sagt Daos Direktor Hans Peter Nissen gegenüber dem Sender. So gebe es besonders Probleme mit dem Einsammeln und der Sortierung der Briefe.

Probleme auch mit Briefen aus Deutschland

Auch Briefpost aus Deutschland kommen offenbar verspätet an. Mehrere Personen haben sich bereits an den „Nordschleswiger“ gewandt und über die Probleme berichtet. „Seit dem 1. Januar haben ich und viele Freunde keine Post mehr aus Deutschland bekommen“, schreibt Milo Novak aus Ekensund (Egernsund) unserer Redaktion. Seine Arztpraxis in Flensburg, die viele dänische Patientinnen und Patienten habe, teilte ihm mit, dass alle Rechnungen zurückgekommen seien. Er selbst habe versucht, Dao zu kontaktieren, aber keine Antwort bekommen. Danach schrieb er an die Region Sønderjylland-Schleswig. 

Auch dort häufen sich die Anfragen. „Wir haben das Thema ganz oben auf der Tagesordnung und werden dies bei der Politik vorbringen“, heißt es in einer Antwort an Novak. Wie groß die Erfolgsaussichten sind und was eigentlich genau los ist, weiß man auch im Regionskontor nicht. „Wie man in Zukunft gedenkt, seine Verpflichtungen aus dem internationalen Postvertrag zu erfüllen, vermögen wir nicht zu sagen. Aufgrund der Kundenrückmeldungen klappt das offensichtlich gar nicht“, heißt es in der Antwort. Bürgerinnen und Bürger könnten jedoch auch eine Beschwerde bei der EU-Kommission einreichen.

Probleme für Menschen mit Befreiung von digitaler Post

Neben der Post aus Deutschland sind es vor allem Kreditkarten, die von Banken an Kundinnen und Kunden verschickt wurden, und Briefe an ältere Menschen, bei denen es zu Verzögerungen kommt. Von „Finans Danmark“, der Interessenorganisation der Banken, heißt es, dass es sich um ein „landesweites Problem“ handelt. Auch Ældre Sagen meldet den Medien einen Anstieg der fehlenden Postsendungen für die Mitglieder der Organisation. 

Die Verzögerungen stellen ein besonders großes Problem für die 250.000 Bürgerinnen und Bürger dar, die vom Empfang digitaler Post befreit sind, heißt es. 

Dao teilt mit, dass sie im Januar 4,5 Millionen Briefe zugestellt und 15.000 Beschwerden über verspätete Briefe erhalten haben. „Das tut uns leid, denn man muss sich darauf verlassen können, dass ein mit Dao verschickter Brief pünktlich ankommt. Wir nehmen das sehr ernst“, sagt Steen Breiner, Kommunikationsleiter des Zustellunternehmens. 

Die Herausforderungen bestehen seiner Meinung nach auf dem Weg des Briefes vom Paketladen zum Sortierlager des Unternehmens in Rødovre.„Deshalb überprüfen wir jetzt alle Prozesse, die es gibt, vom Einwurf des Briefes in einen Dao-Briefkasten bis zur Ankunft in der Sortierung. Wir müssen die Lücken finden und sie dann schließen. Diese Arbeit ist im Gange und hat unsere volle Aufmerksamkeit“, so Breiner.

Postnord hat Briefgeschäft Ende 2025 eingestellt

Im Jahr 2000 gab es laut Zahlen der Verkehrsbehörde 1,44 Milliarden Briefsendungen, während die Zahl bis 2024 auf 122 Millionen gesunken war. Dies war auch einer der Gründe, warum Postnord bekannt gab, das Briefgeschäft einstellen zu wollen. Im Jahr 2024 wurde die Beförderungsplicht abgeschafft. Bis dahin war Postnord verpflichtet, Briefe im ganzen Land zuzustellen.

Die Verkehrsbehörde (Trafikstyrelsen) hat „Ritzau“ zuvor mitgeteilt, dass der Postmarkt und die Qualität der Briefzustellung durch Dao überwacht werden. „Seit dem 1. Januar 2014 überwachen wir den Postmarkt, um zu beurteilen, ob die landesweiten Postunternehmen Pakete und Briefe zu einheitlichen Preisen und innerhalb der von ihnen zugesagten Fristen zustellen“, teilte die Behörde mit.

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