Umbau

„Wir müssen die Marschenhalle öffnen“: Hoyer denkt seine Sporthalle neu

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Katja Nielsen ist seit rund anderthalb Jahren Hallenwartin der Marschenhalle in Hoyer.

Leerstand, demografischer Wandel und neue Bedürfnisse: Nach der Auswahl für eine landesweite Kampagne richtet die Marschenhalle in Hoyer den Blick nach vorn – und will sich zu einem offenen Treffpunkt für alle Generationen entwickeln.

Die Freude ist groß in der Marschenhalle in Hoyer. Dass die Sporthalle zu den zehn Einrichtungen gehört, die landesweit für die Kampagne „Idrætshaller til tiden“ ausgewählt wurden, empfindet Hallenleiterin Katja Nielsen als große Anerkennung – und als Chance.

„Als wir von der landesweiten Kampagne erfahren haben, haben wir einen kleinen Ausschuss gebildet, der den Auftrag bekam, eine Bewerbung zu schreiben“, erzählt sie. Dass die Marschenhalle dabei den Zuschlag erhielt, sei alles andere als selbstverständlich gewesen.

Gleichzeitig ist der Blick nach vorn von Realismus geprägt. „Die Marschenhalle ist leider schon jetzt viele Wochenstunden ungenutzt“, sagt Nielsen. Hinzu komme die demografische Entwicklung. „Wir werden weniger hier draußen, und der Anteil der Generation 60 plus steigt.“ Diese Veränderungen stellten die Halle vor neue Herausforderungen.

Charme der 1970er-Jahre

An den Stirnwänden der Sporthalle hängen seit eh und je Muster der ehemaligen Teppichfabrik von Hoyer. Seit Anfang der 1990er-Jahre stellte das Unternehmen die Produktion ein. Die Ausschmückung in der Sporthalle ist geblieben.

Gebaut wurde die Marschenhalle im Jahr 1974 – zugeschnitten auf die damals populären Mannschaftssportarten wie Handball, Fußball und Badminton. „Und das sieht man der Halle auch von außen an“, findet die Hallenleiterin. „Sie ist nicht wirklich einladend.“ Ein zentraler Wunsch sei deshalb, die Halle im wahrsten Sinne des Wortes zugänglicher zu machen. „Wir müssen die Halle sozusagen öffnen“, sagt Nielsen mit Blick auf das Vorprojekt, das nun gemeinsam mit einem externen Architekturbüro erarbeitet werden soll.

Dabei geht es um mehr als bauliche Veränderungen. „Momentan ist die Marschenhalle  eine Sporthalle. Wir müssen aber umdenken“, betont sie. Künftig soll das Gebäude auch Menschen ansprechen, die keinen Mannschaftssport betreiben wollen oder können. Sie soll zu einem echten Treffpunkt werden. Aber auch das ganze Außengelände soll mit in das Gesamtkonzept eingearbeitet werden. Da liege nämlich noch viel Potenzial, so die Hallenwartin. 

Im September werden aus den zehn Vorprojekten drei ausgewählt, die mit bis zu vier Millionen Kronen gefördert werden. Insgesamt stehen zehn Millionen Kronen zur Verfügung. Doch selbst wenn die Marschenhalle nicht zu den drei Auserwählten gehören sollte, sei das kein Grund zur Enttäuschung. „Dann werden wir versuchen, andere Fördermittel zu beantragen“, sagt Nielsen. Der dänische Sportverband Danmark Idrætsforening und die Stiftung Lokale og Anlægsfonden, die zusammen die Kampagne ins Leben gerufen haben, wollen nämlich weitere Mittel für solche zukunftsweisenden Umbauten zur Verfügung stellen, haben sie angekündigt.

Näher an die Menschen

Katja Nielsen freut sich auf die Zukunft der Marschenhalle.

Noch befindet sich vieles in der Findungsphase. Klar ist für die Hallenleitung jedoch schon jetzt, dass die Bevölkerung einbezogen werden soll. „Wir sind offen für Ideen. Und wir wollen nicht nur die heutigen Nutzerinnen und Nutzer ansprechen, sondern auch die künftigen Gäste“, unterstreicht Katja Nielsen. Ziel sei es, möglichst viele Perspektiven und Wünsche aus allen Generationen zu sammeln.

Wie genau dieser Prozess aussehen wird, steht noch nicht fest. Zunächst müssten einige grundlegende Fragen geklärt werden: Welches Architekturbüro wird der Marschenhalle zur Seite gestellt? Wann sollen konkrete Wünsche eingereicht werden? Erst danach werde der Vorstand „in die Arbeitskleidung schlüpfen“, wie Katja Nielsen es formuliert.

Fest steht für sie schon jetzt: Die Marschenhalle soll sich verändern – und dabei näher an die Menschen heranrücken, die sie künftig nutzen sollen.