Haustiere

Wenn das Auto zur Kühlkammer wird: Risiko für Hunde bei Minusgraden

Hund blickt aus einem freigekratzten Loch in der schneebedeckten Heckscheibe eines Autos
Im Winter gilt: Hunde möglichst nur kurz im Auto lassen, ansonsten droht schnell eine Unterkühlung.

Hunde dürfen nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter nicht im Auto zurückgelassen werden. Bereits bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kühlt ein Fahrzeug schnell aus. Das kann für Hunde lebensgefährlich werden. Hier sind einige Ratschläge, die Hundebesitzerinnen und -besitzer unbedingt beachten sollten.

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Zusammenfassung

  • Tierschützer warnen vor der lebensgefährlichen Kälte für Hunde, die im Auto zurückgelassen werden.
  • Die Notrufzentrale von Dyrenes Beskyttelse verzeichnet deutlich mehr Meldungen über Hunde in kalten Fahrzeugen.
  • Schon um den Gefrierpunkt kühlt ein abgestelltes Auto rasch aus und kann bei Hunden zu Unterkühlung führen.

Diese Infobox wurde mithilfe von KI generiert und von der Redaktion geprüft.

Seit Wochen herrscht in Dänemark Eiszeit: eisige Temperaturen, Schnee und Wind. Für Hundebesitzerinnen und -besitzer ist es dieser Tage umso wichtiger, sich daran zu erinnern, dass nicht nur Hitze, sondern auch Kälte für Hunde im Auto lebensgefährlich sein kann. Sinkt die Außentemperatur in die Nähe des Gefrierpunktes, kühlt ein abgestelltes Fahrzeug innerhalb kurzer Zeit stark aus – mit potenziell schweren Folgen für das Tier.

Jeden Winter wenden sich besorgte Menschen an die Tierschutzorganisation Dyrenes Beskyttelse, weil sie Hunde allein in kalten Autos sehen. Im vergangenen Jahr erhielt die Notrufzentrale insgesamt 70 Anrufe zu diesem Thema – ein deutlicher Anstieg gegenüber 52 Anrufen im Jahr davor.

Wenn man selbst friert, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch der Hund friert.

Jens Jokumsen

„Es ist auffällig, dass wir einen so deutlichen Anstieg beobachten. Besonders besorgniserregend ist das, weil Hunde – genau wie Menschen – an Unterkühlung leiden können. Dabei verliert der Körper schneller Wärme, als er sie erzeugen kann, und das kann im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein“, sagt Jens Jokumsen, Leiter des Bereichs Heimtiere bei Dyrenes Beskyttelse.

Nach seinen Worten könnte der Anstieg auch darauf zurückzuführen sein, dass mehr Menschen reagieren und den Tierschutz kontaktieren, wenn sie einen Hund in einem kalten Auto sehen – was grundsätzlich positiv sei. „Unabhängig davon sind 70 Fälle in einem Jahr viel zu viele und zeigen, dass noch immer zu viele Hunde in Situationen zurückgelassen werden, die für sie gefährlich sein können.“

Kalt draußen – kalt im Auto

Jokumsen erklärt, dass Hunde besonders schnell frieren, wenn sie keine ausgeprägte Unterwolle haben – eine weiche, dichte Fellschicht, die Wärme speichert und nicht bei allen Rassen vorhanden ist. Deshalb sei es wichtig, auf die Temperaturen zu achten.

„Man sollte davon ausgehen: Wenn man selbst friert, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass auch der Hund friert“, sagt er.

Das gelte insbesondere für Autos. Sobald der Motor abgestellt ist, sinkt die Temperatur im Fahrzeuginneren schnell. Als Faustregel entspreche die Temperatur im Auto innerhalb kurzer Zeit der Außentemperatur. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt könne das Fahrzeug bereits nach etwa 30 Minuten ebenso kalt sein wie die Umgebung.

Allein einkaufen

Jens Jokumsen appelliert daher, Hunde zu Hause zu lassen, wenn man etwa einkaufen geht: „Auch wenn der Hund traurig wirkt, weil man das Haus verlässt, ist es für ihn jederzeit besser, in einem warmen Zuhause zu bleiben, als in einem eiskalten Auto zu sitzen, das ihn krank machen oder sogar sein Leben kosten kann“, so der Experte.

Ist es einmal absolut notwendig, den Hund für kurze Zeit im Auto zu lassen, ist es wichtig, einige einfache Vorsichtsmaßnahmen zu beachten: 

  • Lasse den Hund so kurz wie möglich im Auto sitzen.
  • Lege eine warme Decke, eine warme Unterlage oder etwas anderes Warmes bereit, damit der Hund sich warmhalten kann.

  • Lasse das Auto möglichst beheizt stehen.

  • Bringe einen Zettel mit deiner Handynummer an der Windschutzscheibe an, damit du in einer kritischen Situation kontaktiert werden kannst.

  • Je kleiner der Hund ist, desto schlechter verträgt er die Kälte. Achte daher auf Größe, Fell und Reaktionen deines Tieres, wenn es draußen kalt ist. Ab minus 6 Grad halten es die meisten Hunde nicht lange aus.

Hellbrauner Hund liegt auf blauer Decke im Kofferraum und schaut nach vorn
Wer im Winter seinen Hund doch einmal für kurze Zeit im Auto lassen muss, sollte eine wärmende Decke unterlegen.

Zeigt dein Hund Symptome von Unterkühlung, solltest du Folgendes tun, um ihm zu helfen:

  • Wenn der Hund Erfrierungen an Ohren, Pfoten, Rutenspitze oder Nase erlitten hat, ist es wichtig, nicht zu versuchen, die Stelle erneut warm zu massieren, da dies weitere Schäden verursachen kann.

  • Der Hund muss passiv gewärmt werden, das heißt entweder mit Decken oder Körperwärme eines Menschen.

  • Eventuell kann dem Hund auch etwas Warmes zu trinken angeboten werden, mit etwas Zucker darin, um ihm Energie zu geben.

  • Besitzer eines Hundes mit Unterkühlung oder Erfrierungen sollten sofort einen Tierarzt kontaktieren.