GRENZÜBERSCHREITEND

Dänische Technologie findet den Weg in Militärtechnik von Flensburger Rüstungsfirma

Pionierpanzer Dachs mit Räumschild auf dem Hof der Firma FFG in Flensburg
Ein Panzer des Modells Dachs, der von der FFG renoviert worden ist

Dänische Betriebe liefern hochtechnologische Lösungen an das Rüstungsunternehmen unmittelbar südlich der Grenze. Die FFG sieht großes Entwicklungspotenzial in diesen Partnerschaften. Diese können somit eine Vorbildfunktion für eine europäische Wehrindustrie werden, die unabhängiger vom Ausland ist.

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Zusammenfassung

  • Die Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) arbeitet eng mit dänischen Zulieferern zusammen und integriert deren Hochtechnologie in ihre Militärfahrzeuge.
  • Auf dem German-Danish Defence Network Forum betonen Unternehmen und Politik den Ausbau der Verteidigungskooperation zur Stärkung einer robusten, europäischen Rüstungsindustrie.
  • Die deutsch-dänische Zusammenarbeit gilt als mögliches Vorbild für einen gemeinsamen europäischen Markt für Wehrtechnologie mit geringerer Abhängigkeit vom Ausland.

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In den Militärfahrzeugen der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) steckt so manche Technologie aus Dänemark.

„Wir haben starke Partnerschaften mit vielen dänischen Unternehmen“, sagte Martin Lausen, Spartenleiter Special Technology bei der FFG, vor 250 Menschen bei einer Konferenz in Kopenhagen.

Am vierten „German-Danish Defence Network Forum“ nehmen vornehmlich Vertreterinnen und Vertreter der Rüstungsindustrie aus beiden Ländern teil. Doch auch Fachleute, Industrieverbände und Entscheidungstragende sind vertreten. 

Dänische Mentalität in Flensburg

Wie der Name des Forums besagt, geht es um die Zusammenarbeit der Wehrindustrie in den beiden Ländern. Diese ist bereits heute für die FFG mit Sitz unmittelbar südlich der Grenze ganz natürlich, denn die Mentalität sei ähnlich, meint Lausen. 

„Wir finden schnell zueinander, finden rasch Lösungen für Probleme. Deswegen ist es für uns besonders wichtig und angenehm, mit dänischen Firmen zusammenzuarbeiten“, sagte er am Rande der Konferenz dem „Nordschleswiger“. 

Die FFG sieht sich als innovatives Unternehmen, das teils Fahrzeuge modernisiert, teils eigene entwickelt. So hat sie auch die Leopard-1-Panzer renoviert, die Dänemark der Ukraine gespendet hat. Von dänischen Zuliefererfirmen bekommt sie Hochtechnologie, die sie in die fertigen Produkte integriert. 

Martin Lausen, Spartenleiter bei der FFG, sprach bei einem Forum zur Verteidigungszusammenarbeit in Kopenhagen.

„Ich beurteile die weitere Entwicklung in der Zusammenarbeit als positiv. Wir wollen für die Region Mehrwert schaffen. Insofern sind wir zuversichtlich, dass wir in Zukunft unseren Abdruck in Dänemark ausbauen können“, so Lausen.

Ziel: Eine robuste Verteidigungsindustrie

Bei dem Netzwerkforum geht es jedoch um wesentlich mehr als um wirtschaftliche Entwicklung und Arbeitsplätze. Es geht darum, dass die Streitkräfte in beiden Ländern möglichst schnell ausgebaut werden sollen. 

Und das bedeutet auch, dass die europäischen Rüstungsunternehmen schnell liefern müssen, wenn sie im Rennen bleiben wollen. Von politischer Seite gibt es ein Interesse daran, dass Europa weniger abhängig von Unternehmen und Zulieferern außerhalb Europas wird. 

Das wurde beim Forum, vor allem auch in den Reden der beiden politischen Vertreter, deutlich. Sowohl der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) als auch der Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Nils Schmid (CDU), sprachen wiederholt von „Resilienz“, also Robustheit. 

„Wir arbeiten daran, unsere Produktion hochzuskalieren. Dabei müssen wir auch die häufig kleineren dänischen Hersteller mitnehmen und gemeinsam eine Entwicklung schaffen“, so Lausen. 

Deutsch-dänische Zusammenarbeit als Vorbild für Europa

Was bei der FFG bereits geschieht, soll auch bei weiteren Kooperationen ausgebaut werden. Das ist das Ziel des Forums, das am Mittwoch zum vierten Mal stattgefunden hat. Es wurde 2024 unter anderem von der deutschen Botschaft in Kopenhagen und von der dänischen in Berlin ins Leben gerufen.

Der Wirtschaftsverband „Dansk Industri“ (DI) meint, eine solche deutsch-dänische Zusammenarbeit könne in der EU eine Vorreiterrolle einnehmen. Es gebe politisch und bezüglich der Grundwerte und Interessen viele Übereinstimmungen.

„Wir werden einen gemeinsamen europäischen Markt für Wehrtechnologie nicht so schnell hinbekommen. Bei einer deutsch-dänischen Kooperation kann das gelingen“, sagte Joachim Finkieman, Direktor für den Sektor Verteidigung und Sicherheit bei DI. 

Nach den Vorträgen hatten Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch eineinhalb Stunden Zeit, um bei einem Sandwich und einem Bier neue Kontakte zu knüpfen oder bestehende auszubauen.