RegierungsUmbildung

Henrik Frandsen neuer Minister: „Ein Traum erfüllt sich vor einem traurigen Hintergrund“

Zwei Personen geben draußen vor Amalienborg ein Presse‑Statement.
Mette Frederiksen stellt Henrik Frandsen als neuen Minister vor.

Amtswechsel: Mette Kierkgaard tritt aus familiären Gründen zurück. Frandsen übernimmt das Ministeramt und setzt die begonnene Reform fort. Mehr über die Hintergründe und die feierliche Ernennung.

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Zusammenfassung

  • Henrik Frandsen ist von König Frederik zum neuen dänischen Minister für Senioren ernannt worden.
  • Er folgt auf Parteikollegin Mette Kierkgaard, die wegen der Krebserkrankung ihres Mannes aus familiären Gründen zurücktritt.
  • Frandsen spricht von der Erfüllung eines Traums vor einem traurigen Hintergrund und will die begonnene Seniorenreform engagiert fortführen.

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Es ist Dienstag um 11.15 Uhr. Ein eisiger Wind fegt über den Schlossplatz von Amalienborg. Eine kleine Schar von Mitgliedern der Moderaten hat sich mit kleinen Parteifähnchen auf dem Platz versammelt. Eine von ihnen hat einen Blumenstrauß dabei. 

Gruppe von Personen auf Platz mit lila W-Flyern und Blumenstrauß im Winter
Mitglieder der Moderaten warten auf Henrik Frandsen.

Vor der Pforte des Palais des Königspaares stehen Vertreterinnen und Vertreter der Medien hinter einer kleinen Absperrung bereit. Die erfahrenen Kameraleute sind mit einem isolierten Overall bekleidet. 

Nur gut zwei Stunden früher hat das Staatsministerium mitgeteilt, dass Henrik Frandsen (Moderate) zum Minister für Senioren ernannt wird. Seine Parteikollegin Mette Kierkgaard möchte die Regierung verlassen. Sie braucht mehr Zeit für ihre Familie in Ripen (Ribe), da ihr Mann eine umfassende Krebsbehandlung durchgemacht hat.

Um 11.28 rollen zwei Limousinen, gefolgt von einem Auto der Sicherheitskräfte, durch die Pforte, die sich hinter ihnen schließt. In einer der Limousinen sitzt Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.), in der anderen der angehende Minister mit Wohnsitz auf Röm (Rømø). Erkennen können die Schaulustigen und die Presse sie allerdings nicht, denn die Autoscheiben sind abgedunkelt. 

Pressefilmteams und schwarze Limousinen vor Amalienborg
Mette Frederiksen und Henrik Frandsen auf dem Weg zum König

Frandsen muss vom König zum Minister ernannt werden. Das schreibt das Grundgesetz so vor. Entschieden, dass er den Posten bekommt, haben jedoch die Regierungsspitze und letztendlich die Staatsministerin. 

Inzwischen haben sich weitere Parteimitglieder mit lila Fähnchen eingefunden, auch einige Touristinnen und Touristen verfolgen neugierig die Geschehnisse. Die Stimmung ist jedoch gedämpfter als bei anderen Regierungsbildungen.

Zehnminütige Zeremonie

Allen ist bewusst, dass Frandsens Ernennung aus der persönlichen Notlage seiner Vorgängerin geboren ist. Hier geht es weder um ein strategisches Manöver der Regierung noch um eine Ministerin, die in die Kritik geraten ist.

Nach zehn Minuten öffnet sich die Pforte und Frederiksen und Frandsen treten heraus. Letzterer kann sich jetzt Minister für Senioren (Ældreminister) nennen. Seine Parteifreundinnen und -freunde applaudieren, das Wedeln der Papierfähnchen ist zu hören. Nach einer knappen Stellungnahme der Staatsministerin ist Zeit für einige, wenige Fragen von Journalistinnen und Journalisten.

„Für mich erfüllt sich ein sehr großer Traum, auch wenn es vor einem traurigen Hintergrund passiert“, antwortet Frandsen auf die Frage, was er über die Ernennung denkt.

Reform des Seniorenbereichs

Am Montag um 22 Uhr erhielt er eine SMS und kurz darauf einen Anruf von seinem Parteivorsitzenden Lars Løkke Rasmussen. Er zögerte nicht, den angebotenen Ministerposten anzunehmen, auch wenn er ihn zunächst nur einige Monate ausüben kann. Spätestens am 31. Oktober finden die Folketingswahlen statt.“

Mette Kierkgaard hat während ihrer Amtszeit eine Seniorinnen- und Seniorenreform eingeleitet. Nun ist es an ihrem Nachfolger, sie weiter umzusetzen.

„Ich werde mich mit Eifer auf die Aufgabe stürzen“, versichert er und verweist auf seine Erfahrungen aus der Kommunalpolitik. 

Frandsen als Fraktionsvorsitzender

Frandsen zog 2022 als Vertreter der Moderaten ins Folketing ein und übernahm das Amt des Fraktionsvorsitzenden. In dieser Funktion war es seine – zum Teil undankbare – Aufgabe, sich mit den internen Problemen in der Fraktion zu befassen.

So gab es Probleme mit dem Arbeitsmilieu im Sekretariat der Partei. Auch die Konflikte um die Abgeordneten Jon Stephensen und Mike Fonseca, die mittlerweile nicht mehr den Moderaten angehören, landeten auf Frandsens Schreibtisch. 

Von Popp Petersen als Bürgermeister abgelöst

Bevor er in die Landespolitik wechselte, war er bis 2021 Bürgermeister der Kommune Tondern (Tønder). Er wurde, damals noch als Venstre-Politiker, 2016 vom Stadtrat gewählt, nachdem sein Vorgänger Laurids Rudebeck (Venstre) unerwartet gestorben war. 

Nachdem seine Partei ihn 2020 nicht erneut zum Spitzenkandidaten gewählt hatte, gründete er seine eigene lokale Partei, die Tondern Liste (Tønder Listen). Trotz einer erfolgreichen Kommunalwahl 2021 konnte er jedoch keine Mehrheit im Stadtrat hinter sich vereinigen. Daher wurde er von Jørgen Popp Petersen von der Schleswigschen Partei als Bürgermeister abgelöst. 

Im Januar 2024 verließ Frandsen den Stadtrat in Tondern, um sich der Folketingspolitik zu widmen. Am 3. Februar wurde er für seinen Einsatz für Partei und Koalition mit einem Ministeramt belohnt.

Nach der dreiminütigen Pressekonferenz auf Amalienborg bekam er noch den Blumenstrauß und eine Umarmung von seiner Parteikollegin. 

Folketingspolitiker aus Nordschleswig

  • Henrik Frandsen (Moderate), Kommune Tondern: Minister für Senioren
  • Peter Kofod, (Dänische Volkspartei), Kommune Hadersleben (Haderslev): Fraktionsvorsitzender, zwölf Sprecherfunktionen
  • Benny Engelbrecht (Sozialdemokratie), Kommune Sonderburg (Sønderborg): Fraktionssekretär, Haushaltssprecher
  • Jesper Petersen (Sozialdemokratie), Kommune Hadersleben: Vorsitzender des Ausschusses für die Deutsche Minderheit

  • Hans Christian Schmidt (Venstre). Kommune Haderseleben: Vorsitzender des Kulturausschusses