ZUSCHRIFT

Zum Abschied von Uwe Tramm – eine persönliche Erinnerung

Hände tippen auf der Tastatur eines aufgeklappten Laptops.
Symbolfoto

Uwe Tramm prägte den Apenrader Ruderverein nachhaltig. Seine ruhige Art und organisatorisches Talent hinterließen bleibende Spuren. Ein Nachruf auf einen besonderen Menschen.

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Zuschriften

Dieses ist eine Zuschrift. Leserinnen und Leser können sich auf diese Weise auf die Berichterstattung des „Nordschleswigers” beziehen und ihre Sicht der Dinge schildern. Die hier geäußerten Ansichten und Meinungen geben nicht unbedingt die Haltung der Redaktion wieder.

Mit großer Trauer nehmen wir im Apenrader Ruderverein Abschied von Uwe Tramm, einem Ruderkameraden, der für viele von uns weit mehr war als „nur“ ein Vereinsmitglied.

Uwe kam Mitte der 2000er Jahre zu uns nach Apenrade, nachdem er in die Stadt gezogen war. Er erschien eines Tages im Bootshaus – ruhig, freundlich, ein wenig zurückhaltend – und doch war sofort zu spüren: Da kommt jemand, der den Rudersport wirklich im Herzen trägt.

Für Uwe war Apenrade nicht einfach ein neuer Wohnort. Über seine Mutter hatte er familiäre Wurzeln hier. Als Kind hatte er Zeit in der Stadt verbracht, bei seinen Großeltern aus der Familie Larsen. Manchmal erzählte er beiläufig davon, und man merkte, dass diese frühen Erinnerungen für ihn etwas Bedeutendes waren – eine Art Heimkehr, als er später wieder hier lebte.

Beruflich hatte Uwe ein erfülltes Leben geführt. Er war Architekt, arbeitete in Kiel und Juelsminde, und viele Jahre war er aktiver Ruderer im traditionsreichen Ruderverein Germania Kiel. Diese Erfahrung brachte er mit nach Apenrade – nicht laut, nicht belehrend, sondern mit jener stillen Selbstverständlichkeit, die echte Kompetenz ausstrahlt.

Schon bald wurde klar, wie sehr der ARV von ihm profitieren würde. Uwe hatte ein außergewöhnliches organisatorisches Talent und zugleich handwerkliches Geschick. Wenn im Klubhaus etwas repariert, geplant oder verbessert werden musste, war Uwe oft einer der Ersten, die einfach anpackten. Ohne viele Worte – aber mit Wirkung.

Viele von uns erinnern sich an die gemeinsamen Arbeitseinsätze: Man traf sich morgens, es wurde geschraubt, gestrichen oder gebaut – und zwischendurch gab es Kaffee, ein paar trockene Bemerkungen von Uwe und dieses stille Gefühl von Gemeinschaft, das unseren Verein ausmacht.

Und natürlich waren da die Stunden auf dem Wasser: Ausfahrten auf der Apenrader Förde, wenn das Licht ruhig über dem Fjord lag und die Boote gleichmäßig durchs Wasser glitten. Uwe genoss diese Momente. Er war keiner, der viel Aufhebens machte – aber man spürte, dass er genau dafür lebte: für das einfache Zusammenspiel von Natur, Sport und Kameradschaft.

Auch in der Vereinsführung übernahm Uwe Verantwortung. 2007 wurde er nach Klaus A. Zerrahn zum Vorsitzenden des Apenrader Rudervereins gewählt. In diesen Jahren führte er den Verein mit großer Verlässlichkeit, Ruhe und Umsicht. 2011 übergab er das Amt an mich, und ich habe diesen Übergang stets als Ausdruck seines Vertrauens und seiner echten Verbundenheit mit dem ARV empfunden. Uwe brachte Struktur, Besonnenheit und Menschlichkeit in die Vereinsarbeit – Eigenschaften, die man nicht hoch genug schätzen kann.

In den vergangenen Jahren wussten wir um seine Parkinson-Erkrankung. Es war schwer zu sehen, wie ihn die Krankheit zunehmend einschränkte. Schließlich lebte er in einem Pflegeheim in Kiel. Doch solange es ging, hielten wir den Kontakt. Es gab noch Telefonate – manchmal kurz, manchmal mühsam – aber immer getragen von dem Gefühl, dass die Verbindung blieb.

Als wir ihn in Kiel am vergangenen Freitag zur letzten Ruhe begleiteten, war es für uns selbstverständlich, dabei zu sein. Nicht nur, um Abschied zu nehmen, sondern um Danke zu sagen: für seine Zeit, seine Kraft, seine Freundschaft und seinen Einsatz für den Apenrader Ruderverein.

Uwe Tramm hat unseren Verein mitgeprägt – nicht durch große Worte, sondern durch seine Art, da zu sein.

Wir werden ihn nicht vergessen.

Ehre seinem Andenken.

Im Namen des Apenrader Rudervereins

Peter Asmussen, Vorsitzender