Postwesen

Dao übernimmt: Porto auf Briefe nach Deutschland sinkt

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Dao kümmert sich ab Januar um Briefe ins Ausland.

Post ins Ausland wird günstiger, wenn das Zustellunternehmen Dao ab Januar Briefe abholt und zustellt. Postnord kümmert sich weiterhin um Pakete und die Umverteilung im internationalen Postterminal in Kastrup. Die zwischenzeitliche Lösung wird vom Staat bezuschusst und gilt zunächst für das Jahr 2026.

Wer aus Nordschleswig regelmäßig Briefe nach Deutschland sendet, kann sich auf günstigere Briefmarken freuen. Ab 1. Januar 2026 übernimmt das Postunternehmen Dao die Verteilung von Auslandsbriefen von Postnord. Gleichzeitig sinkt der Preis von 50 auf 46 Kronen pro Brief. Das teilt das Transportministerium mit

Briefeschreiberinnen und -schreiber müssen ihre Post dann mit Marken von Dao frankieren und in einem Dao-Shop abgeben. Gegen einen Aufpreis ist auch die Abholung von zu Hause möglich. 

Postnord-Marken verlieren Gültigkeit

„Als Teil der Postabsprache müssen wir uns um die Auslandspost kümmern“, so Transportminister Thomas Danielsen (Venstre). Die deutlichste Veränderung sei, dass es etwas billiger werde. 

Post Danmarks Briefmarken verlieren mit dem 1. Januar ihre Gültigkeit. Für einen begrenzten Zeitraum können sie jedoch gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgegeben werden. 

Mit dem Austritt von Post Danmark aus dem Briefmarkt musste eine zwischenzeitliche Lösung für Auslandsbriefe gefunden werden. Für das Jahr 2026 übernimmt Dao die Abholung und Zustellung von Auslandsbriefen sowie von nationalen Einschreiben und Vorladungen (forkyndelsesbreve).

Subventioniertes Übergangsmodell

Postnord bleibt verantwortlich für die Aufgaben, die im internationalen Postterminal am Flughafen Kastrup gelöst werden müssen. Außerdem wird das Unternehmen weiterhin für das Ausland bestimmte Pakete abholen und umverteilen. 

Der Staat subventioniert das Übergangsmodell mit 110 Millionen Kronen.

Laufzeit über die Grenze

Hintergrund: Postzustellung in Dänemark

Seit dem Jahr 2000 ist die Anzahl der Briefe um 90 Prozent gesunken, allein von 2023 auf 2024 ging sie um weitere 30 Prozent zurück. Hinzu kommt: Seit dem 1. Januar 2024 gilt in Dänemark eine neue Postgesetzgebung, die Postnord von der bisherigen Beförderungspflicht entbindet. Damit entfielen auch die staatlichen Zuschüsse an das Unternehmen, die die Briefzustellung bis dato subventionierten. Selbst eine Portoerhöhung auf 29 Kronen kann den Verlust nicht ausgleichen. Die Briefzustellung bleibt ein Minusgeschäft.

Die bislang vereinbarte Laufzeit für Briefe zwischen Postnord und Deutscher Post beträgt von Deutschland nach Dänemark 5 bis 7 Werktage – also maximal 9 Tage, in Richtung Deutschland 4 bis 6 Werktage – also maximal 8 Tage. 

Internationale Briefe aus Deutschland nach Dänemark sollen auch nach Januar 2026 weiterhin über Postnord ausgetauscht werden, teilt die Deutsche Post auf Nachfrage mit. „Die Postnord DK ist gegenüber dem Weltpostverein für die Erfüllung der Pflichten Dänemarks aus dem Weltpostvertrag als sogenannter ,Designated Operator' benannt“, so Pressesprecher Tobias Buchwald auf Nachfrage.

Der Artikel ist ursprünglich am 5. November veröffentlich worden.