ZUSCHRIFT

Gesundheitszusammenarbeit über die Grenze wieder anschieben

Hände tippen auf der Tastatur eines aufgeklappten Laptops.
Symbolfoto

Gesundheitsversorgung: Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Dänemark im Gesundheitsbereich steht vor Herausforderungen. Frauen in Nordschleswig müssen weite Wege für Behandlungen auf sich nehmen. Eine bessere Kooperation könnte die Versorgung beidseits der Grenze verbessern.

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Zuschriften

Dieses ist eine Zuschrift. Leserinnen und Leser können sich auf diese Weise auf die Berichterstattung des „Nordschleswigers” beziehen und ihre Sicht der Dinge schildern. Die hier geäußerten Ansichten und Meinungen geben nicht unbedingt die Haltung der Redaktion wieder.

Die deutsche Minderheit hat zum Wohle aller vor Jahren dafür gesorgt, dass der Rettungshubschrauber aus Niebüll auch über die Grenze fliegt. Rettungswagen aus Flensburg können, wenn nötig, auch nach Nordschleswig ausrücken, und Frauen, die Bestrahlung brauchten wegen ihres Brustkrebses, konnten im Flensburger Krankenhaus orts- und zeitnah behandelt werden.

Dann beklagte, nicht unberechtigt, die dänische Seite, dass es immer nur in eine Richtung ging: Von Nordschleswig über die Grenze Richtung Süden. Die dänischen Kapazitäten wurden dann aufgestockt, die Zusammenarbeit mit der deutschen Seite ist aufgrund der Organisation mit den vielen verschiedenen Krankenkassen und den kleinteiligen Kommunen ohnehin nicht einfach, und die Behandlung in Flensburg wurde weitgehend gestrichen.

Aber mittlerweile muss eine Frau in Nordschleswig, die an Brustkrebs erkrankt, je nach Wohnsitz zur Operation nach Esbjerg oder Vejle, zur Bestrahlung in jedem Fall nach Vejle und zur Chemotherapie nach Sonderburg. Das ist eine Wahnsinnsbelastung in diesen schweren Zeiten.

Auf der anderen Seite müssen Frauen, die eine Abtreibung brauchen, aus dem Flensburger Raum bis nach Schleswig fahren, zusätzlich zu den Belastungen der vorgeschalteten Pflichtberatung, weil nach Paragraf 218 Abtreibung immer noch strafbar ist. 

Die katholischen Malteser haben die Diako in Flensburg komplett übernommen und führen nicht einmal im Falle einer Vergewaltigung eine Abtreibung durch. Im Apenrader Krankenhaus ist eine medizinische oder eine chirurgische Abtreibung möglich. Das könnte Frauen aus dem Flensburger Raum helfen. Bürokratische Hemmnisse lassen sich überwinden, wenn wir wollen.

Hier sähe ich als Hauptvorsitzende großes Potenzial für eine Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich – zum Nutzen aller Frauen beidseits der Grenze. 

Claudia Knauer

Jørgensgaard 28

6200 Aabenraa 

Kandidatin für den Hauptvorsitz des Bundes Deutscher Nordschleswiger