Geschichte

Geheimnisse am Hørup Klint: Bunker und Geschichte

Verschneite Uferwiese mit alten betonierten Bunkereingängen und kahlen Bäumen am Wasser
Ehemalige Militäranlagen bei Hørup Klint erinnern an die Torpedostation und das spätere Flüchtlingslager, worüber im Montagsclub im Deutschen Museum berichtet wird.

Hørup Klint: Eine Torpedostation aus dem Ersten Weltkrieg wurde später zur Versuchsstation der deutschen Kriegsmarine. Heute zeugen Bunker und Bombendemontierungsräume von der bewegten Vergangenheit. Einblicke in eine wenig bekannte Geschichte erwarten die Gäste des Montagsclubs im Deutschen Museum Nordschleswig.

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Zusammenfassung

  • Im Montagsclub am 9. Februar berichtet Hauke Grella über die kaum bekannte Geschichte von Hørup Klint an der Küste bei Höruphaff.
  • Dort richtete die kaiserliche Marine zunächst eine Torpedostation ein, die im Zweiten Weltkrieg zur Versuchsstation für Radar- und Infrarottechnik für U-Boote ausgebaut wurde.
  • Nach Kriegsende wurde das Gelände zum größten eingezäunten Flüchtlingslager im Sonderburger Polizeikreis mit bis zu 1.000 Menschen, eigenen Baracken, Kino und Bibliothek.

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Der Montagsclub am 9. Februar beginnt wie üblich um 15 Uhr im Deutschen Museum Nordschleswig in Sonderburg (Sønderborg). Neben Kaffee und Keksen gibt es dieses Mal von Museumsleiter Hauke Grella einen Einblick in einen Ort, von dem einige vermutlich noch nie gehört haben: die Torpedostation am Höruper Kliff (Hørup Klint). 

Es ist eine fast unglaubliche Geschichte, für die der Historiker diverse spannende und skurrile Dinge ausgegraben hat. Aber was passierte dort einst auf Alsen (Als) an der Küste?

Torpedos für U-Boote 

Bei Hørup Klint richtete die kaiserliche Marine 1906 eine Torpedostation ein. Dort wurden Torpedos für den U-Boot-Einsatz entwickelt und getestet und später der deutschen Kriegsmarine geliefert. Es gab vier Schießbahnen mit Reichweiten von 5.000 bis 11.000 Metern quer über die Flensburger Förde, unter anderem in Richtung Langballigau. Bis zu 400 Personen arbeiteten damals dort, so Hauke Grella.

Die Torpedostation war der Arbeitsplatz von 400 Angestellten.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden bei Hørup Klint Obdachlose in den Gebäuden untergebracht. Im Zweiten Weltkrieg wurde die deutsche Torpedostation geräumt und in eine Versuchsstation der deutschen Kriegsmarine umgewandelt. Die frühere Torpedostation gehörte nun zum Marine-Nachrichtenmittel-Versuchs-Kommando, dessen Hauptsitz nördlich von Travemünde in Pelzerhaken lag. Auf dem hermetisch abgesperrten Gelände bei Hørup Klint wurden Experimente mit Radar und infraroter Technik zur Ortung von Feinden gemacht. 

Damals gab es in der Bevölkerung viele Spekulationen, was in der militärischen Anlage am Wasser eigentlich vor sich ging, so Hauke Grella. 

Flüchtlingslager für Tausende

Die beiden Versuchsschiffe „Strahl“ und „Wullenweber“ lagen oft in der Bucht oder an der langen Brücke vertäut. Als der Zweite Weltkrieg endete, lagen vor Hörup (Hørup) acht U-Boote. Sie wurden am 5. Mai 1945 von den deutschen Soldaten versenkt.

Im Mai 1945 wurde die Versuchsstation mit den damaligen verschiedenen Baracken das größte eingezäunte Flüchtlingslager im Sonderburger Polizeikreis mit bis zu 1.000 Menschen. Mehrere der kleineren Lager in Nordschleswig wurden in den kommenden Jahren aufgelöst und die Menschen nach Hørup Klint in die frühere militärische Anlage gebracht.  

Der Sozialdienst Sonderburg freut sich beim Montagsclub im Museum Nordschleswig auf viele Gäste.

 

Ein lange Schneise führte neben der Torpedostation hinunter zum Wasser.